Seniorin und Kind
Kinder und Senioren leben bei "Glücksmomente" jeden Tag zusammen
"Batterie des Lebens"
Projekt vereint Altenheim und Kindertagesstätte
Im Projekt "Glücksmomente" in Brandenburg haben Verantwortliche ein Seniorenpflegeheim und eine Kindertagesstätte zusammengelegt.
Kinder und Senioren leben dort jeden Tag zusammen und bereichern so ihr Leben. "Ich finde es großartig, was hier gemacht wird", findet Seniorin Hildegard Tremann. "Man sollte das überall so machen. Man wird noch einmal an seine Kinder erinnert, da kommen Träume wieder." Gemeinschaftsprogramme wie Tanzen sorgen für den Kontakt.



Kinder entwickeln ein Gespür für die Älteren
Kinder reagieren intuitiv beim Umgang mit älteren Menschen
"Ich denke, dass die Kinder bewusst miterleben, dass ein älterer Mensch auch krank werden kann", sagt Betreuerin Roswitha Brüll, "dass ein älterer Mensch auch nicht mehr so beweglich ist, dass ein älterer Mensch auch nicht so lange konzentriert zuhören kann und dass man die älteren Menschen auch achtet." Die Kinder stellen sich darauf ein: "Sie rutschen näher ran, wenn einer schwer hört." Die Kinder seien ruhiger und ausgeglichener geworden, "sind gegenüber den Älteren sehr hilfsbereit, und die Heimbewohner haben Spaß daran, sich mit den Kindern zu beschäftigen", berichtet Projektleiterin Birgit Morawe. "Oft kommen bei den Senioren schöne Erinnerungen auf, und wer selten Besuch von Angehörigen bekommt, findet durch die Kinder seinen Lebensmut zurück", erzählt Pflegedienstleiterin Corina Beger. Seit Februar 2006 ist die Kindergruppe im Erdgeschoss des 2004 eröffneten Pflegeheims im Brandenburger Stadtteil Kirchmöser untergebracht.



Senioren brauchen nicht nur Ruhe - im Gegenteil
Kinder und Senioren
"Glücksmomente" stärkt das Verhältnis zwischen Jung und Alt
"Kinder sind mit ihrer Unbekümmertheit für viele Senioren wie eine Batterie des Lebens. Es ist immer wieder wunderbar mit anzusehen, wie es Kindern gelingt, ein Lächeln in die Gesichter der Senioren zu zaubern", meint auch Awo-Geschäftsführerin Ursula Schwinning. Gemeinsam werde unter familiären Bedingungen geübt, was für den Zusammenhalt der Gesellschaft wichtig sei: Fürsorge, Verantwortung, Bindung. Es sei ein falsches Vorurteil, dass Senioren nur Ruhe wünschen. Der Lärm durch die Kinder störe niemanden, betont Schwinning, die das Projekt von der Pädagogischen Hochschule und Universität Potsdam wissenschaftlich begleiten lässt. Die Forscher und Studenten wollen unter anderem herausfinden, welche Auswirkungen der ständige Umgang zwischen Jung und Alt auf Entwicklung und Lernfähigkeit bei den Kindern mit sich bringt. Es wird angestrebt, das Awo-Projekt auf andere Einrichtungen zu übertragen und neue Ideen einzubringen.


Schwerpunkt
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