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Die Organisation Exit will liberale Bestimmungen bei der Suizidbeihilfe
In den Tod gehen
Sterbehilfeorganisation fordert freie Entscheidung
Die Sterbehilfeorganisation Exit aus der Schweiz will die Suizidbeihilfe liberalisieren: Auch alte Menschen sollen über ihren Tod entscheiden können - nicht nur sterbenskranke.
Exit hat 2014 in knapp 25 Prozent mehr Fällen Suizidbeihilfe geleistet als im Vorjahr. Wie die Organisation mitteilte, stieg die Zahl von 450 Personen im Jahr 2013 auf 580 im Jahr 2014. 2011 waren es 300 gewesen, im Jahr 2010 noch 257 Personen. Die Organisation verzeichnete 2013 nach eigenen Angaben mehr als 8000 Neueintritte.

2014 beriet Exit rund 3000 Menschen mit Sterbewunsch, 580 davon wählten letztendlich den Tod, heißt es im Jahresbericht der Organisation. Das entsprach 2014 etwa einem Prozent aller Todesfälle in der Schweiz. Die Zahl der assistierten Todesfälle hat sich bei Exit seit 2008 mehr als verdoppelt. In der Deutschschweiz und im Tessin zählt Exit 2014 nach eigenen Angaben 81.000 Mitglieder. Die Beitritte erfolgten in der Regel im Alter von etwa 50 Jahren. 60 Prozent der Vereinsmitglieder sind demnach Frauen. Das Durchschnittsalter liegt bei mehr als 60 Jahren.

In der Schweiz ist es legal, anderen Menschen Mittel zum Selbstmord zur Verfügung zu stellen und sie zu begleiten, sofern der Helfer nicht persönlich vom Tod des Patienten profitiert. Sterbehilfeorganisationen wie Dignitas und Exit bieten Beihilfe zur Selbsttötung an. Aktive Sterbehilfe ist unabhängig von den Motiven des Täters strafbar. Passive und indirekte Sterbehilfe ist erlaubt.

In Deutschland ist aktive Sterbehilfe verboten. Das Strafgesetzbuch stellt auch das Töten auf Verlangen - etwa durch die Verabreichung von Medikamenten - unter Strafe und droht bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe an. Dagegen bleibt die sogenannte passive Sterbehilfe, etwa durch Abschalten der Beatmungsgeräte, straffrei, sofern sie dem Willen des Patienten entspricht. Da Selbsttötungsversuche in Deutschland juristisch nicht belangt werden, ist auch die Beihilfe zum Suizid straffrei. Allerdings können Helfer anschließend wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden.

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Sterbehilfe
In Deutschland ist die Tötung auf Verlangen verboten. Der Suizid ist aber ebenso straffrei wie die Beihilfe dazu. Gesetzlich geregelt werden soll die organisierte Suizidhilfe.
Glossar
Stichwort Sterbehilfe
Bei der rechtlichen Beurteilung der Sterbehilfe wird zwischen aktiver, indirekter und passiver Sterbehilfe sowie der Beihilfe zur Selbsttötung unterschieden.
Selbst ernannte Sterbehelfer
Den Todeswunsch unterstützt
Im Jahr 2013 hat es in Deutschland mindestens 155 Fälle von begleiteten Suiziden bei Schwerstkranken gegeben.
(nano-Bericht vom 21. Januar 2014)