Test
Nicht jeder Patient möchte so genau wissen, welche Krankheitsneigung er hat
Alleingelassen
Portale lassen Betroffene mit dem Wissen allein
"Wissen über eine Krankheitsneigung wird unterschiedlich verarbeitet", sagt Prof. Peter Propping vom Institut für Humangenetik der Uni Bonn. Eine Beratung gibt es dazu nicht.
"Manche Menschen sind ganz verzweifelt, können eventuell sogar bis in den Selbstmord hineingetrieben werden, andere missverstehen das eventuell", so Propping. "Man findet auch nicht selten, dass nur mäßige Krankheitsneigungen von einer Person völlig überschätzt werden und schlimmer gemacht werden, als sie in Wirklichkeit sind."

Die Medizin kennt viele genetische Krankheiten
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Jeder kann eine Speichelprobe verschicken und einen Gentest machen lassen
Es sei falsch, Gentests zu verbieten, wie es viele Länder Europas tun, meint der Zürcher Systembiologe Ernst Hafen. Damit erntet er heftigen Widerstand. "Auf der einen Seite kann man solche Tests in Amerika machen lassen, auf der anderen Seite scheint es mir auch eine Bevormundung des Bürgers zu sein", so Hafen. "Information wäre viel besser - es ist ähnlich wie im Mittelalter, in dem die Priester versucht haben, die Übersetzung der Bibel zu verbieten, weil sie gesagt haben, man können den Leuten den Inhalt der Bibel nicht zumuten."

"Wenn solche Gentests auf dem Markt frei gegeben werden, dann braucht es klare Rahmenbedingungen", kontert die Ärztin Yvonne Gilli. "Bei den Medikamenten ist das eine Warnung: 'Bitte sprechen sie mit ihrem Arzt.' Ich denke, das wäre das Minimum, mit dem man solche Tests flankierend umgeben müsste, aber ich bin mir zum jetzigen Zeitpunkt wirklich nicht sicher, ob ein solcher Test rezeptfrei auf den Markt gehört - ich glaube nein."


"Für Gendiagnostik ist es absolut noch zu früh"
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Forscher blicken in die Gene
"Eine genetische Diagnostik ist im Moment als absolut verfrüht anzusehen", sagt Propping über Gendiagnosen, die auf den Markt kommen. "Zwar wirken an diesen Krankheiten erbliche Faktoren ursächlich mit, aber das genetische Bedingungsgefüge ist mit Sicherheit sehr kompliziert und unser Wissen aus genetischer Sicht über diese Krankheiten ist sehr begrenzt." So mache der Test auf Hämochromatose für ihn keinen Sinn.



Nur zehn Prozent aller Frauen mit Brustkrebs habe eine erbliche Form des Krebes, die von einer einzigen dominanten autosomalen Mutation hervorgerufen werde, erläutert Matloff. "Aber bei vielen gibt es eine Krebs-Familiengeschichte. Wenn also der Test für die 'Brustkrebsgene' BRCA 1 und 2 negativ ist, haben sie also ein geringeres Risiko - aber eben nur prozentual." Somit wiege ein negativer Test Frauen in falscher Sicherheit, die damit aufhören, regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. Bei einem positiven Test wird oft die Brust prophylaktisch amputiert. Auch in diesem Fall kann es sein, dass das Risiko falsch eingeschätzt wurde. Damit sollten Patienten nur in medizinisch absolut notwendigen Fällen einen Test machen.

"Wenn sie ihre DNA an eine Firma schicken, bekommen sie einen Risikofaktor, der sich von dem einer anderen Firma unterscheidet, weil die verschiedenen Firmen unterschiedliche Datensätze haben", schildert Sheldon Krimsky, Gründer einer Verbraucherschutzgruppe, die einen verantwortungsvollen Umgang mit Gentests fordert.

Wer seine Gene kennt, kann Krankheiten vorbeugen
"Wer seine Gene kennt, kann Krankheiten vorbeugen"
"Wenn man um dieses Risiko weiß, kann man regelmäßig den Eisenwert überprüfen", meint dagegen Anna Carina Eichhorn von der Frankfurter Firma "Humatrix", die einen Gentest auf Hämochromatose anbietet. "Wenn er in die Höhe schnellt, kann man durch eine Aderlasstherapie Blut entnehmen. Der Körper muss dann neues Blut bilden, wodurch sich der Eisenspiegel senkt." "Humatrix" bietet Gentests auf elf Erbkrankheiten an. "Wir denken, im Basispaket fünf Systeme gefunden zu haben, bei denen eine frühzeitige Erkennung und Prävention das Risiko zu erkranken komplett vermeiden können", verspricht Geschäftsführerin Eichhorn.


Entschlüsselt
Zehn haben ihr Genom schon veröffentlicht
"Ich hoffe, dass meine Teilnahme am Genome-Projekt die Genforschung vorantreiben wird", so John Halamka von der "Harvard Medical School".