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Auf Madagaskar leben hunderte Froscharten - viele davon sind bedroht.
Frösche in Not
Chytridpilz bedroht viele Amphibienarten
Ein eingeschleppter Pilz rafft seit Jahren Frösche und andere Amphibien dahin.
Die Krankheit wurde 1998 entdeckt und als gefährlich eingestuft. Bei einer Infektion mit dem Hautpilz ist der Tod der Amphibien fast sicher: Der Chytrid Batrachochytrium dendrobatidis verstopft die Poren. Die Tiere trocknen aus. Auf diese Weise sind bereits viele Arten verschwunden - vor allem im tropischen Mittelamerika, wo zwei Drittel der Arten aus der Gattung der farbenfrohen Stummelfußfrösche bereits in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet drastisch dezimiert sind.

<i>Boophis tsilomaro</i> © dpa Boophis tsilomaro
<i>Boophis aff. elenae</i> © reuters Boophis aff. elenae
Madagaskar-Engmaul-Frosch © dpa Madagaskar-Engmaul-Frosch

Die Forscher vermuten den Ursprung des tödlichen Amphibienpilzes in Afrika: Der dort lebende Krallenfrosch Xenopus laevis trägt den Parasiten auf seiner Haut, ist aber immun gegen dessen tödliche Wirkung. Seit Jahrzehnten wird die Spezies für Forschungszwecke in alle Welt verschifft. So könnte sich auch der Pilz auf anderen Kontinenten verbreitet haben. Bereits in den 1940er Jahren wurde der Krallenfrosch zudem in Krankenhäusern für Schwangerschaftstests verwendet. Injektionen mit dem Urin einer schwangeren Frau lösen bei den Tieren die Eiproduktion aus.

Größte Krise seit dem Aussterben der Dinosaurier
Frosch
Der Froschschutz steht vor einer großen Herausforderung, da die Tiere auf Menschen nicht den gleichen Reiz ausüben wie etwa Pandabären. Es könnte die größte Krise seit dem Aussterben der Dinosaurier sein. Bis zur Hälfte aller 6000 bekannten Arten sind vom Aussterben bedroht, beklagen Frosch-Forscher. Bis zu 170 Arten sind dem mysteriösen Parasiten bereits zum Opfer gefallen, weitere 1900 sind Schätzungen zufolge von der Ausrottung bedroht. Zehn Froscharten sterben nach Ansicht von Wissenschaftlern pro Jahr durch den Chytridpilz aus. Betroffen sein könnten zudem auch die geschätzten 3000 noch unentdeckten Froscharten.

Auch Madagaskar ist betroffen. Damit ist eine Insel bedroht, die über besonders viele und vor allem einzigartige Amphibienarten verfügt. Und zum anderen bedeutet das auch: Wenn der Erreger auf eine sehr weit abgelegene Insel gelangen kann, dann kann und wird er überall auftreten.


Info
Frösche fressen viele Insekten, die andere Tiere nicht anrühren. Fehlt dieses Glied in der Nahrungskette, gerät das natürliche Gleichgewicht aus der Balance: Es drohen Insektenplagen, die auch die Nahrungsversorgung des Menschen beeinträchtigen könnten.