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Versicherer berechnen die Schäden, die aus Naturgefahren entstehen können
"Die Witterungsschäden werden zunehmen"
Industrieländer sollen Verantwortung übernehmen
Industrieländer sollten den ärmeren Entwicklungsländern Mittel zur Verfügung stellen, um Schäden die durch den Klimawandel entstehen ausgleichen zu können, fordert Prof. Peter Höppe von der Münchner Rück.
"Es wäre nur gerecht." Denn vor allem die Entwicklungsländer seien sehr stark vom Klimawandel betroffen, obwohl sie ursächlich nichts dazu beigetragen haben, sagt der Biometeorologe. "Ein direkter Zusammenhang zwischen der Zahl der Naturkatastrophen und dem Klimawandel ist zwar noch immer nicht eindeutig belegt, inzwischen habe sich die Vermutung für einen kausalen Zusammenhang aber verstärkt, so Höppe. "Wir gehen davon aus, dass die Zahl der witterungsbedingten Schäden zunehmen wird."

Weltweit nimmt die Zahl der Katastrophen seit Jahrzehnten zu. 2008 gehörte mit zahlreichen Wirbelstürmen und Erdbeben sogar zu einem der schlimmsten seit mehr als hundert Jahren. Weltweit kamen mehr als 220.000 Menschen ums Leben, der gesamtwirtschaftliche Schaden lag bei rund 140 Milliarden Euro. Waldbrände in Australien, Erdbeben in Peru, Überschwemmungen in Marokko: Vor Naturkatastrophen ist kein Land mehr sicher. Innerhalb von drei Jahrzehnten hat sich die Zahl der verheerenden Katastrophen weltweit verdreifacht, hunderttausende Menschen kamen dabei ums Leben.

Jede einzelne Katastrophe wird seit mehr als 100 Jahren von den Mitarbeitern des weltgrößten Rückversicherers dokumentiert. Unzählige Geologen, Biologen, Physiker und andere Wissenschaftler arbeiten für den Konzern und versuchen, die Wahrscheinlichkeit für weitere Katastrophen möglichst genau zu berechnen. Je höher das Risiko, desto mehr müssen Versicherungskonzerne für die Rückversicherung durch die Münchener Rück bezahlen.

"Wir haben 1973 dokumentiert, dass wir diesen globalen Klimawandel, hervorgerufen durch Kohlendioxid, ernst nehmen und Analysen machen wollen, um herauszufinden, ob sich die Gefährdungssituation wirklich schon geändert hat und wie das in den nächsten Jahrzehnten sein wird", sagt Höppe.

Industrie muss mit Preissteigerungen rechnen
Angesichts der stark steigenden Naturgefahren muss sich vor allem die Industrie in den kommenden Jahren auf starke Preissteigerungen einstellen. "Wir sind kein Unternehmen, um gesellschaftliche Defizite auszugleichen", sagte Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek mit Blick auf die Bemühungen der Länder um einen besseren Klimaschutz. Zusätzlich zu dem Preisaufschlag durch die Inflation werden die Preise in der Rückversicherung künftig voraussichtlich um drei bis vier Prozent jährlich steigen.

Während Regionen wie Skandinavien als nicht besonders risikoreich eingestuft werden, könnten vor allem auf die USA Probleme zukommen. Wer seinen Firmensitz in einem Erdbebengebiet wie der US-Westküste errichten will, muss sich mitunter schon auf deutlich höhere Kosten einstellen als im Osten der USA. Im Hurrikan-Gebiet Florida wird der Versicherungsschutz inzwischen schon schwierig: Das Risiko, dass Häuser durch Stürme zerstört werden, ist vielen Versicherungen einfach zu hoch.

"Globus der Naturgefahren" will aufklären
Um die Gefährdung besser einzuschätzen und damit auch den Katastrophenschutz zu verbessern, hat der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück sein gesammeltes Wissen jetzt auf einem "Globus der Naturgefahren" zusammengestellt. Die multimediale DVD gibt der Konzern kostenlos an seine Kunden und andere Interessenten aus. Die dort zusammengestellten Informationen sind nach Angaben des Konzerns weltweit einmalig und liefern tiefe Einblicke in das dramatisch wachsende Ausmaß der Katastrophen.

Für 800.000 Orte auf der Erde können sich die Nutzer des Globus das Risiko sämtlicher Naturgefahren ansehen. Selbst für Orte, die normalerweise nicht mit Naturkatastrophen in Verbindung gebracht werden, haben die Experten auf dem Globus alle Risiken aufgezeigt: So bleibt der beschauliche Ort Rosenheim in Oberbayern zwar voraussichtlich von Erdbeben verschont, dafür steigt aber vor allem die Gefahr von Hitzewellen dort bis zum Jahr 2090 deutlich an. Auch das kann aber zur Katastrophe auswachsen. Allein in dem "Super-Sommer" 2003 starben nach Angaben der Versicherung mehr als 20.000 Menschen in Europa durch die Hitze. Auf anderen Teilen der Erde lauern noch schlimmere Gefahren: Tropische Stürme, Tsunamis, Vulkanausbrüche und Eisberge listet der Globus unter anderem auf.

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