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Schlachten Video
Egal wie: Bisherige Methoden, Hühner zu töten, lassen die Tiere leiden
Kein schöner Tod
Auch bei Kohlendioxid sterben Hühnen unter Stress
Betäube man Hühner mit Kohlendioxid statt mit Strom, verringere das das Leiden nicht wesentlich, meint Prof. Jörg Hartung von der Tierärztlichen Hochschule Hannover.
Bei Schweinen sei das bereits untersucht: In den ersten 15 Sekunden komme es teils zu "erheblichen Abwehrreaktionen"; die Tiere schütteten Stresshormone aus. Bei Hühner sei das zwar noch nicht so genau untersucht, aber "man kann davon ausgehen, dass dort ganz ähnliche Erscheinungen für die Tiere auftreten."

Hühnerfarmen: automatisiertes Brüten im Akkord
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Vom Nest bis zum Grill - alles ganz automatisch
"Die romantische Landwirtschaft wie vor 50 Jahren gibt es nicht mehr", sagt Geflügelfleischproduzent Paul-Heinz Wesjohann. Wo es sie noch gebe, handele es sich um Biohaltung: "Das ist natürlich viel teurer" und dafür müsse es auch einen Markt geben. "Wir produzieren, was der Kunde will." Maschinen wärmen und bewegen die Eier und sortieren unbefruchtete aus.

  • Für ein Kilogramm Hühnerfleisch benötigen Geflügelzüchter 1,6 Kilogramm Futter.
  • Bei Haltung nach Bionorm der Europäischen Union wäre die hundertfache Fläche notwendig.
  • Der Kilogrammpreis für Hühnerfleisch liegt bei konventionellem bei 4 Euro, bei Bioaufzucht zwischen 10 und 15 Euro.

EU vereinbart Mindeststandards für die Aufzucht
Die EU-Landwirtschaftsminister haben sich 2007 auf einheitliche Mindeststandards für die Aufzucht von Masthähnchen geeinigt. Nach der Vereinbarung dürfen in Hähnchenställen maximal 42 Kilogramm Lebendgewicht pro Quadratmeter gehalten werden. Laut Tierschutzorganisationen entspricht das etwa 21 Hähnchen. Österreich lehnte den nach zweijährigen Verhandlungen von der deutschen Ratspräsidentschaft herbeigeführten Kompromiss als unzureichend ab, wurde aber überstimmt.

Während der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) die Entscheidung begrüßte, sprach die Tierschutzorganisation Gaia von einer "verpassten Gelegenheit". "Bis zu 21 Tiere pro Quadratmeter - das begreift jedes Kind, das das dem Wohlbefinden der Tiere zuwiderläuft", sagte Ann Degreef. Besonders Frankreich, Polen und Belgien hätten sich strikteren Standards widersetzt.

Dagegen erklärte Thomas Janning vom ZDG, die Regelung trage dem Tierschutz Rechnung. Sie sei "vernünftig und praktikabel". Zudem sei es unseriös, die vorgegebenen Gewichtsobergrenzen in eine bestimmte Anzahl Tiere umzurechnen, weil die Größe der Masthähnchen stark variiere. Janning wies auch darauf hin, dass Hähnchen anders als Legehennen in großen Ställen gehalten würden und deshalb mehr Bewegungsfreiheit hätten.

Nach den neuen EU-Vorgaben soll grundsätzlich eine Obergrenze von 33 Kilogramm pro Quadratmeter gelten. Werden bestimmte Vorschriften zur Belüftung der Ställe eingehalten, so darf die Besatzdichte jedoch auf 39 Kilogramm pro Quadratmeter erhöht werden. Bis zu 42 Kilo Hähnchen pro Quadratmeter sind Züchtern gestattet, in deren Ställen die Sterblichkeitsrate seit sieben Hähnchen-Generationen unter drei Prozent liegt und in denen seit mindestens zwei Jahren keine anderen gesundheitlichen Probleme festgestellt wurden. Laut ZDG werden diese Bedingungen von allen deutschen Züchtern erfüllt, da sie sich bereits 1999 einer freiwilligen Selbstverpflichtung unterworfen hätten. Auf einem Quadratmeter dürfen in Deutschland jetzt 39 Kilogramm Lebendgewicht kommen, bis 2010 waren es 35 Kilogramm.

Glossar
Geflügelwirtschaft
In Deutschland gibt es 13.000 wirtschaftlich nennenswerte Legehennenhalter mit mehr als 50 Hennen, darunter 4000 mit einem Bestand von 350 Tieren und mehr.
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