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Forscher wüssten nur zu gern, ob Wolken für Hitze oder Kühle sorgen.
Wolken sind ein Problem
Klimamodelle hängen stark vom Wasserdampf ab
Wolken bleiben ein Problem für Klimaforscher, und es wird immer schwieriger, wie Wissenschaftler bei Überflügen über die Polarregionen lernen müssen.
Vor allem Zirruswolken verhalten sich viel variabler, ais deutsche Forschrteams bisher angenommen haben. Von dem Zusammenspiel zwischen Sonnenstrahlung, Wärmestrahlung und Wolken hingen Klimamodelle ab, erläutert der Mainzer Klimaforscher Stephan Borrmann den Sinn der Kampagnen über den Polarregionen.Wasserdampf ist zum einen ein Treibhausgas, zum anderen reflektieren Wolken aber auch Wärme zurück ins All und kühlen die Erde somit.

Wolken: Beschleuniger oder Bremser im Klimasystem
Ob Wolken die Erwärmung beschleunigen oder bremsen, sei eine der Kernfragen der Klimaforschung, meint der Hamburger Meteorolge Prof. Jochen MarotzkeBodennahe Wolken kühlen, in der oberen Atmosphäre verstärken sie den Treibhauseffekt. Genauere Modelle schränkten die Vorhersagen auf Schwankungen von nur einem halben Grad ein. Klima ist von vielen Faktoren abhängig. Meeresströmungen, Sonneneinstrahlung, atmosphärische Vorgänge, das Eis der Polkappen und auch Vulkanausbrüche bilden ein komplexes Wechselspiel.

Dementsprechend schwierig ist es auch, die "Schuldigen" für die globale Erwärmung auszumachen. Mit Klimamodellen versuchen Forscher, zukünftige Entwicklungen und ihre Auswirkungen abzuschätzen. Die heutige Erwärmung der Erde ist mit natürlichen Klimaschwankungen nur schwer zu erklären. Deshalb versuchen Forscher herauszufinden, wie stark der Mensch das Klima beeinflusst. Durch die Verbrennung von Kohle, Gas und Erdöl gelangen große Mengen von Kohlendioxid und Stickoxiden in die Atmosphäre. Diese Gase verstärken den Treibhauseffekt, der den Planeten aufheizt.

Komplexe Wechselspiele sind schwer zu simulieren
"Eines der größten Probleme ist, dass wir die Wechselwirkungen nicht verstehen", schildert der Hamburger Polarforscher Dr. Dirk Notz. "Ein anfänglich langsames Abschmelzen führt dazu, dass das verbleibende Eis immer schneller und schneller abschmilzt." Die Eisränder der polaren Landmassen bremsen das stetig abfließende Inlandeis. Schmelzen die Ränder, so gelangt das Inlandeis immer schneller in die Tauzone. "Beim arktischen Meereis sehen wir, wie falsch wir mit unseren Vorhersagen liegen können", so Notz.

Obwohl Klimaforscher leistungsfähige Rechner einsetzen, lassen sich langfristige Entwicklungen noch nicht exakt berechnen. In Klimamodellen gibt es verschiedene Unsicherheiten. Eine ist der Faktor, dass ein grobes Raster benutzt werden muss, um das Klima zu berechnen. Eine andere Unsicherheit ist, dass die Daten auf Wirtschaftshochrechnungen für die nächsten 100 Jahre beruhen. Der größte Unsicherheitsfaktor ist der Mensch. Es fehlt an zuverlässigen Vorhersagen, wie sich die Weltbevölkerung und deren Energieverbrauch in Zukunft entwickeln wird.

Interaktiv
Klima am Scheideweg
Im Amazonas-Regenwald oder im Grönländischen Eisschild könnten schon kleine Veränderungen schwere Folgen für das Klima haben, fanden Klimaforscher aus Potsdam heraus.
Klimamodelle verlässlich
Rechenexempel
Die Klimamodelle sind so weit verlässlich, wie es unserem Kenntnisstand entspricht", sagt der Hamburger Mathematiker Jörn Behrens.