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Strom ohne Kohlendioxid
Im Kraftwerk im norwegischen Hofte entsteht Energie aus osmotischem Druck
Saubere Energie aus dem Osmosekraftwerk
Strom gewinnen, wo Süß- auf Salzwasser trifft
Ein neues Kraftwerk in Skandinavien nutzt Süß- und Salzwasser: Die norwegische Prinzessin Mette-Marit hat am 24. November 2009 in der Nähe von Oslo das weltweit erste Osmose-Kraftwerk eröffnet.
Mit der Pilotanlage will der staatliche Energiekonzern "Statkraft" in großem Stil testen, wie sich Energie aus dem osmotischen Druck gewinnen lässt. "Wir sind stolz, dass wir in einer Zeit mit großen Klimaherausforderungen und steigendem Bedarf an sauberer Energie eine erneuerbare Energiequelle präsentieren können, die bisher noch nie genutzt worden ist", sagte Konzernchef Bård Mikkelsen.
Die Turbine der Anlage in Tofte in der Gemeinde Hurum am südwestlichen Ausgang des Oslofjordes wird getrieben, weil Süßwasser durch eine Membran strömt, um Salzwasser auf der anderen Seite zu verdünnen. Dabei entsteht im Salzwasser ein Überdruck, der die Turbine antreibt und so Strom erzeugt. Das physikalische Prinzip dahinter kennt jeder, der sich schon mal über eine verdorbene Kirschernte ärgern musste: Die reifen Früchte platzen im Regen, weil Wasser in die zuckergesättigte Frucht hineinströmt. So steigt der Druck im Inneren, bis die Haut reißt.
Statkraft macht sich diesen Überdruck zunutze und hofft, bis 2015 eine kommerzielle Anlage in Betrieb zu nehmen. Noch aber geht es um einen Testbetrieb. Das Versuchskraftwerk ist nach Unternehmensangaben für eine Leistung von 2000 bis 4000 Watt ausgelegt. Sie reicht, um eine Herdplatte zu heizen.
Der praktisch unbegrenzt zur Verfügung stehende Rohstoff für die Anlage ist Süßwasser aus einem Fluss und Salzwasser aus dem Meer. Es wird zunächst gefiltert, damit das Herzstück der Anlage - die extrem feine Membran - nicht durch feine Schmutzpartikel verstopft. Das später - je nach Lesart - verdünnte Salzwasser oder versalzene Süßwasser wird wieder ins Meer gepumpt.
Ein noch zu bauendes großes Osmose-Kraftwerk könnte 10.000 Haushalte versorgen, heißt es bei den norwegischen Ingenieuren. Die größte Herausforderung liegt in der Produktion der Membran: Sie muss genügend Wasser passieren lassen und einen möglichst hohen Druck aufbauen.
Statkraft malt sich aber schon jetzt eine strahlende Zukunft aus: "Osmotisch erzeugter Strom ist eine saubere, erneuerbare Energie mit einem globalen Potenzial von 1600 bis 1700 Terawattstunden, das ist so viel Strom wie China 2002 benötigte", erläuterte ein Unternehmenssprecher.
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31.05.2006, zuletzt aktualisiert am 24.11.2009/mm,
dpa
/ jus