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Die Nähe in Sportgruppen kann Übergriffe begünstigen
Mehr Missbrauchsfälle
Erwachsene sind für das Thema jedoch sensibilisiert
Die erfassten Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern haben nach der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) in Deutschland für 2011 erneut zugenommen.
Die Zahl erhöhte sich um 4,9 Prozent auf 12.444 Taten. In diesem Deliktsbereich müsse allerdings nach wie vor von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. "Wir beobachten, dass die Kinder immer jünger sind", schildert Christine Raupp von der Beratungsstelle "Wildwasser e.V.". "Das bedeutet nicht, dass sie früher missbraucht werden, sondern dass Erwachsene das früher wahrnehmen."

Die Verbreitung von Kinderpornografie durch das Internet habe das befördert, glaubt Raupp. "Man kann in diesem Bereich viel Geld verdienen. Noch schlimmer ist es für die Opfer zu wissen, dass das für das ganze Leben durch die Welt geht." Dramatisch zugenommen hat demnach der Besitz und die Beschaffung von Kinderpornografie. Hier sei ein Plus von 23,3 Prozent auf 3896 Fälle registriert worden. Dagegen habe die Verbreitung pornografischer Schriften um 0,6 Prozent auf 8724 Fälle abgenommen. Die Verbreitung pornografischer Schriften über das Internet sei um 2,1 Prozent auf 5168 Fälle zurückgegangen.

Kein Maßnahmenkatalog gegen Missbrauch geplant
Der Bundesbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, plant keinen konkreten Maßnahmenkatalog zur besseren Bekämpfung von Übergriffen. Das stellte der Bundesbeauftragte in einer Pressemitteilung klar. Ziel sei es vielmehr, dass Einrichtungen vor Ort konkrete Maßnahmen selbst entwickeln und anwenden.

Zuvor hatten Medien berichtet, Rörig handele mit 20 Dachverbänden wie der Deutschen Bischofskonferenz, dem Arbeitskreis der Internate oder der Arbeiterwohlfahrt entsprechende Vereinbarungen aus. Darin verpflichteten sich die Mitglieder dieser Verbände, konkrete Regeln im Umgang mit Kindern und Jugendlichen einzuhalten.

Der Beauftragte stellte weiter klar, er plädiere auch nicht für ein pauschales Facebook-Verbot zwischen Lehrern und Schülern. Im Hinblick auf die gebotene Trennung von privaten und dienstlichen Kontakten sollten Lehrer jedoch Freundschaftsanfragen von ihnen anvertrauten jungen Menschen grundsätzlich ablehnen.

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