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Auf der Arbeit Video
Stress kann zu Höchstleistungen anspornen, wenn man ihn positiv auffasst
Unter Strom
Positiver Stress kann die Leistung fördern
Stress muss nicht negativ sein, sondern kann zu Höchstleistungen anspornen, sagen Arbeitsmediziner. Schädlich werde er, wenn man sich überfordert fühle.
Wie Stress empfunden werde, hänge stark von der Einstellung, der Persönlichkeit und den Erfahrungen ab, sagt der Dresdner Psychologe Prof. Joachim Kugler. Dann stärke der Stress das Immunsystem.

In der Freizeit muss man richtig "abschalten"
Frau auf Parkbank Lupe
Wenn man sich richtig erholen will, muss man die Arbeit hinter sich lassen
"Anforderungen, die man während der Arbeit hat, sollte man in der Freizeit meiden", sagt Arbeitspsychologin Sabine Sonnentag. Nur so könne man sich erholen, auch wenn man sonst in der Arbeit aufgeht. "Wer viel und lange arbeitet, kann besonders schlecht abschalten." Sonnentag rät darum, Gewohnheiten zu entwickeln. Bestimmte Zeiten sollten bewusst für Erholung geblockt werden. "Man sollte in gewisser Regelmäßigkeit sagen: 'Jetzt nicht!'"

Was am Feierabend gilt, ist ebenfalls im Urlaub wichtig. "Störungen durch die Arbeit sollten vermieden werden", sagt die Arbeitspsychologin. "Also nicht das Handy mitnehmen, damit Chef oder Kollegen anrufen können, oder alle paar Tage E-Mails abrufen." Wer im Urlaub negativ über seine Arbeit nachdenkt, entspanne schlechter. "Wer denkt, 'ich erhole mich gut, komme was wolle', erholt sich wirklich besser", sagt Sonnentag.

So ergab eine ihrer Studien über Flugbegleiter, dass diese sich schlecht erholen, wenn sie abends im Hotel mit Kollegen zusammen sind. "Flugbegleiter haben so viele soziale Kontakte, da scheinen weitere Kontakte am Feierabend eine zusätzliche Belastung zu sein", erklärt die Psychologin. Sie empfiehlt für Urlaub und Feierabend ein Kontrastprogramm, "in dem man voll aufgeht": ein Hobby, Sport oder, wenn man nicht gerade Flugbegleiter ist, soziale Aktivitäten.

Erholungskiller Nummer eins nach dem Urlaub ist übrigens ein voller Schreibtisch, auf dem sich die Arbeit stapelt. "Hier gilt es, vorher viel wegzuschaffen und die Arbeit intern so zu verteilen, dass sie sich nicht anhäuft." Wenn sich die Arbeit häuft, rät die Psychologin nicht zum krampfhaften Abschalten. Es könne richtig sein, sich zu sagen: "Okay, nun ist einfach eine intensive Phase". Irgendwann, meint die Psychologin, "muss aber Schluss sein".

Die Erholungswirkung eines kurzen und eines langen Urlaubs unterscheiden sich nicht. Unabhängig von der Dauer der freien Zeit verflüchtigt sich die Erholungswirkung nach zwei bis drei Wochen. "Mehrere Kurzurlaube von einer Woche sind darum erholsamer als ein dreiwöchiger Urlaub."

Gut erholte Mitarbeiter leisten auch mehr im Beruf
Frauen am Laptop Lupe
Mit neuem Schwung zurück
"Sind Mitarbeiter besser erholt, zeigen sie nachfolgend eine bessere Aufgabenleistung, mehr Eigeninitiative und mehr Hilfeverhalten gegenüber ihren Kollegen", so Dr. Carmen Binnewies. Um den Zusammenhang zwischen Erholung in der Freizeit und Arbeitsleistung aufzudecken, hat Binnewies zwischen 2005 und 2007 in drei Untersuchungen insgesamt mehr als 600 Berufstätige nach ihrem Freizeitverhalten, ihrem Wohlbefinden und ihrer Arbeitsleistung befragt. "Die Studienteilnehmer kamen aus unterschiedlichen Berufen in der öffentlichen Verwaltung, in kleineren und mittelständischen Betrieben und aus der Behindertenarbeit", erläutert Binnewies. Mit einem Pocket-PC konnten die Beteiligten am Morgen ihr Erholungsgefühl nach der Nachtruhe und am Abend ihre Leistung nach dem Arbeitstag erfassen.

"Beim Schlaf ist es nicht so wichtig, wie viel jemand schläft, sondern die Qualität des Schlafs ist entscheidend, und bei den Freizeitaktivitäten kommt es nicht so sehr darauf an, was man macht oder wie lange, sondern wie positiv diese Tätigkeit erlebt wird und ob die Arbeit dabei vergessen werden kann." Entscheidend ist, so Binnewies weiter, dass jeder seinen eigenen Weg findet, sich optimal zu erholen, und da können bei unterschiedlichen Berufsgruppen ganz unterschiedlich Bedürfnisse vorherrschen. Sport allerdings, so scheint es, tut in der Regel immer gut.

Bürohund statt Hamsterrad
Nur kein Stress
Raus aus dem Hamsterrad, nichts mehr aufschieben und eine persönliche Note für den Schreibtisch: Ein paar Ideen gegen die Hetze im Berufsalltag.
Stress im Beruf
Immer erreichbar
47 Prozent der gestressten Menschen nennen den Beruf als Hauptbelastungsfaktor, hat eine Studie der Techniker-Krankenkasse ergeben.
Literatur
Dissertation "The Power of Recovery: Recovery from Work-Related Stress as a Predictor of Fluctuations in Individual Job Performance."
Glossar
Stress
Für den Stress im Körper sorgt das Hormon Cholesterol: Es lässt den Blutdruck steigen, aktiviert die Muskeln und senkt die Reizschwelle der Nervenzellen.