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Forscher mit E-Book Video
Egal auf welchem Endgerät, das E-Book liest mit. Was, ist allerdings nicht klar
E-Books: Lesen und gelesen werden
E-Books können Leseverhalten der Nutzer erfassen
Wer ein E-Book liest, müsse sich darüber im Klaren sein, dass sein Leseverhalten erfasst wird, sagt der Internetsoziologe Dr. Stephan Humer.
Lesen sei dann, anders als mit Papierbuch in der Hand, "kein völlig singulärer Vorgang mehr". Im Hintergrund stünden Konzerne, die Daten sammeln, so Humer. So könne etwa ausgewertet werden, wie weit und wie schnell jemand liest, welche Textstellen er überspringt und natürlich, welche Bücher er sich heruntergeladen hat. All dies seien wertvolle Daten für die Marktforschung. Dass die Daten abgeschöpft werden, sei grundsätzlich klar, so Humer. "Dagegen kann man sehr wenig bis gar nichts machen." Doch viele Menschen scheinen das hinzunehmen und geben etwa in sozialen Netzwerken freiwillig viele Daten von sich preis. Humer sieht hier eine Veränderung der Vorstellung von Privatsphäre.

Dass Konzerne Daten von E-Book-Lesern abschöpfen, davon geht auch der Buchwissenschaftler Dominique Pleimling von der Uni Mainz aus. So wie viele andere Lebensbereiche werde auch das Lesen erfasst. Privatsphäre verändere sich. "Noch leben wir nicht in der Post-Privacy-Gesellschaft", so Plemling. "Wir sind gerade dabei erst zu definieren, was Privatsphäre eigentlich ist. Es ist ein Begriff, der oft vorausgesetzt wird, ohne darüber zu sprechen, was bedeutet er." Man könne in sozialen Netzwerken sehen, dass viele Leute unter Privatsphäre heute etwas anderes verstehen als noch unsere Eltern und Großeltern.

Pleimling betont, dass die Digitalisierung des Lesens auch Vorteile mit sich bringe, etwa "Social Reading". Soziale Netzwerke, in denen sich die User über Literatur unterhalten. Außerdem könnten Autoren auch mit ihren Lesern in Kontakt treten. "Social Reading" sei eine Chance, das Buch von seinem angestaubten Image wegzubringen.

Stiftung Warentest: Amazon zeigt Mängel bei AGB
Bei einem Vergleich von Portalen zum Einkauf elektronischer Bücher hat Marktführer Amazon zwar gute Noten von Stiftung Warentest für sein Sortiment und den meisten Nutzungskomfort eingeheimst. Sehr deutliche Mängel bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) kosteten Amazon jedoch den ersten Platz, wie die Zeitschrift "test" am 26. September 2013 aus ihrer Oktober-Ausgabe berichtete. Auf dem ersten Platz landeten zwei deutsche Anbieter: "Buecher.de" und "eBook.de".

Stiftung Warentest nahm zehn E-Book-Portale unter die Lupe. Das Einkaufen von Büchern funktionierte demnach bei allen, Preisunterschiede zwischen den Portalen gibt es nicht. Die elektronischen Bücher kosten meistens zehn bis zwanzig Prozent weniger als die gedruckten Ausgaben.

Unterschiede gab es hingegen beim Umfang des Sortiments, beim Komfort bei Kauf und Nutzung sowie beim Datenschutz. Richtig überzeugen konnte den Testern zufolge hier kein Anbieter. Sechs Mal vergaben sie die Note befriedigend, drei Mal ausreichend und einmal sogar mangelhaft.

Das breiteste Sortiment haben laut "test" Apple und Amazon, am schmalsten ist es dem Test zufolge bei Google und dem kanadisch-japanischen Buchhändler Kobo. Beim Portal der Telekom, "PagePlace", ist zwar das Angebot an aktueller Belletristik klein, dafür bietet es laut "test" die meisten Zeitungen und Zeitschriften.

Einschränkungen bei der Nutzung gibt es bei den E-Book-Portalen von Amazon und Apple, weil die E-Books nur mit den jeweils eigenen Geräten und Apps gelesen werden können. Bei allen anderen Portalen können die Nutzer leichter zwischen Anbietern wechseln oder Bücher von verschiedenen Portalen auf einem Lesegerät kombiniert werden.

Datenschutz lässt meisten zu Wünschen übrig
"eBook.de" sei beim Umgang mit Nutzerdaten vorbildlich, erklärten die Tester. Die Lese-Apps sendeten keine unnötigen Daten und bei den AGB gebe es keine Mängel. Generell gäben die Portale beim Thema Datenschutz ein trauriges Bild ab. Keiner schließe in der Datenschutzerklärung aus, die Nutzerdaten für Werbung oder andere Zwecke zu verwenden oder weiterzugeben. Eine Analyse der Apps habe ergeben, dass etliche Programme eindeutige Daten über den Nutzer, sein Nutzungsverhalten und sein Gerät an den Anbieter senden.

Bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen leisten sich den Testern zufolge neben Amazon auch Apple, Kobo und Sony deutliche oder sehr deutliche Mängel. Portale mit Sitz in Deutschland zeigen laut "test" höchstens geringe Mängel bei den AGB.

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3sat ist mit einem eigenen Stand auf der Frankfurter Buchmesse und bietet viele interessante Gespräche und Sendungen von dort.
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