Junge spielt Gitarre Lupe
Monheimer Kindertagesstätten binden Eltern und die Gesellschaft mit ein
Im sozialen Brennpunkt
Projekt "Monheim für Kinder" bindet die Eltern ein
Das Modellprojekt "Mo.Ki - Monheim für Kinder" fördert in fünf Kindertagesstätten Kinder und Eltern in einem sozialen Brennpunkt der niederrheinischen Stadt.
Die Nähe zu den Eltern sei gewachsen, Erzieherinnen lernten Sprachen und muslimische Eltern seien in die Arbeit eingebunden worden, teilte die Bertelsmann-Stiftung mit. "Mo.Ki" arbeite im Berliner Viertel von Monheim, dort lebe etwa ein Viertel der Bevölkerung. Jedes vierte Kind in dem Viertel sei von Sozialhilfe abhängig, ein Drittel der Bewohner seien Ausländer.

Von 2000 bis 2001 hatte sich die Zahl der Hilfen zur Erziehung wie ambulante Unterstützung bei Erziehungsproblemen oder Heimunterbringung verdoppelt. Um betroffene Familien frühzeitig zu erreichen, wurde 2002 das Projekt aus der Taufe gehoben. Beteiligt sind fünf Kitas, darunter eine katholische und eine evangelische Einrichtung, zwei der Arbeiterwohlfahrt und eine der Stadt.

Aufgabe des Projekts sei es, Familien zu unterstützen sowie Eltern zu stärken und zu fördern. Angebote seien Projekte wie "Fitkids - gesunde Ernährung" oder "Rucksack - Sprachförderung für Erwachsene", gemeinsame Weiterbildungen und Deutschkurse der Volkshochschule für Eltern in den Kitas. Kinder erhielten ihre Sprach- oder Bewegungstherapien im Kindergarten. Damit sollen Eltern entlastet werden. "Mo.Ki" koordiniere zudem Kontakte zur sozialpädagogischen Beratung, zu Kinderärzten und gesellschaftlichen Gruppen.

Inzwischen etablierte sich "Mo.Ki" zum Vorzeigeprojekt: "Manche Kitas, die bisher milde lächelnd auf das Berliner Viertel gesehen haben, fühlen sich heute fast schon zurückgesetzt und wollen nachziehen", sagte Jürgen Otto von der Arbeiterwohlfahrt.

Das Modellprojekt erhielt den Präventionspreis
"Monheim für Kinder" hat den Deutschen Präventionspreis 2004 gewonnen. "Monheim für Kinder ist ein Vorzeigeprojekt", sagte seinerzeit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). "Es zeigt: Durch frühzeitige Gesundheitsförderung kann man viel bewegen." Neben dem Elternhaus müssten Kinder schon im Kindergarten und in der Schule richtige Ernährung lernen. Außerdem sollten Kinder sich wieder mehr bewegen. "Inzwischen ist jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche übergewichtig."

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