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Die Themen der Sendung
2. September 2014
Loveparade Video
Von hinten wollten Menschen hinein und in der Mitte lauerte schon der Tod
Zu viele Besucher wurden zum Verhängnis
Schweizer Forscher: Eine "Panik" war es nicht
Ursache der Loveparade-Katastrophe sei die zu große Besucherdichte gewesen, sagt der Zürcher Soziophysiker Prof. Dirk Helbing.
Stolpere hier jemand, könne es auch ohne Panik zu einem "Dominoeffekt" kommen. "In den Videos von der Loveparade sieht man, dass der ganze untere Bereich der Eingangsrampe zum Festivalgelände davon betroffen war." Nur wenige Menschen hätten Panik gezeigt.

Auch der Berliner Katastrophenforscher Martin Voss meint: "Bei näherem Blick ist viel solidarischeres Verhalten zu erkennen als zunächst vermutet." Gerade in der Medienberichterstattung wie etwa zur Duisburger Love-Parade werde der Anschein erweckt, als ob sich Menschen bei Katastrophen wie Tiere benähmen. Er kritisierte die öffentlich vermittelten Zerrbilder von Katastrophen: "Panik ist eher ein Randphänomen und taucht bei weitem nicht so oft auf wie wir meinen."

21 Menschen starben, 541 wurden verletzt
Die Loveparade in Duisburg am 24. Juli 2010 endete in einer Katastrophe. Bei dem Unglück und in den Tagen danach starben 21 Menschen, 541 Menschen wurden verletzt. Zu dem Festgelände an einem stillgelegten Güterbahnhof gab es nur einen einzigen Zugang, der durch einen Straßentunnel unter den Bahngleisen von zwei Seiten aus zu erreichen war. Er diente gleichzeitig als Ausgang. Dort trafen am späten Nachmittag Massen von Techno-Fans aufeinander; es entstand eine so unerträgliche Enge, dass Menschen zerquetscht und totgetreten wurden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 17 Beschuldigte, darunter elf Mitarbeiter der Duisburger Stadtverwaltung, fünf Mitarbeiter des Loveparade-Veranstalters Lopavent sowie ein Polizeibeamter. Der Duisburger Ex-Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) und Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller gehören nicht zu den Beschuldigten. Bislang wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft 3370 Zeugenaussagen ausgewertet.

Evakuierungsassistent
Auf der Flucht
Per Computer sagen Dr. Armin Seyfried und Maik Boltes voraus, wie Menschen sich bewegen - und wie sie schnell evakuiert werden könnten.
Literatur
Helbing D, Mukerji P (2012) Crowd disasters as systemic failures: analysis of the Love Parade disaster. EPJ Data Science 1:7
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