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Rasierklinge Lupe
Bis zu 5000 Mädchen sind derzeit in Deutschland von Beschneidung bedroht
Hilfe für die Opfer
Klinik für Frauen mit Genitalverstümmelung eröffnet
Das "Desert Flower Center" im Berliner Stadtteil Zehlendorf bietet beschnittenen Frauen eine chirurgische und psychologische Rundumbetreuung.
In dem im September 2013 eröffneten Zentrum wird den Frauen eine ganzheitliche Betreuung angeboten. Für die Behandlung stehen Chirurgen sowie Seelsorger, Psychologen und Sozialarbeiter bereit. "Das 'Desert Flower Center' hilft, nicht nur Schmerzen zu lindern", sagte der Berliner Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) bei der Eröffnung. Es gebe den Mädchen und Frauen auch ein Stück Würde, Lebensfreude und selbstbestimmte Sexualität zurück. Zehn Frauen wurden bereits erfolgreich rückoperiert, 24 sind dort in Behandlung.

Schirmherrin des "Desert Flower Centers" ist die aus Somalia stammende Menschenrechtsaktivistin Waris Dirie. "Mit dem Zentrum ist ein Traum wahr geworden", sagte das Ex-Model bei der Eröffnung des Zentrums. "Damit können wir viele Afrikanerinnen glücklich machen."

Sichtlich bewegt appellierte Dirie an Politiker, Ärzte und andere Unterstützer, weltweit im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung nicht aufzugeben. "Ich bin Mutter, Ehefrau, Schwester. Wir alle dürfen solche Verbrechen nicht weiter zulassen", sagte Dirie. Seit Tausenden von Jahren gebe es dieses Ritual. Es sei an der Zeit dies zu ändern, forderte die heutige UN-Sonderbotschafterin.

Sie kündigte an, gemeinsam mit der "Desert Flower"-Stiftung weitere Zentren vor allem auch in Afrika zu eröffnen. Erste Zusagen gibt es nach Angaben der Stiftung aus Kenia, aber auch aus Ägypten und der Schweiz. Dirie war als Dreijährige selbst genitalverstümmelt worden. Ihre Erlebnisse beschrieb sie in dem Bestseller und gleichnamigen Film "Wüstenblume".

Vulva abgeschnitten, verstümmelt oder zugenäht
Frauen, die genitalverstümmelt wurden, haben meist Schmerzen beim Toilettengang und beim Geschlechtsverkehr. Die Geburt eines Kindes kann nicht nur qualvoll sein, sondern auch im schlimmsten Fall zum Tode von Mutter und Kind führen. Je nach Ritus werden Teile der Vulva abgeschnitten, verstümmelt oder zugenäht.

Angaben der Vereinten Nationen zufolge gibt es weltweit 125 Millionen Frauen, die Opfer von Genitalverstümmelung wurden. Die meisten leben in afrikanischen oder arabischen Ländern. In Deutschland sind laut der Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes" weit mehr als 24.000 Frauen betroffen. Bis zu 5000 Mädchen sind akut in Gefahr, beschnitten zu werden. Um sie vor einer drohenden Genitalverstümmelung zu schützen, hat die Organisation gesetzlich verbindliche Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und eine Lockerung der Schweigepflicht für Kinderärzte gefordert.

Genitalverstümmelung
Der Schmerz reist mit
In Deutschland leben 24.000 von Genitalverstümmelung betroffene Frauen und 4000 bis 6000 gefährdete Mädchen, so die Organisation "Terre des Femmes".