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Lincoln Child beschreibt Frequenzen, die wahnsinnig machen und sogar töten können.
Stimmen im Kopf
Die Wissenschaft im Thriller "Frequenz" von Lincoln Child
Gerade hat Jeremy Logan die Existenz von Nessie bewiesen, da wird er im Thriller "Frequenz" zu einem neuen Rätsel gerufen: mysteriöse Suizide an einem Forschungsinstitut.
© Wunderlich-Verlag
Logan stößt bald auf eine seltsame Maschine in einem geheimen Labor. Bald wird ihm und dem Leser klar: Die Maschine wirkt durch unhörbare Schallwellen direkt auf das Gehirn. Wissenschaftlich durchaus fundiert, meint der Wuppertaler Elektroakustiker Detlef Krahé. Bekannt ist, dass Infraschall Menschen schon hat glauben lassen, dass es spukt. Forscher konnten zeigen, dass Menschen Töne schon ab 8 Hertz hören, eine ganze Oktave tiefer als der tiefste Ton des bisher angenommenen unteren Hörfrequenzbereiches: Der Schall erregte den primären auditiven Cortex. Alle Betreffenden gaben dabei ausdrücklich an, etwas gehört zu haben, wobei nicht immer eine tonale Wahrnehmung vorlag. Außerdem wurde beobachtet, dass Gehirnregionen ansprechen, die bei Emotionen eine Rolle spielen. „"Der Mensch nimmt dann eher diffus wahr, dass da irgendwas ist und dass das auch eine Gefahr bedeuten könnte“, sagt Christian Koch von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt.

Ultraschall wiederum lasse sich gut bündeln: "Man hat überlegt, solche Technik zur Piratenabwehr einzusetzen, indem man einen stark gerichteten Ultraschall auf die ankommenden Boote lenkt", so Krahé. "Wenn man das mit hoher Energie macht, kann das schon unangenehm sein."

Während sich Autor Lincoln Child hier noch auf wissenschaftlich sicherem Boden bewegt, wird es bald dünner: Logan kann auf telepathische Weise nicht nur die Emotionen und Bilder der Menschen um sich herum spüren, sondern sogar den Geist längst Verstorbener.

Zudem ist die Story dort, wo Child Action und Spannung erzeugen will, allzu überschaubar. Logan fährt Auto, plötzlich schießt ein SUV mit komischen Manövern vor ihm? Ein Attentat. Dem Leser ist es klar, der Protagonist zuckt mit den Achseln und wundert sich. Die nächste Figur steht im Bad und hört Geräusche, die Schritte sein könnten? Schon ist klar: Bald ist sie tot. Die nächste ist auch in ihrer Wohnung und hört ebenfalls Geräusche? Schon endet ihr literarisches Leben, und kaum ein Leser dürfte davon überrascht sein. Der Held wird verfolgt und just, als er sich eigentlich erfolgreich versteckt, stößt er an ein Regal, das natürlich mit lautem Scheppern in sich zusammenfällt. Hier verlässt sich Child zu sehr auf die Klischees des Genres.

Info
Lincoln Child
Frequenz
Verlag: Wunderlich
ISBN 978-3-8052-5095-5
1. Auflage
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