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Aufgrund der speziellen Bauweise klingt die Mainzer Orgel wie eine Panflöte
Alte Klänge mit neuem Leben
Bereits die alten Römer spielten auf Orgeln
Einer Archäologin und einem Orgelbauer ist es gelungen, zwei antike Orgeln in zuvor noch nicht errreichter Präzision nachzubauen.
Im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz sind die Nachbauten ausgestellt. Die Nachbildungen einer tragbaren römischen Orgel beruhen auf dem Fund eines antiken Instrumentes aus Budapest. Nicht nur der Bau der Orgeln, auch die verwendeten Materialien entsprechen dem Original.

Wie stark sich die Orgeltechnik verändert hat, musste auch der Orgelbauer Michael Zierenberg feststellen: "Für mich als Orgelbauer ist es natürlich eine Herausforderung, so ein Projekt anzunehmen, zumal die Bauart bei beiden Instrumenten, die wir rekonstruiert haben, mit dem heutigen Orgelbau gar nichts mehr zu tun hat."

Die 52 Pfeifen der Orgeln sind, wie bei dem Original, gedackt, also auf der Oberseite verschlossen. Dadurch entsteht ein Klang, der sehr stark an eine Panflöte erinnert. Wie bei einer Panflöte wird auch bei einer Orgel der Ton mit Hilfe von Luft erzeugt. Ein Blasebalg pumpt die Luft in die Pfeifen. In welche Pfeifen die Luft strömt, steuern die Register der Orgel. Die beiden Nachbildungen verfügen über vier Register, moderne Orgeln können bis zu 100 Register haben.

Orgeln spielten schon vor 2000 Jahren im Kolosseum in Rom bei Gladiatorenkämpfen, um die Kämpfer anzufeuern. Wo diese Orgel im Kolosseum stand und wie groß sie war, ist nicht bekannt.

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