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Vielleicht werden sich auch bald Europäer daran gewöhnen, Insekten zu essen.
Insekten auf den Tisch
Kerbtiere gelten als Nahrungsquelle der Zukunft
Die Vereinten Nationen haben zum Verzehr von mehr Insekten aufgerufen, da die Kerbtiere eine wertvolle und umweltfreundliche Nährstoffquelle seien.
"Die Hauptbotsdchaft ist wirklich: Esst Insekten", sagte die Direktorin für Forstwirtschaft der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), Eva Müller, 2013. "Insekten sind zahlreich und eine wertvolle Quelle von Proteinen und Mineralien." Bereits zwei Milliarden Menschen äßen Insekten, weil diese "lecker und nahrhaft" seien.

Die Autoren einer FAO-Studie geben zu, dass Insekten im Westen ein Imageproblem hätten. "Der Ekel der Konsumenten in vielen westlichen Ländern bleibt eine der größten Barrieren für die Annahme von Insekten als brauchbare Quelle von Proteinen", heißt es. Doch sei dies nur eine Ernährungsgewohnheit, sagt der Entomologe Prof. Arnold van Huis von der Uni Wageningen. "Aber es ist schlicht irrational: Wenn Sie sich die Nährwerte anschauen, sind Insekten exzellentes Essen - vergleichbar mit Fisch, mit Schwein oder Rind." Sie schlagen daher vor, dass die Nahrungsmittelindustrie durch die Aufnahme von Insekten in Rezepten und Restaurants zu ihrer Akzeptanz beitragen könne. In einigen europäischen Restaurants fänden sich bereits "Käfer, Grashüpfer und andere Insekten" auf den Menüs.

Am meisten würden vom Menschen Käfer (31 Prozent), Raupen (18 Prozent), Bienen, Wespen und Ameisen (14 Prozent) sowie Grashüpfer und Grillen (13 Prozent) verzehrt. "Nicht jeder ist bereit, ein Insekt in den Mund zu schieben", gestand Müller. "Es wird wohl eine Weile dauern, doch einige Leute machen es bereits."

Mehlwurm-Kroketten statt Rumpsteak
Steige unser Fleischkonsum weiter wie bisher, "brauchen wir einen anderen Planeten, um genug Fleisch für uns zu produzieren", so van Huis. Experten schätzten, dass es 2030 unmöglich sei, Fleisch für uns alle herzustellen. "Nur die Priviligierten und die sehr reichen Leute werden Fleisch noch bezahlen können. Aber für die anderen wird es unmöglich sein, einfach weil wir nicht mehr genug Land haben werden, um diese Fleischmengen zu erzeugen."

Im Gegensatz dazu lassen sich auf relativ wenig Raum viele Insekten züchten. Die Wissenschaftler sehen viele Vorteile bei Mehlwürmen, Heuschrecken und Co.: Das wenige Futter, das die Larven benötigen, wandeln sie in Eiweiß um. "Den Mist bekommen die Obstbauern, aber auch die Marihuana-Züchter mögen ihn - das ist sicherlich besonders für die Niederlande", sagt Marian Peters vom Insektenzüchterverband Venik. "Die kommen und holen den Insektenmist, weil er einfach ein guter Dünger ist." Der Verein vertreibt inzwischen Produkte aus Insekten in niederländischen Supermärkten, etwa Mehlwurm-Kroketten. Die FAO rief auf, Insekten vermehrt als Futter für Tiere zu benutzen. Insbesondere die Larven der Soldatenfliege, der Hausfliege und des Mehlkäfers könnten Futterstoffe wie Mais oder Soja ersetzen.