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Mann im Baum Video
"Essen packt an" - freiwillige Helfer haben sich über das Internet organisiert
Dezentrale Helfer
Bürgerinitiativen halfen bei Aufräumarbeiten
Nach dem Unwetter in Nordrhein-Westfalen haben Bürgerinitiativen über das Internet Hilfe organisiert, um bei den Aufräumarbeiten mitanzupacken.
In vielen Städten wie Essen, Bochum, Gelsenkirchen oder Ratingen griffen Bürger selbst zu Besen und Kettensäge, wo Feuerwehr und offizielle Hilfskräfte mit dem Aufräumen nicht hinterherkamen. Andere spendeten Getränke oder Verpflegung.

In Essen organisiert die Facebook-Initiative "Essen packt an!" Hilfe. In fünf Tagen waren mehr als 4000 User der Gruppe beigetreten. "Sei es ein vollgelaufener Keller oder ein Baum, der gesägt werden muss - wer Zeit hat, packt an", heißt es auf der Facebook-Seite. Auf einer Google-Maps-Karte wurden Informationen über Standorte umgefallener Bäume und benötigtes Werkzeug gesammelt. Die Menschen organisierten dann Fahrgemeinschaften, um gemeinsam zu den Aufräumarbeiten zu fahren und anzupacken.

Dezentrale Struktur fordert Behörden heraus
Die Führungskräfte öffentlicher Stellen müssen für solche Initiativen geschult werden, meint der Wuppetaler Bevölkerungsschützer Stefan Martini: "Hier muss man andere Wege gehen als mit regulären Ehrenamtlichen, bei denen man eine hierarchische Struktur hat. Hier gibt die Möglichkeit sich selbst organisierender Zellen: Die Spontanfreiwilligen organisieren sich selbst und arbeiten im Rahmen einer Zielkommunikation mit den Führungskräften zusammen. Die Führungskräfte geben den Weg vor und die Spontanfreiwilligen organisieren sich innerhalb diese Weges selber."

Die Stadt Essen freute sich über die Unterstützung, warnte aber vor den Gefahren umgeknickter Bäume. "Wir sagen den Menschen: Passt auf, ob ihr den Aufgaben gewachsen seid, ohne euch selbst und andere in der Umgebung zu gefährden", sagte eine Stadtsprecherin.

In Ratingen bei Düsseldorf hatten zahlreiche Menschen geholfen, die Schäden in einem Märchenzoo zu beseitigen - zumindest soweit das möglich war, sagte Pächterin Heike Klimmeck-Kohne. "Im Märchenzoo sieht es aus wie nach einem Bombenanschlag. Grob geschätzt sind hier 200 Bäume umgestürzt. Es existiert gar nichts mehr." Bei den Aufräumarbeiten hätten vollkommen unbekannte Menschen geholfen. "Ich bin überwältigt von der Einsatzfreude."

Unwetter in Nordrhein-Westfalen
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