Sstronauten auf dem Mond Video
In Frank Schätzings Roman "Limit" wird unser Trabant zur Rohstoffquelle
"Der Mond könnte der Erde Rohstoffe liefern"
Wissenschaftler hält Roman "Limit" für plausibel
"Wenn die Kernfusion großtechnisch funktionieren kann, ist der Mond ein entscheidender Platz", sagt der Geologe Ralf Jaumann. Damit sei die Vision aus Frank Schätzings Roman "Limit" durchaus wissenschaftlich.
Auf dem Mond gebe es genug 3Helium. "Der Mond nimmt wie ein Staubsauger alles auf, was von der Sonne kommt, und konserviert es", so der Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Aber es liege nicht in Adern vor: "Man muss die ganze Oberfläche umwühlen, um an das 3Helium heranzukommen." Abbau und Transport müssen sich lohnen: "Energie müsste schon sehr teuer sein, damit sich so ein Unternehmen wirklich lohnt.

Das Isotop des Edelgases besitzt ein Neutron weniger als das gewöhnliche Helium und könnte sich damit perfekt als sauberer, nicht radioaktiver Energierohstoff für die Kernfusion eignen. 3Helium ließe sich zumindest theoretisch bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen mit Wasserstoff zu 4Helium fusionieren und könnte die Erde für Jahrhunderte mit Energie versorgen. Russland will ab 2020 eine Mondstation zum industriellen Abbau von 3Helium errichten.

Vor einer Besiedlung stehen zahlreiche Probleme
Mondsonde Lupe
Der Mond ist nicht besonders gastfreundlich
"Der Mensch ist nicht für das Weltall gemacht und der Mond nicht für den Menschen", sagt Dr. Walter Flury, Wissenschaftler bei der Europäischen Weltraumagentur (Esa). Wissenschaftler müssten die Auswirkungen von Mondbeben und die riesigen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht erst in den Griff kriegen, bevor an eine ständig besetzte Mondstation zu denken ist. Die Temperaturen schwanken aufgrund der äußerst dünnen Gashülle zwischen minus 130 Grad in der Nacht und plus 150 Grad Celsius am Tag. Zudem trifft kosmische und solare Strahlung ungehindert auf der Oberfläche des Erdtrabanten auf. Die Partikel sind aufgrund ihrer hohen Energie nur schwer abzuschirmen, sie können eine Aluminiumschicht von mehr als einem Meter Dicke durchschlagen. In Zeiten hoher Sonnenaktivität ist zudem die Wahrscheinlichkeit von Sonneneruptionen sehr groß, die hohe Dosen ionisierender Strahlung, für mehrere Stunden oder Tage freisetzen kann.

Auch der Mondstaub stellt ein großes Problem für den Bau einer Mondstation dar. Er besteht zum Teil aus sehr kleinen, scharfkantigen Partikeln, die nicht nur Oberflächen zerkratzen, sondern bei Einatmung auch die Lunge schädigen können.

Der Mond als "Sprungbrett" für eine Marsmission
Raketenstart Lupe
Ist der Mond erst erreicht, ist der Mars nicht mehr ganz so fern
Von einer Mondstation aus könnten weitere robotische und astronautische Missionen ins Sonnensystem vorangebracht werden. Und auch im All könnte es sich auszahlen, die erste Nation zu sein. Denn viele Himmelskörper besitzen reichhaltige Vorräte an Bodenschätzen, die auf der Erde selten oder inzwischen erschöpft sind. Rohstoffe wie Eisen, Nickel, Kobalt und Platin könnten zukünftig auf Asteroiden oder Monden abgebaut und zur Erde transportiert werden. In Deutschland gibt es bereits erste Mondpläne: Beim DLR gibt es Pläne für eine unbemannte Sonde, die vier Jahre lang Daten zur Mondoberfläche und der Zusammensetzung der Kruste sammeln soll. Später will man sich an einer europäischen Landemission beteiligen - nun möglicherweise als Teil einer gemeinsamen Aktion von Europa und den USA.

DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner lobte die Zusammenführung mehrerer Wissenschaftsdisziplinen als notwendig, um die technischen Voraussetzungen zu schaffen, in den Jahren nach 2020 mit dem Bau einer bemannten Raumstation beginnen zu können. Bis dahin gebe es noch viel zu tun: "Fertige Lösungen sind nicht in Sicht. Wir stehen erst am Anfang."

Forscher kennen sich auf dem Mars besser aus
"Der Mond ist nicht so weitgehend erforscht wie man denkt", sagt Wörner. Die Probleme, mit denen die Architekten einer Mondstation zurechtkommen müssen, sind für Astronauten lebensbedrohend. Da der Mond keine nennenswerte Atmosphäre besitzt, schlagen Meteoriten ungebremst auf seiner Oberfläche ein und pulverisieren durch die Wucht ihres Aufpralls sogar Gestein. Derzeit kenne man nur die Umgebung der Apollo-Landestellen genau, bestätigt Jaumann: "Wir sehen viele Gebiete auf dem Mond nur schlecht aufgelöst und haben sehr wenig spektrale Informationen." Darum wisse man wenig über die Zusammensetzung von Mondoberfläche und -innerem.

Anders als vom Mars habe man vom Mond keine Aufnahmen aus 3D-Kameras. "Man wird sicher in den nächsten Jahren zum Mond zurückkehren und nachholen, was man vor 40 Jahren nicht hat tun können", so Jaumann.

Info
Frank Schätzings Roman "Limit" spielt 2025, als die Menschheit den Mond als Rohstoffquelle erobert. Fusion versorgt die Erde mit Energie. Eine Atombombe soll diese Anlagen aber zerstören. Auf der Erde findet Cyberdetektiv Owen Jericho verschlüsselte Botschaften im öffentlichen E-Mail-Verkehr, die auf das Verbrechen deuten.

Frank Schätzing
Limit
Verlag: Kiepenheuer und Witsch
ISBN 978-3-462-03704-3
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Schätzing litt nach "Der Schwarm" unter Schreibblockade
Der Bestseller-Autor Frank Schätzing hat nach seinem Welterfolg "Der Schwarm" unter einer Schreibblockade gelitten. Nach Erscheinen des "Schwarm" 2004 habe er sofort mit dem Thriller "Limit" beginnen wollen, sagte Schätzing dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Doch damals sei ihm plötzlich bewusst geworden, "über was für ein Riesengebirge ich da geklettert war". "Ich ging daran, für das neue Buch zu recherchieren - und sah das Gebirge plötzlich vor mir. So was hatte ich vorher noch nie erlebt." Anschließend sei er erst mal nicht in der Lage gewesen, "Limit" zu schreiben. "Ich hatte eine Blockade", sagte Schätzing. Er habe ein Jahr verstreichen lassen müssen, bis ihn der Erfolg des in 27 Sprachen übersetzten "Schwarm" nicht mehr belastete.
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