James Heckman Video
Der Nobelpreisträger James Heckman rechnet vor: Frühe Bildung lohnt sich
Früh fördern statt später draufzahlen
Nobelpreisträger James Heckman berechnet Bildung
Der US-amerikanische Ökonomie-Nobelpreisträger James Heckman hat ein weltweites Umdenken in der Bildungspolitik angeregt.
Einkommen der Eltern gering hoch
Ausgabe für das Kind pro Jahr 3900 Euro 10.300 Euro
Lesekompetenz (Pisa-Punkte) im Alter von 15 363 620
Lebenseinkommen 412.000 Euro 1,2 Millionen Euro

"Je länger wir mit der Förderung von Kindern warten, desto teurer wird es", sagte Heckman. Investitionen in frühkindliche Bildungsmaßnahmen zahlten sich auf lange Sicht gesehen viel stärker aus als Programme zur Förderung von Grundschulkindern oder gar Jugendlichen. "Wir müssen mehr in die frühen Jahre der Kinder investieren." Erhöhte Deutschland seine Bildungsausgaben pro Kind schon früh um zehn Prozent, kostete das von Kindheit bis Jugend 5400, brächte aber ein Mehr von 56.000 Euro im Lebenseinkommen, bei einem Kind von sechs Jahren noch 37.000.

"Wenn Sie Bildungs-Etats kürzen und bei Investitionen in die frühe Kindheit geizen, müssen Sie dafür langfristig die sozialen Kosten zahlen. Sie schieben Probleme auf, die in der Zukunft womöglich noch schlimmer werden." Zwar seien Förderprogramme für ältere Kinder nicht nutzlos, dafür aber wesentlich teurer. "Es kostet bis zu 40 Prozent mehr, die Kinder damit auf ein vergleichbares Niveau zu bringen", sagte Heckman.

Grundlage für diese Daten seien Studien aus den USA, die Ergebnisse ließen sich aber in ähnlicher Form auf Deutschland und ganz Westeuropa übertragen. Mangelnde frühkindliche Förderung wirke sich nicht nur auf schulische Leistungen, sondern auch auf die Gesundheit und das soziale Verhalten der Kinder aus.

nano spezial
Frühkindliche Bildung
Frühkindliche Bildung legt einen wichtigen Grundstein für den späteren Erwerb von Wissen. In Europa gibt es verschiedene Modelle für Betreuung und Ausbildung der Kleinsten.
Glossar
James Heckman
James J. Heckman entwickelte Standards für Methoden, mit denen Wirtschaftswissenschaftler das Verhalten von Menschen und Haushalten analysieren.