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bewohnerin mit Betreuerinnen Video
Im Demenzdorf kann sich jeder frei bewegen, aber eben nicht verloren gehen.
Pflegetrend Demenzdorf
So viel Selbstbestimmung wie möglich
Im März 2014 wurde in Hameln das erste deutsche Demenzdorf eröffnet. Vier Häuser mit großem Garten, Supermarkt und Café bieten Platz für insgesamt 52 Menschen.
Es orientiert sich an dem holländischen Vorbild, dem Demenzdorf "De Hogeweyk". Die Besonderheit: Wie in "De Hogeweyk" ist es hier wichtig, Pflegestrukturen und Selbstbestimmung bestmöglichst zu vereinbaren. Das bedeutet, eine vollstationäre Einrichtung zu sein, in der aber die Gewohnheiten und Bedürfnisse der Bewohner Vorrang vor dem Zeitplan der Pfleger haben. So muss nicht zu einer bestimmten Zeit gefrühstückt werden, wenn es nicht der Gewohnheit entspricht.

Insgesamt sollen sich 35 Pflegekräfte um die Bewohner kümmern. Etwa die Hälfte sind Fachkräfte, die andere Hälfte Alltagsbetreuer. Die Bewohner in Hameln bestimmen soweit wie möglich ihren Tagesablauf mit. Das soll ihre Gesundheit fördern: "Demenzkranke erleben viel über die Sinne. Ein Essen zubereiten oder dabei zu sein und es zu riechen, ist etwas ganz anderes, als es vorgesetzt zu bekommen" ist sich Petra Visser, die Leiterin des Demenzdorfes, sicher.

Vom Mithelfen beim Kochen und Backen bis zum Spazieren und Einkaufen gehen - innerhalb der Anlage gibt es keine verschlossenen Türen. Alle können sich frei bewegen. Die Wohnanlage in Hameln ist komplett umzäunt. Kritiker befürchten allerdings, dass Demenzkranke so vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden könnten.

Glossar
Demenz - der Rückgang geistiger Fähigkeiten
Demenz ist ein langsamer Prozess, der zum Orientierungsverlust führt und sich über Jahre erstreckt. Es kommt zu chronisch fortschreitenden, degenerativen Veränderungen des Gehirns.
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