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"Sandy" überflutete New York - etwa die Straßen im Stadtteil "Lower East Side"
"Sandy" ist auf Ostküste der USA geprallt
Das öffentliche Leben in den Metropolen steht still
Der Wirbelsturm "Sandy" hat die Ostküste der USA mit voller Wucht getroffen. Noch ist nicht ganz klar, wie schlimm die Bilanz sein wird.
Nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN starben in Folge des Monstersturms mehr als ein Dutzend Menschen, unter ihnen mehrere Kinder. An der Küsten kam es zu katastrophenartigen Zuständen mit heftigem Regen und Überflutungen. In einem Atomkraftwerk im Bundesstaat New Jersey gab es Hochwasser-Alarm. Millionen Menschen waren ohne Strom. In New York setzten Fluten viele U-Bahn-Schächte unter Wasser.

Wie CNN am Morgen des 30. Oktober 2012 meldete, traf ein Ast nach Polizeiangaben im US-Staat Pennsylvania einen achtjährigen Jungen und tötete ihn. Zuvor waren schon bei New York zwei Kinder in einem Haus von einem herabstürzenden Ast erschlagen worden. Nach Angaben der Behörden spielten die beiden im ersten Stock des Hauses im Landkreis Westchester, als der große Ast das Dach durchschlug und die Kinder unter sich begrub. Auch im New Yorker Stadtteil Queens durchschlug ein Ast das Dach eines Holzhauses und tötete einen 29-jährigen Mann.

Das öffentliche Leben in Millionenmetropolen wie New York, Washington und Philadelphia kam zum Erliegen. Laut CNN waren 6,5 Millionen Menschen in mehreren US-Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington von Stromausfällen betroffen. In einem New Yorker Umspannwerk gab es eine Explosion. Bilder zeigten einen gewaltigen Feuerball aus der Anlage in der Lower East Side von Manhattan am späten Abend des 29. Oktober. Von Verletzten wurde zunächst nichts bekannt.

Die Nahverkehrssysteme sowie Schulen, Behörden, Theater, Büchereien, Parks und zahlreiche Restaurants und Geschäfte blieben vielerorts geschlossen. Auch die Vereinten Nationen und die Börse an der Wall Street in New York blieben zu. In das geschlossene U-Bahn-System der Millionenmetropole drang der Verkehrsbehörde MTA zufolge Wasser ein. Windböen peitschten durch die Stadt, immer wieder waren Sirenen zu hören.

Die Schäden bewegen sich in Milliardenhöhe
Nach einer ersten Expertenschätzung könnte Wirbelsturm "Sandy" an der US-Ostküste Gesamtschäden von bis zu 20 Milliarden US-Dollar angerichtet haben. Diese Zahl nannte der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Eqecat in der Nacht zum 30. Oktober 2012 in Oakland. Allerdings war das Unwetter zum Zeitpunkt der Schätzung noch nicht vorbei.

Nach Angaben des US-Hurricane Centers erreichte das Auge des Wirbelsturms am Abend des 29. Oktober 2012 (Ortszeit) die Küste im Bundesstaat New Jersey nahe der Spielermetropole Atlantic City. Teile der Strandpromenade wurden beschädigt. Dann wirbelte der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde an der US-Ostküste entlang.

Wetterexperten befürchteten, dass "Sandy" später im Nordosten auf einen Wintersturm treffen könnte. Diese Kombination könnte dann zum schwersten Unwetter seit Jahrzehnten führen.

In New York hatten fast 400.000 Menschen in tiefer gelegenen Gebieten der Metropole schon vor dem Sturm ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen. Tausende Flüge an die US-Ostküste - auch von und nach Deutschland - wurden gestrichen. Am 30. Oktober 2012 wurden in Frankfurt am Main erneut Flüge in die USA annuliert.

"Sandy" drängt sich mitten in US-Wahlkampf
Der Sturm wirkte sich bereits auf den Endspurt zur US-Wahl am 6. November aus. Sowohl Präsident Barack Obama als auch sein Herausforderer Mitt Romney sagten mehrere Termine ab. Obama kehrte von einer Wahlkampftour in Florida nach Washington zurück und rief die Bevölkerung eindringlich dazu auf, den Anweisungen der Behörden zu folgen. "Dies wird ein großer und mächtiger Sturm", warnte er im Weißen Haus. Er machte aber auch Mut: "Wir werden das zusammen überstehen." Obama rief für Washington und New York sowie für die Bundesstaaten Maryland, Massachusetts und Delaware den Notstand aus.

Bei einer dramatischen Rettungsaktion brachten zwei Hubschrauber der US-Küstenwache 14 Besatzungsmitglieder des Filmschiffs "Bounty" in Sicherheit. Eine Stunden später geborgene Frau starb. Der Kapitän des Schiffes wurde zunächst weiter vermisst. Der aus dem Hollywood-Klassiker "Die Meuterei auf der Bounty" von 1962 bekannte Großsegler war etwa 150 Kilometer südöstlich von North Carolina in Seenot geraten und aufgegeben worden. Sturm "Sandy" hatte bereits auf dem Weg durch die Karibik mehr als 65 Menschen in den Tod gerissen.

Gast
VideoZum Thema sprachen wir am 30. Oktober 2012 mit dem stellvertretenden Direktor des Instituts für Meteorologie und dem Leiter der Arbeitgemeinschaft Klimadiagnostik und meteorologische Extremereignisse, Prof. Uwe Ulbrich von der Freien Universität Berlin.
Glossar
Hurrikan
Ein tropischer Wirbelsturm wird im westlichen Atlantik und im östlichen Pazifik "Hurrikan" genannt, im westlichen Pazifik "Taifun" und im Indischen Ozean "Zyklon".
Glossar
Saffir-Simpson-Skala
Hurrikane werden nach der Saffir-Simpson-Skala je nach Intensität in Kategorien von 1 bis 5 eingestuft. Merkmale sind Windgeschwindigkeit und die Zerstörungskraft.
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