Junger Mann im Arbeitsamt Video
Nach dem Abschluss finden sich viele junge Menschen im Arbeitsamt wieder
Null Chance auf Job
Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa sehr hoch
Fast jeder zweite Spanier unter 25 Jahren ist arbeitslos. Im gesamten Euroraum liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 21,3 Prozent.
In Griechenland und Spanien war mehr als jeder zweite dieser Altersgruppe ohne Arbeit. Im Februar 2012 waren in der EU 5,46 Millionen Menschen unter 25 Jahren ohne Job - sie machen mehr als ein Fünftel aller Arbeitslosen aus. 22,4 Prozent der Jungen hatten EU-weit keinen Job.

"Wenn sich die Perspektiven für Menschen mit guter Bildung verschlechtern, fragt sich die nachwachsende Generation natürlich: 'Warum soll ich mich ausbilden?'", sagt Holger Bonin vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung.

Wirtschafsförderer sehen dafür mehrere Gründe:

  • Der gute Kündigungsschutz lässt Unternehmen zögern, neue Mitarbeiter einzustellen - Junge brauchen Jahre, um in Unternehmen zu kommen.
  • Ein duales Ausbildungssystem mit Berufsschule und Betrieb gibt es oft. So lernen junge Menschen nicht das, was die Unternehmen suchen.
  • Durch die Finanzkrise sind viele Stellen entfallen. Geld für Fortbildungen fehlt.

Die geringste Jugendarbeitslosigkeits-Quote (8,2 Prozent) hat Deutschland, gefolgt von Österreich und den Niederlanden. Das höre sich nur auf dem ersten Blick gut an, meint Susanne Wingertszahn, Jugendsekretärin beim Deutschen Gewerkschaftsbund. "Das Problem ist, dass die Jugendarbeitslosigkeitstatistik nur einen kleinen Ausschnitt gibt. Wir haben eine große Anzahl atypischer Beschäftigungsformen: Junge Menschen arbeiten ungewollt in Teilzeit, für Niedriglöhne in Minijobs. Deren Anteil hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Ungefähr ein Drittel aller unter 25-Jährigen arbeitet in atypischen Beschäftigungsformen."

Arbeitslosigkeit im Euroraum auf Rekordstand
Im Dezember 2011 betrug die gesamte Arbeitslosenquote in den 17 Eurostaaten 10,4 Prozent - und war damit so hoch wie seit 1998 nicht mehr, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Im Gesamtjahr 2011 blieb die Quote im Vergleich zum Vorjahr mit 10,1 Prozent stabil.

Nach Angaben von Eurostat waren in den Euroländern im Dezember 16,47 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das sind 751.000 Männer und Frauen mehr als im Dezember 2010 und 20.000 mehr als im November. Eurostat revidierte die Zahlen für den November von 10,3 auf 10,4 Prozent nach oben. In den 27 Ländern der Europäischen Union waren im Dezember 23,8 Millionen Menschen ohne Job. Die Quote betrug wie im Vormonat 9,9 Prozent.

Die niedrigste Arbeitslosenrate hatte im Februar 2012 Österreich mit 4,2 Prozent, gefolgt von den Niederlanden (4,9 Prozent), Luxemburg (5,2 Prozent) und auf vierter Stelle Deutschland (5,7 Prozent). Am stärksten wirkte sich die Krise in Spanien aus: Dort lag die Arbeitslosenquote bei 22,9 Prozent. Für Griechenland werden 19,2 Prozent ausgewiesen.

Die von Eurostat ermittelten Werte können wegen unterschiedlicher Berechnungsmethoden von den Zahlen abweichen, die in den einzelnen Mitgliedstaaten veröffentlicht werden. Die Angaben zu den Ländern sind nach Ansicht von Fachleuten aber untereinander vergleichbar.

Mediathek
VideoZum Thema sprachen wir am 11. Mai 2012 mit dem Darmstädter Soziologen Prof. Michael Hartmann.
makro vom 23. Februar 2012
Plan B für Europas Jugend
Mit sparen allein kommt Europa nicht auf die Beine. Die Menschen in den Krisenländern brauchen eine Wachstumsperspektive, um nicht in Depression zu versinken. Ganz besonders gilt das für Europas Jugend.
12. bis 15. Mai 2012
Treffen der Empörten
Vom 12. bis 15. Mai 2012 gibt es in Spanien ein landesweites "Treffen der Empörten" anlässlich des einjährigen Bestehens der Jugendprotestbewegung in Spanien.
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