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Schlagloch © dpa Video
Die Wirtschaft klagt: Schlaglöcher sind nicht nur lästig, sie kosten sie auch Geld
Auf Schlaglochjagd
Laserscanner sollen "Materialausbrüche" finden
Die deutschen Verkehrsbehörden schicken Messingenieure mit Laserscannern auf die Straße, um Schlaglöcher zu erkennen, bevor sie entstehen.
Schlaglöcher entstehen vor allem bei langen und harten Wintern. Besonders betroffen sind dann vorgeschädigte Straßen, wie der ADAC erklärt. Bei vorgeschädigten Straßen dringt bei häufigem Wechsel von Frost und Tauwetter Wasser in den Straßenoberbau ein. Laut ADAC reichen oft bereits feine Haarrisse aus, um das Eindringen des Wassers zu ermöglichen. Wenn das Wasser dann gefriert, entstehen an der Oberfläche Schäden. Weiteres Wasser und Verkehr erweitern und vertiefen diese, bis sich die Befestigung völlig auflöst beziehungsweise durchbricht.

Diese als Schlaglöcher bezeichneten "Materialausbrüche" können unterschiedlich tief und breit sein. Meist ist laut ADAC nur die Deckschicht betroffen, es kann aber auch die erste Tragschicht beschädigt sein. Als weitere Ursachen für Schlaglöcher nennt der ADAC mechanische Schäden und punktuelle Überlastung durch schwere Fahrzeuge, eine zu geringe Tragfähigkeit des Untergrunds oder Unterbaus sowie Fremdmaterial, das in die Trag- oder Deckschicht eingebaut wurde oder mangelhafte Materialzusammensetzung und Verdichtung.

Wirtschaft sieht Einbußen durch marode Straßen
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Die Wirtschaft beklagt Mängel in der Infrastruktur.
Die Wirtschaft sieht insbesondere beim Straßennetz in Deutschland bedenkliche Schwachstellen und Engpässe. Das beeinträchtige das Geschäft. Dies beklagten fast zwei Drittel von 2800 befragten Unternehmen. Dabei stellten 23 Prozent eine deutliche und 41 Prozent eine geringe Beeinträchtigung fest, heißt es in einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) aus dem Februar 2014.

Im Koalitionsvertrag haben deutsche Verkehrspolitiker für vier Jahre je vier Milliarden Euro zusätzlich verlangt. "Wir werden in den nächsten vier Jahren die Bundesmittel für die Verkehrsinfrastruktur substanziell erhöhen", heißt es allgemein. An anderer Stelle ist von fünf Milliarden Euro mehr die Rede, wobei unklar ist, ob es hier um die gesamte Wahlperiode und allein um Steuergeld ohne Maut-Mittel geht.

Chronische Geldnot bei Verkehrsinvestitionen
Die Initiative Pro Mobilität - getragen von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen - beziffert die jährlichen Investitionen von Bund, Ländern und Kommunen ins Straßennetz auf 11,5 Milliarden Euro. Das Bundesverkehrsministerium nennt in seinem Investitionsrahmenplan für den Zeitraum von 2011 bis 2015 die Summe von 50 Milliarden Euro. Auf Bundesstraßen und Autobahnen entfallen der Initiative Pro Mobilität zufolge Ausgaben von jährlich fünf Milliarden Euro. Die gleiche Summe geben die Kommunen für ihr Straßennetz aus, eine halbe Milliarde Euro die Länder.

Im Oktober 2013 hatte eine Expertenkommission unter Ex-Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) die jährliche Unterfinanzierung auf 7,2 Milliarden Euro beziffert. Dieser Betrag bezieht sich vor allem auf den Erhalt und laufenden Betrieb der Verkehrswege. Daneben besteht laut Kommission noch ein "zusätzlicher, dramatischer Nachholbedarf bei Brücken", der demnach noch nicht erfasst ist. Wirtschaftsverbände beziffern die nötigen Ausgaben hierfür auf bis zu 16 Milliarden Euro bis 2030.

Umstritten
Ein einsamer Vorstoß
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat seinen umstrittenen Vorschlag einer Sonderabgabe von allen deutschen Autofahrern mit Nachdruck verteidigt. Dafür hat er Kritik geerntet - auch aus der eigenen Partei. Der Vorschlag sei aus sozialdemokratischer Sicht "völlig inakzeptabel", schrieb der SPD-Haushaltspolitiker Joachim Poß auf seiner Facebook-Seite. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer nannte den Vorstoß "verwunderlich".
Ökologischer Fußabdruck
Zerschnittenes Land
"Wir bauen ökologische Schulden auf, die die nachfolgende Generationen für uns übernehmen müssen", sagt der Freiburger Geograf Prof. Rüdiger Glaser.
Verkehrsverhalten ändert sich
Mehr Straßen = mehr Staus
"Je mehr Straßen wir bauen, desto mehr Stau haben wir", sagt der Geograph und Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim.