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Hochbegabte können mehr - aber einen Erfolg im Leben ist ihnen nicht sicher
Kein Erfolgsgarant
Es braucht mehrere Formen von Hochbegabung
Menschen mit hohem Intelligenzquotienten sind nicht automatisch erfolgreich, es bedarf mehrerer Formen von Hochbegabung, sagen Wissenschaftler.
Über die Bedeutung des durch Tests festgestellten Intelligenzquotienten heißt es von bösen Zungen, am IQ eines Menschen lasse sich nur ablesen, ob er im Stande ist, die Aufgaben eines Intelligenztests zu lösen. Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass es viele Arten von Intelligenz gibt, die großenteils nicht von Intelligenztests erfasst werden - also nicht nur eine logisch-mathematische, sondern etwa auch eine sprachliche, eine musikalische und sogar eine des körperlichen Bewegungsgefühls.

Bereits 1998 brachte der US-Psychologe und Robert Sternberg den Begriff "Erfolgsintelligenz" ins Spiel. Er sieht Erfolg im Alltagsleben als ein Produkt von analytischer, kreativer und praktischer Intelligenz. Tests und Schule bewerten üblicherweise nur die analytische Intelligenz. Analytische Intelligenz ist notwendig, wenn Probleme zu lösen und die Brauchbarkeit einer Idee zu beurteilen sind. Kreativer Intelligenz bedarf es, um gute Probleme und Ideen überhaupt erst zu formulieren. Praktische Intelligenz wird gebraucht, um diese Ideen und ihre Analyse auf wirksame Weise in die Praxis umzusetzen.

Menschen mit der höchsten Erfolgsintelligenz seien nicht notwendigerweise jene mit der höchsten Intelligenz in allen drei Komponenten. Vielmehr sind sie in der Lage, ihre Stärken optimal zu nutzen, ihre Schwächen zu kompensieren und aus ihren Fähigkeiten das Beste zu machen.

Menschen mit Erfolgsintelligenz motivieren sich
Sternberg nannte zwanzig charakteristische Merkmale und Eigenschaften von Menschen mit Erfolgsintelligenz. Sie werden in konventionellen Tests nicht gemessen. So sind Menschen mit Erfolgsintelligenz initiativ. Und sie motivieren sich selbst. Sie setzen Gedanken in Taten um. Sie lernen aber auch, ihre Impulse zu kontrollieren. Sie schieben nichts auf die lange Bank. Sie sind ergebnisorientiert. Sie konzentrieren sich auf ihre Ziele. Sie besitzen ein vernünftiges Maß an Selbstvertrauen und glauben an ihre Fähigkeit, ihre Ziele zu erreichen. Sie wissen, wann sie durchhalten müssen. Sie bringen ihre Aufgaben zu Ende.

Sie wissen, das Beste aus ihren Fähigkeiten zu machen. Sie haben keine Angst vor Fehlschlägen. Sie akzeptieren berechtigte Kritik. Selbstmitleid lehnen sie ab. Sie besitzen auch die Fähigkeit, auf Belohnungen zu warten. Sie sind unabhängig. Sie versuchen, persönliche Schwierigkeiten zu überwinden. Sie kennen den schmalen Grat zwischen Über- und Unterbelastung. Sie können sowohl den Wald als auch die Bäume sehen. Und sie denken gleichermaßen analytisch, kreativ und praktisch.

Hochbegabte sind keine Problemkinder
Kinder mit einem Intelligenzquotienten von über 130 seien weder sozial isoliert, noch charakterlich seltsam, hieß es 2001 in der europaweit ersten Langzeituntersuchung hochbegabter Kinder. Vor allem sind sie alles andere als schlechte Schüler, wie der Marburger Entwicklungspsychologe Prof. Detlef Rost betonte.

Die Ergebnisse entsprachen nicht dem Bild, das Selbsthilfegruppen und Medien von Hochbegabten zeichnen. Die Kinder interessierten sich laut Rost für die gleichen Dinge wie ihre Altersgenossen: Sport, Musik und Ausgehen. Wenn es Unterschiede gebe, fielen sie zu Gunsten der Hochbegabten aus. "In der Grundschule werden diese Kinder beispielsweise häufiger zu Geburtstagen eingeladen. Als Halbwüchsige haben sie tendenziell etwas weniger Freunde, was aber nicht daran liegt, dass sie nicht beliebt sind: Die Hochbegabten sind anspruchsvoller bei der Wahl ihrer Kontakte."

Die Kinder seien weniger unterwürfig, emotional reifer, verständiger. Zudem sind sie laut Rost weniger materiell orientiert und haben eher den Anspruch etwas zu studieren, das sie interessiert, als etwas, womit sie viel Geld verdienen können. Nun möchten die Forscher die Probanden im Studium interviewen.

"2,5 Prozent aller Kinder - in Deutschland 300.000 - haben einen Intelligenzquotienten von 130 und mehr", berichtete Erziehungswissenschaftler Christian Fischer von der Universität Münster. "Weil sie aber zwischen Kindergarten und Abitur nicht besonders gefördert werden, geht es ihnen kaum besser als den etwa gleich vielen lernschwachen Jungen und Mädchen: "Sie langweilen sich. Ihre Leistungsmotivation ist schwach. Sie neigen zu Clownerien, Aggressionen und anderen Verhaltensauffälligkeiten."

Glossar
Die Intelligenz, ihre Formen und Tests
Für Intelligenz (lateinisch "intellegentia": Erkennungsvermögen, Verstand) gibt es eine Vielzahl verschiedener Definitionen.
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Schlau = erfolgreich?
Diskutieren Sie mit uns: Ist ein hoher Intelligenzquotient automatisch ein Erfolgsgarant? Heißt ein hoher IQ, Karriere zu machen und Geld zu scheffeln?
Wie jetzt?! - Gehirn
Groß ist nicht gleich intelligent
"Gehirngröße hat erst mal nichts mit Intelligenz zu tun", resümiert nano-Reporterin Karin Lanz. "Es kommt auf den Grad der Organisation an."