Arbeiter Video
Die Arbeit im Alter kann man so einrichten, dass sie nicht so stark belastet
Fit bis zur Rente
Forscher wollen falsche Belastungen verhindern
"Wir müssen die Erfahrung unserer älteren Mitarbeiter nutzen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen", meint BMW-Wirtschaftsingenieurin Sina Hattesohl.
Ältere Arbeitnehmer in der Produktion sollen das normale Rentenalter ohne Verschleißserscheinungen erreichen können.

Gesunde Arbeitplätze für Ältere im Betrieb
Mann vor Regal Video
Immer mehr Betriebe nutzen Wissen und Erfahrung älterer Kollegen gezielt
"Mit dem von uns entwickelten System stellt sich der Arbeitsplatz automatisch ohne das Zutun des Mitarbeiters optimal ein", schildert Jörg Egbers. Der Wirtschaftsingenieur von der Technischen Universität München hat im Projekt "Fit for Age" der Bayerischen Forschungsstiftung Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmer optimiert. Ein Erkennungssignal im Ausweis sorgt dafür, dass sich der Arbeitsplatz an die Körpermaße dessen anpasst, der an ihm arbeitet. So verhindern die Forscher ungesunde Körperhaltungen.

Eine Spezialbrille zeigt zusätzlich an, wann die Belastungsgrenze erreicht wird. "Wenn der Mitarbeiter einen Körperteil stark belastet, wechselt er den Arbeitsplatz", so Egbers.

"Bei älteren Mitarbeitern wollen wir erreichen, dass sie über die Ausgleichsübungen ihre Beschwerden ein klein wenig lindern können und aus der Zwangshaltung herauskommen", ergänzt Physiotherapeutin Daniela Arndt. Vor allem wolle man aber mit Ausgleichsübungen junge Mitarbeiter erreichen, damit sie gar nicht erst Beschwerden entwickeln.

"Ein älterer Arbeitnehmer kann virtuell arbeiten"
Virtueller Arbeitsplatz Lupe
Dortmunder Forscher entwickeln virtuelle Arbeitsplätze
Auch das Projekt "Mensch-Maschine-Kommunikation" am Institut für Arbeitsphysiologie der Uni Dortmund soll Arbeitnehmern helfen: "Es geht nicht darum, einen 'Opa-Arbeitsplatz' zu schaffen, sondern darum, ein möglichst breites Spektrum von Bedienern mit einer Mensch-Maschine-Schnittstelle interagieren zu lassen, ohne dass sie Probleme bekommen", erläutert Gerhard Rinkenauer. "Wir nehmen als Grenze die Schnittstelle, die der ältere Mensch bedienen kann." So sollen ältere Arbeitnehmer mit virtuellen Realitäten arbeiten.

"Diese virtuellen Welten, die wir zur Zeit basteln, passen noch nicht", so Rinkauener. "Entweder werden die falschen Information präsentieren oder es fehlen Informationen, die für uns wichtig sind." So nutzen Müllfahrer nicht die Monitore, die eigens für sie im Fahrzeug installiert worden sind. Sie verrenken sich lieber den Rücken, um Mülltonnen beim Einladen direkt zu beobachten.

Die Dortmunder Forscher entwickeln auch einen Datenhandschuh, der dem User zurückmeldet, was er tut: "Sobald Sie ein Objekt berühren oder anheben, wird diese Kraft, die dieses Objekt auf ihren Finger ausübt, zurückgemeldet. Sie haben dann das Gefühl, im virtuellen Raum mit realen Objekten zu agieren." Inzwischen lassen sich selbst schwerste Kisten mit einem Datenhandschuh bewegen, ohne dass der Anwender merkt, welche Massen er bewegt.

Bevölkerungspyramide
Arbeitgeber stellen sich auf die alternde Gesellschaft ein
Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe setzen auf Prävention, denn auch ihre Arbeitnehmer werden immer älter: Die Mitarbeiter sollen gesund bleiben und sich nicht verschließen. Wer wenig krank ist, regelmäßig zum Arzt geht und Gesundheitsangebote wie Rückentraining wahrnimmt, der wird belohnt.
nano spezial
Arbeitnehmer 50plus
Arbeitnehmer jenseits der 50 Jahre sind wirtschaftlich und gesellschaftlich ein großer Gewinn. Das zeigen immer wieder Beispiele aus kleinen Betrieben wie großen Unternehmen.