Grafik © Esa, ATG medialab
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Er ist nur ein "Vorläufer", der Sentinel 5P, doch er leistet ganze Arbeit.
Im Orbit
Weiterer EU-Satellit zur Erdbeobachtung gestartet
Er ist im Orbit: Der europäische Satellit "Sentinel 5P" wird in Zukunft aus dem Weltall heraus die Zusammensetzung der Erdatmosphäre beobachten.
Stickoxide, Ozon, Formaldehyd, Schwefeldioxid, Methan, Kohlenmonoxid und Aerosole können unserer Gesundheit schaden und beeinflussen das Klima. Die geostationären Sentinel 4-Satelliten sowie die im Polarorbit kreisenden Sentinel 5-Sonden sollen gemeinsam diese Schadstoffe vermessen. Dabei ist Sentinel 5P nur ein "Vorläufer" - daher auch das P für das englische "Precursor". Der eigentliche Sentinel 5 soll 2018 starten.

Bis 2021 wollen Europäische Kommission und Esa zehn Sentinel-Satelliten (Englisch für "Wächter") um die Erde kreisen lassen. Das nach dem Mathematiker und Astronomen Nikolaus Kopernikus (1473-1543) benannte "Copernicus"-Programm stützt sich auf Informationen von vierzehn eigenen Satelliten anderer Raumfahrtprojekte sowie Daten von Messballonen, Flugzeugen, Wetterstationen, Flusspegeln oder Messbojen. Die Daten sind für Nutzer kostenfrei verfügbar. Sie werden zum Beispiel in der Forst- und Landwirtschaft eingesetzt, um den Zustand von Pflanzen oder die Trockenheit von Böden zu beurteilen. Auch bei Naturkatastrophen wie Überschwemmungen sollen die Bilder nützlich sein.

Auf Grundlage der Informationen sollen Politiker etwa über Strukturmaßnahmen entscheiden können. Menschenrechtler kritisieren Copernicus wegen Möglichkeiten zur Grenzsicherung: So können die Satelliten auch Flüchtlingsströme erfassen. Getragen wird das Programm mit einem Umfang von sieben Milliarden Euro zu einem Drittel von der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) und zu zwei Dritteln von der Europäischen Union (EU).

2014 wurde Sentinel 1A als erster Satellit für Copernicus im All platziert. Für sechs verschiedene Bereiche sind die Sentinel-Satelliten meist im Duo für unterschiedliche Aufgaben konzipiert:

  • Sentinel 1A (seit 2014) und 1B (2016) sollen hochauflösende Radarbilder der Oberfläche von Land und Meeren liefern.
  • Sentinel 2A (2015) und 2B (2017) sind auf hochauflösende Spektralbilder der Landoberfläche spezialisiert.
  • Sentinel 3A (2016) und 3B (2018) sollen Temperaturen von Land und Meer liefern sowie großflächige Spektralbilder und Radaraufnahmen erstellen.
  • Sentinel 4 (ab 2019) wird in der Atmosphäre Spurengase wie Ozon oder Stickstoffdioxid messen.
  • Sentinel 5 (2018) und 5 P (2017) messen Aerosole und Spurengase in der Atmosphäre.
  • Sentinel 6 (2020) beobachtet die Entwicklung des Meeresspiegels.

Wächter im All
VideoAbgehoben
Ein weiterer europäischer Satellit zieht seine Kreise um die Erde. Sentinel-2B soll mit seinem Schwester-Trabanten 2A künftig alle fünf Tage aktuelle Bilder von der Erdoberfläche liefern. (Beitrag vom 7. März 2017)
Mediathek
Video"Sentinel 3A" ist gestartet
Der Satellit "Sentinel 3A" ist vom russischen Weltraumbahnhof Plessezk aus gestartet und planmäßig auf seine Umlaufbahn in 815 Kilometern Höhe gesetzt worden. Das teilte die Europäische Weltraumbehörde (Esa) am 16. Februar 2016 mit.
"Sentinels" am Start
VideoDie Erde im Blick
Per Rakete brachte die europäische "Arianespace" am 23. Juni 2015 einen weiteren "Sentinel"-Satelliten für das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus ins All. (Beitrag vom 23. Juni 2016)
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VideoUmwelt-Wächter
Mit den "Sentinel"-Radarsatelliten will die Europäische Weltraumbehörde (Esa) Umweltveränderungen beobachten. Diese "Wächter" sehen durch Wolken. (Beitrag vom 3. April 2014)
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