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Projektgruppe Lupe
Arnsberg unterstützt Projektideen seiner Bürger und schult ehrenamtliche Helfer
"Demenz hat einen Ort"
Stadt Arnsberg will Demente im Alltag integrieren
Arnsberg im Hochsauerlandkreis schafft Angebote für ältere Menschen - besonders für Demenzkranke und deren Angehörige. Demente sollen nicht vom Alltag ausgeschlossen sein.
Die Fachstelle "Zukunft Alter" schafft Strukturen für eine älter werdende Gesellschaft. Sie soll unter anderem das Thema Demenz öffentlich machen. Für ihr besonderes Engagement im Projekt "Lernwerkstatt Demenz" hat die 73.000-Einwohner-Stadt einen europäischen Preis gewonnen. In dem Projekt kommen regelmäßig Vertreter von Krankenhäusern, Pflegediensten, niederschwelligen Entlastungsangeboten für Angehörige, bürgerschaftlich Engagierte, Vertreter aus Kultur, Bildung und Jugend zusammen.

So hat die Stadt bisher bereits Verkäufer, Bäckerei- und Metzgereiangestellte, Taxi- und Busfahrer, Bankangestellte und Rettungskräfte für den Umgang mit Demenzkranken schulen lassen. Der Gedanke: Je besser die Mitmenschen mit Demenzkranken umgehen können, desto länger können sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben.

"Demenz hat einen Ort", sagt der Bürgermeister von Arnsberg, Hans-Josef Vogel, "der ist da, wo die Menschen leben: in ihren Familien, in ihren Nachbarschaften, in ihren alten Vereinen, in der Umgebung, in der sie zu Hause sind. Deshalb muss es uns gelingen, vielfältiger Antworten zu geben. Das können wir nur lokal leisten und nicht durch drei, vier oder fünf Pflegestufen schaffen."

Stadt fördert gezielt ehrenamtliches Engagement
Die Engagementförderung, eine Abteilung der Stadt, fördert gezielt das Ehrenamt. Jeder Bürger kann dort mit seiner Idee für ein neues Projekt hinkommen und bekommt Unterstützung, es umzusetzen. Die Stadt schult die Ehrenamtlichen und stellt Räume zur Verfügung. Bislang gibt es rund 50 Projekte mit etwa 600 Ehrenamtlichen. Eines davon ist der SOS-Dienst für pflegende Angehörige, eine Art Notruftelefon der Stadt. Sechs Ehrenamtliche hat die Stadt dafür geschult. Sie sind zur Stelle, wenn Angehörige nicht mehr können oder mal dringend weg müssen.

Ein weiteres Angebot der Stadt ist die Logbuchberatung: Eine Mitarbeiterin der Stadt kommt zu Angehörigen Demenzkranker nach Hause und berät sie kostenlos. Dabei trägt sie alles über den Demenzkranken in das Logbuch ein: Medizinische Hinweise, aber Eigenschaften, Vorlieben und Ängste. Das solle helfen, wenn andere den Demenzkranken betreuen müssen.

nano spezial
Lebenswerte Pflege
2,5 Millionen Pflegebedürftige gibt es Deutschland, Tendenz steigend. Die Bundesregierung plant eine Reform der Pflegeversicherung und will die Ausbildung vereinheitlichen.
Glossar
Demenz - der Rückgang geistiger Fähigkeiten
Demenz ist ein langsamer Prozess, der zum Orientierungsverlust führt und sich über Jahre erstreckt. Es kommt zu chronisch fortschreitenden, degenerativen Veränderungen des Gehirns.