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Schweine Video
Um den Schweinefleisch-Hunger zu stillen, läuft die Zucht quasi im Akkord
Fleisch wie am Fließband
1,6 Millionen Tonnen Schweinefleisch exportiert
6000 Ferkel erzeugt ein mittelgroßer Schweinezuchtbetrieb im Jahr. "Wir produzieren die Ferkel im Vier-Wochen-Rhythmus", schildert Berthold Steenkamp.
Dazu setzen die Züchter oft auf künstliche Besamung. "Wir wissen genau, was die Tiere leisten können, und man kann davon ausgehen, dass die Leistungen immer sehr kontinuierlich und gleichbleibend sind", so Steenkamp.

Deutschland liefert das Fleisch für die Welt
Schlachthof Video
Laut dem Vegetarierbund isst jeder Deutsche in seinem Leben 1094 Tiere
Der Fleisch-Export aus Deutschland ist in zehn Jahren um 250 Prozent auf 3,7 Millionen Tonnen (2010) gestiegen. Das geht aus der Antwort des deutschen Agrarministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. Demnach wuchs seit 2001 die Ausfuhr von Schweinefleisch mit 1,6 Millionen Tonnen auf mehr als das Dreifache. Der Außenhandel mit Geflügel stieg von 155.000 auf 393.000 Tonnen.

Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) sagte: "Die Zunahme des Fleischkonsums verläuft parallel zur Zunahme der Weltbevölkerung." Vor allem in Schwellenländern mit wachsendem Wohlstand änderten sich die Essgewohnheiten rapide. Aigner: "Wir können weder das Bevölkerungswachstum stoppen, noch anderen Staaten den Speiseplan diktieren." Sehr wohl aber könne Deutschland auf internationaler Ebene mithelfen, eine nachhaltige Produktion durchzusetzen.

Scharfe Kritik an der "aggressiven Exportstrategie der Bundesregierung" kam auch vom Vorsitzenden des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. "Das Fleisch geht in den Export, die Gülle bleibt hier", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Mit Blick auf die hohe Belastung des Grundwassers forderte er: "Die Industrie muss die Folgekosten ihrer Produktion zahlen und darf sie nicht auf die Allgemeinheit abwälzen."

Deutsche essen im Leben mehr als 1000 Tiere
Fleischerverbrauch und -konsum in der Welt
Verbrauch tatsächlich verzehrt
weltweit 42,0 34,0
Deutschland 90,1 62,0
Österreich 99,7 66,3
Schweiz 78,5 55,4
Angaben in Kilogramm pro Jahr 
Nach Angaben des Vegetarierbundes Deutschland isst jeder Deutsche in seinem Leben 1094 Tiere: 4 Kühe und Kälber, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Truthähne, 46 Schweine und 945 Hühner. Hinzu kommen Fische und andere Meerestiere. Der weltweite Durchschnitt liegt weit darunter: bei 34 Kilogramm Fleisch. In den Vereinigten Staaten, die zu den Ländern mit dem höchsten Fleischverbrauch gehören, wurden 119 Kilogramm verzehrt.

Niedersachsen ist Schweineland Nummer eins
Niedersachsen ist das Schweineland Nummer eins in Deutschland. 8600 Landwirte halten 8,3 Millionen Schweine - dies sind knapp ein Drittel des deutschen Bestands, wie der Landesbauernverband in Hannover mitteilt. Bei 565.000 der Schweine handelt es sich um Zuchtsauen, die nicht der Fleischerzeugung dienen. Der Schwerpunkt der niedersächsischen Schweinehaltung liegt in der Weser-Ems-Region. Einige der Schlachtbetriebe exportieren bis zu 50 Prozent ihres Schweinefleisches, vor allem in EU-Länder. Neuere Märkte für niedersächsisches Schweinefleisch sind Russland und Südkorea.

Tönnies bleibt Deutschlands größte Fleischfabrik
Das Unternehmen von Schalke 04-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies bleibt die größte Fleischfabrik Deutschlands. Nach einer im September 2010 vorgestellten Rangliste der "Allgemeinen Fleischer Zeitung" erreichte Tönnies-Fleisch in Rheda-Wiedenbrück 2009 einen Umsatz von rund 4 Milliarden Euro und verwies damit die auf Geflügel spezialisierte PHW-Gruppe (Marke Wiesenhof) mit einem Umsatz von 2,03 Milliarden Euro klar auf Platz zwei. Die Tönnies-Betriebe schlachteten 2009 allein 13,2 Millionen Schweine und 300.000 Rinder.

Das größte Fleischwerk des Handels betreibt der Zeitschrift zufolge Kaufland/Lidl in Neckarsulm vor Brandenburg, dem Rewe-Betrieb in Frankfurt am Main. Größter Filialbetrieb bleibt Vincenzmurr aus München mit 290 Geschäften.

Fleischproduktion
Hauptsache, billig
"Viele Bauern leiden darunter, dass ihre ethischen Ansprüche gegenüber Tieren und Natur im Widerspruch zum Markt stehen", sagt Agraringenieurin Maren Heincke.
nano spezial
Wie viel Fleisch verträgt die Welt?
Massentierhaltung bringt Nachteile mit sich, sie schadet unter anderem dem Klima. Eine Alternative zum herkömmlichen Fleisch könnten in der Zukunft Insekten sein.
makro
Schlachten im Akkord
Der Norden Deutschlands ist das Herz der deutschen Fleischindustrie. Nirgendwo sonst in Westeuropa wird so billig produziert wie hier. Das geht nur mit Billigarbeitern aus Osteuropa.
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