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Mensch auf dem Mond Video
Den "großen Sprung für die Menschheit" verfolgten viele Zuschauer weltweit
Mondlandung faszinierte ein Millionenpublikum
28 Stunden lang sendete das Apollo-Sonderstudio
Die welthistorische Stunde, in der zum ersten Mal ein Mensch den Fuß auf einen anderen Himmelskörper setzte, schlug am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr MEZ. 500 Millionen Fernsehzuschauer verfolgten das Ereignis live.
Genau um 3 Uhr 56 Minuten und 20 Sekunden MEZ betrat der US-Amerikaner Neil Armstrong, Kommandant von "Apollo 11", den Mond. "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit" lauteten in deutscher Übersetzung die ersten Worte, die er im Sprechfunk leicht verzerrt auf die Erde schickte.

Ein weltweites Netz von Radioteleskopen zeigt den Zuschauern, wie die Astronauten sich auf dem Erdtrabanten bewegen. Aus dem Apollo-Sonderstudio wird 28 Stunden lang, die längste Live-Sendung der Fernsehgeschichte gezeigt.

Einige Fehlermeldungen kurz vor der Landung
Apollo-Studio Lupe
28 Stunden Sendung aus dem Apollo-Sonderstudio
"Apollo 11" war am 16. Juli vom Kennedy Space Center in Florida mit einer Saturn-5-Rakete gestartet. Drei Tage später und nach einem Reiseweg von rund 380.000 Kilometern erreichten die drei Astronauten Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins (damals alle 39 Jahre alt) eine Mondumlaufbahn. Armstrong und Aldrin stiegen in die Mondlandefähre "Eagle" um, Collins blieb im Apollo-Mutterschiff "Columbia" zurück. Am 20. Juli um 18.46 Uhr MEZ wurde die Fähre vom Raumschiff abgekuppelt.

Bremsraketen brachten das "Lunar Module" auf eine extrem elliptische Umlaufbahn zwischen 107 und 15 Kilometer Höhe. Um 21.05 Uhr MEZ, knapp 400 Kilometer vor dem geplanten Landeplatz, kam vom Kontrollzentrum in Houston das "Okay" für die Landung. TV-Bilder von dieser Phase des Fluges gibt es nicht, die knappen Übertragungskapazitäten wurden für den Datenaustausch gebraucht.

Wenige Minuten vor der Landung spuckte der Navigationscomputer Fehlermeldungen aus, Alarmknöpfe leuchteten. Armstrong schaltete den Autopiloten aus und steuerte die Landefähre per Hand. Auf dem vorgesehenen Zielort konnte er wegen großer Felsbrocken nicht landen. Zeit und Treibstoff wurden knapp, doch der riskante Flug gelang: Um 21 Uhr 17 Minuten und 43 Sekunden MEZ meldeten die Astronauten: "The Eagle has landed".

Mit 21 Kilogramm Mondgestein zurück zur Erde
Landefähre auf dem Mond Lupe
Mit der Landefähre kamen die beiden Astronauten auf dem Mond auf
Der Landeplatz lag im "Mare Tranquillitatis", dem "Meer der Ruhe"in der Nähe des Mondäquators - eine weißgraue Wüstenlandschaft, übersät mit kleineren und größeren Steinen. Für die Astronauten in der Mondfähre wurde eine ausgiebige Ruhepause angeordnet, danach eine Mahlzeit - und immer wieder das Überprüfen der Instrumente. Dann machten sich die Raumfahrer bereit zum Ausstieg.

20 Minuten nach Armstrong kletterte auch Edwin Aldrin aus der Landefähre. Gut zwei Stunden lang erkundeten sie in ihren klobigen Raumanzügen mit den goldbeschichteten Sichthelmen den Mond. Sie stellten die US-Flagge auf, installierten eine Kamera und enthüllten eine Metallplakette an der Mondfähre: "Wir kamen in Frieden für die ganze Menschheit".

Eingesammelt wurden auch mehr als 21 Kilogramm Mondgestein. Die ersten Brocken hatte Armstrong sofort in die Taschen seines Raumanzuges gesteckt - falls ein Alarmstart nötig geworden wäre.

Bereits am Abend des historischen Tages, um 18.54 Uhr MEZ, gelang der Rückstart zur Apollo-Kapsel im Mond-Orbit. Weitere elf Stunden später wurde der Rückflug zur Erde angetreten. Am Nachmittag des 24. Juli 1969 landeten die Raumfahrer sicher im Pazifik, 1500 Kilometer südwestlich von Hawaii. Aus Angst vor Mondmikroben oder anderen fremden Organismen mussten sie noch knapp drei Wochen in einer Quarantänestation bleiben. Mit einer großen Parade in New York feierten die US-Amerikaner danach die drei Astronauten.

Filmemacher hat der Mond immer wieder fasziniert
Mond Lupe
Der Erdtrabant lieferte immer wieder Stoff für Mythen und Filme
Menschen auf dem Mond - dieses Thema hat Filmemacher seit Erfindung der Cinematographie fasziniert. Schon der Stummfilmpionier Georges Méliès hat im Jahr 1902 Männer in eine kleine Raumkapsel gesteckt und diese durch eine gewaltige Kanone auf den Mond geschossen. Dort landen sie genau im rechten Auge des freundlichen Mondgesichts. Der 16 Minuten lange Film "Die Reise zum Mond" gilt heute als Ur-Werk des Science-Fiction-Genres.

In dem britischen Film "Die erste Fahrt zum Mond" (1964) landen ein US-Amerikaner, ein Russe und ein Brite als erste Menschen auf dem Erdtrabanten. Doch vor ihnen war schon einer da: Sie entdecken eine englische Fahne und ein Dokument aus dem Jahr 1899. Das Wettrennen der Supermächte hat der amerikanische Altmeister Robert Altmann in einem seiner frühen Werke thematisiert. "Countdown: Start zum Mond" (1967) versetzt den Star James Caan als Zivilisten auf dem Mond in eine missliche Lage.

Der Mond spielt auch eine wichtige Rolle in Stanley Kubricks Science-Fiction-Klassiker "2001 - Odyssee im Weltraum", der nach jahrelangen Dreharbeiten 1968 uraufgeführt wurde. Inspiriert von den realen Möglichkeiten der bemannten Raumfahrt schuf Kubrick einen hoch philosophischen und stilbildenden Trip ins All. Erste Station ist die "Mondstation Clavius". In deren Nähe entdecken Raumfahrer einen riesigen glattschwarzen Monolithen, vier Millionen Jahre alt. Der Quader sendet ein starkes Signal Richtung Jupiter: Die Mission der Menschen geht weiter.

"Kubrick, Nixon und der Mann im Mond" heißt ein Film von William Karel, der sich als "Mockumentary" versteht, als nicht ganz ernst gemeinten Dokumentarfilm. Der Streifen aus dem Jahr 2002 spielt mit der Verschwörungstheorie, wonach die Mondlandung von Apollo 11 nur ein von der US-Regierung in Hollywood-Studios inszeniertes gewaltiges Täuschungsmanöver gewesen ist. Regie soll - so die These - ausgerechnet Stanley Kubrick geführt haben.

Jeden Zweifel, dass tatsächlich Menschen ihre Füße auf den Mond gesetzt haben, beseitigt der Dokumentarfilm "Im Schatten des Mondes" (2008). Die Apollo-11-Mission steht im Zentrum der Dokumentation, in der Apollo-Astronauten sehr emotional und aus höchst unterschiedlichen Perspektiven über ihre gefährlichsten und bewegendsten Momente im All sprechen.

Infografik
Auf Entdeckungstour durch unser Sonnensystem: von seinem zentralen Gestirn zu Kuipergürtel, Kometen, der Oortschen Wolke und dem einstigen Planeten Pluto. Erfahren Sie nun mehr in unserer interaktiven Infografik.
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Am 20. Juli 1969 um 21.17 Uhr landen die ersten Menschen auf dem Mond: Neil Armstrong und Edwin Aldrin. Sechs Stunden später, um 3.56 Uhr und 20 Sekunden betritt Armstrong als Erster den Erdtrabanten.
40 Jahre Mondlandung
Mit der Apollo-Mission 11 erfüllte sich ein Menschheitstraum
Schwerpunkt
Der Mond ist der am nächsten zur Erde gelegene Himmelskörper und einziger natürlicher Begleiter unseres Planeten. Seine mittlere Entfernung zur Erde beträgt 384.403 Kilometer, die geringste dabei nur 356.410.