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In immer mehr Läden kann man viele Güter, etwa auch Werkzeuge ausleihen
Nicht alles besitzen
Immer mehr Menschen teilen sich Konsumgüter
Freie Autositze, herumliegende Bohrmaschinen, zustaubende Waffeleisen: "Gemeinschaftlicher Verbrauch" von Konsumgütern ist ein Anfang, um Ressourcen zu schonen.
Das haben Holger Rohn vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie und Katharina Istel vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) in ihrer Studie "Nutzen statt besitzen!" herausgefunden.

"Mit Nutzen statt Besitzen lässt sich sicherlich nicht das Klima retten oder gar das ganze Thema der Ressourceneffizienz und Ressourcenschonung bewerkstelligen", so Rohn. Doch dadurch, dass der Nutzen eines eines Produktes oder einer Dienstleistung hinterfragt werde, sei ein erster Schritt zu kritischem Konsum. Man müsse genau schauen, ob es sich zusätzlichen Konsum handelt oder ob wirklich Ressourcen eingespart werden, sagt Istel. Die Frage sei, ob man nur Geld spare und es woanders ausgebe oder ob jemand tatsächlich weniger Neuware kaufe.

Leihläden müssen "hip" sein, um sich zu etablieren
Bei vielen Gegenständen wäre es viel einfacher, teilte man sie, meinen Vertreter der "Collaborative Consumption"-Bewegung. In Deutschland hat sich die Idee des Teilens bislang allerdings noch nicht so durchgesetzt wie in den USA, sagte Zukunftsforscher Peter Wippermann vom Trendbüro Hamburg.

Dabei werde das Teilen in den nächsten Jahren erheblich zunehmen, erwartet Wippermann. Das liege an drei Faktoren: Durch das Internet sei es wesentlich einfacher geworden, Kommunikationsplattformen aufzubauen. Bislang entstanden so etwa Mitfahrgelegenheiten, Carsharing- und Couchsurfing-Angebote. Zweitens sei es ökonomisch sinnvoll, sich nicht alles selbst kaufen zu müssen. "Da spart man schlichtweg Geld."

Drittens sei das gemeinsame Nutzen von Dingen mittlerweile ein "Fashionstatement" - weshalb es nicht verwundere, dass Leihläden in Szenevierteln wie dem Berliner Prenzlauer Berg eröffnen. "Das ist ein Teil der Jugendkultur". Dementsprechend hip müssen auch Leihläden sein, wollen sie sich durchsetzen. "Ist das Ausleihen ein Zeichen von Verarmung, wie es etwa in Leihhäusern der Fall ist, setzt sich das nicht in der Gesellschaft durch."

In den USA gebe es einen Boom von "Celebrity"-Läden, in denen die obere Klasse sich das Ballkleid für den Abend ausleihe. Die "Sharing Economy" aus den USA schwappe nun langsam nach Deutschland hinüber. "Die Sharing-Idee wird zunächst in den Großstädten ausgebildet, kommt dann langsam in die Kleinstädte und dann ins flache Land", so Wippermann. Grundansätze dieser Kultur seien in Deutschland jedoch schon allgegenwärtig: Catering zum Beispiel sei im Prinzip nichts anderes, als sich die Dienste eines Koches zu leihen.

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