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In der Namib Video
Don Cowan und Christoph Syldatk gehen schweißtreibenden Forschung nach
Porentief rein
Mit Enzymen Wäsche bei 20 Grad Celsius waschen
Die Mikrobiologen Don Cowan und Christoph Syldatk suchen in der Namib-Wüste nach Bakterien, deren Biochemie der Industrie zu neuen Waschmittel verhelfen soll.
Forscher des Biotechnologie-Unternehmens "Brain" haben zusammen mit der Firma "Henkel" Enzyme aus Bakterien isoliert, die bereits bei 40 Grad Celsius die gleiche Waschleistung bringen, für die herkömmliche Enzyme mindestens 60 Grad benötigen. Wüschen alle deutschen Haushalte mit diesen Enzymen, verringerte das den Treibhausgas-Ausstoß um mehr als eine Million Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.

Waschmittel aus den tiefsten Tiefen des Meeres
Video
Im Labor funktioniert es schon
Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Technische Mikrobiologie setzen auf Bakterien aus dem bis zu elf Kilometer tiefen Marianengraben. "Wir versuchen darüber hinaus aus pflanzlichen Abfallstoffen irgendwann Ethanol herzustellen und so Substanzen, die wir nicht verwerten können, abzubauen", erklärt der Mikrobiologe Dr. Ralf Grote.

Industrie muss biologisch abbaubare Mittel vorhalten
Seit März 2007 müssen die Hersteller von Waschmitteln den Gesundheits- und Umweltschutz noch stärker berücksichtigen. Das Waschmittelgesetz verpflichtet die Hersteller, künftig dem Bundesinstitut für Risikobewertung ein Datenblatt mit Angaben über die Inhaltsstoffe zur Verfügung zu stellen. Die Informationen werden an die Giftinformationszentren weitergeleitet. Diese Stellen können damit wiederum Ärzte beraten, die Vergiftungsfälle behandeln.

Teil des neuen Waschmittelgesetzes ist auch die seit 2005 geltende EU-Detergenzienverordnung. Nach dieser dürfen nur noch Wasch- und Reinigungsmittel verkauft werden, deren waschaktive Substanzen vollständig biologisch abbaubar sind. Die EU-Verordnung enthält darüber hinaus erweiterte Vorschriften für die Kennzeichnung von Detergenzien. Diese betreffen vor allem die auf den Verpackungen aufzubringenden Informationen zu den in Wasch- und Reinigungsmitteln oft eingesetzten Duftstoffen, die unter Umständen Allergien auslösen können.

1,3 Millionen Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel werden nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) jährlich in Deutschland verbraucht. In der Folge gelangen durchschnittlich 600.000 Tonnen Waschmittel, 200.000 Tonnen Weichspüler und 500.000 Tonnen Reinigungs- und Pflegemittel in das Abwasser und belasten die Umwelt. Zudem können die Duftstoffe und antimikrobiellen Substanzen in den Reinigungsmitteln bei sensiblen Menschen Allergien auslösen.

Glossar
Extremophile
Extremophile Organismen sind meist Archaebakterien, die extreme Bedingungen "lieben" (Philie), unter für die meisten Lebewesen "normale" Bedingungen aber eingehen.