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Die Solaranlagen in Deutschland haben schon hohen Qualitätsstandard erreicht
"Umwelt und Wirtschaft sind kein Gegensatz"
Hermann Ott fordert radikalen Wechsel der Politik
"Sehr häufig wird der Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Umwelt nicht gesehen, sondern als Gegensatz betrachtet", sagt Dr. Hermann Ott vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.
"Doch ohne die Umwelt gibt es uns auch nicht." So könne weder die Gesellschaft noch die Wirtschaft bestehen. "Wenn man den Zusammenhang einmal verstanden hat, dass die Ökonomie ein Teil der Welt und der Umwelt ist, dann muss sie sich auch den Gesetzen dieser Welt und dieses Planeten beugen." Auch die Art des Wirtschaftens müsse sich komplett ändern, "wenn wir nicht die Grenzen dieses Planeten sprengen wollen, doch das ist in der Politik noch nicht angekommen".
Die Politik habe noch nicht erkannt, dass ein radikaler Wechsel notwendig sei - bei der Energieerzeugung und auch beim Umgang mit den Ressourcen. "Ich hatte eine Zeit lang geglaubt, dass Angela Merkel diejenige ist, die das erreichen könnte, weil sie intellektuell versteht, worum es geht und auch furchtlos ist im besten Sinne." Aber die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass sie vor den Energie-Konzernen und der Automobil-Industrie gekuscht hat. "Ich kann jetzt in der neuen schwarz-gelben Bundesregierung auch nicht erkennen, dass sie das durchsetzen wird."
Dabei ist gerade die Solarenergie in Deutschland führend. "Technologisch werden die Solaranlagen immer weiter entwickelt", sagt der Physiker Dr. Rutger Schlatmann vom Helmholtz-Zentrum Berlin, "aber die Solar-Module die man zur Zeit kaufen kann, sind schon ohne Fehler." Selbst die
Solarthermie
ließe sich in vielen Fällen nutzen: "Die Röhrenkollektoren-Anlagen sind eigentlich so gut entwickelt, dass sie selbst bei diffusem Licht oder nicht direkter Sonneneinstrahlung Warmwasser produzieren", sagt der Energieberater Markus Schenk vom Energiesparshop-Berlin.
Doch nicht nur die Politiker auch die Bürger wollten häufig nicht auf gewohnten Komfort, Wohlstand und Lebensstil verzichten - auch nicht Umwelt und Klimaschutz zuliebe. Hin und wieder müsse die Politik vorangehen bei bestimmten Entscheidungen, sagt die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU), auch wenn es unpopulär erscheine. Fünf oder zehn Jahre später seien die Bürger zufrieden damit.
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26.10.2009/jus