Exoplanet
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Exoplaneten gibt es in allen möglichen Versionen - manche könnten gar der Erde ähneln.
Auf der Suche nach Exoplaneten
Einige Exoplaneten könnten grundsätzlich Leben ermöglichen
Astronomen haben bereits mehr als 3500 Exoplaneten entdeckt. Das sind aber längst nicht alle: Es gibt Billionen von ihnen, die noch auf ihre Entdeckung warten.
Fast überall findet sich eine zweite Erde
Dr. Florian Rodler
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Florian Rodler sucht nach immer neuen Exoplaneten.
Jeder fünfte sonnenähnliche Stern besitzt einen erdähnlichen Planeten in seiner bewohnbaren Zone. Das hat die Auswertung der Daten des Weltraumteleskops "Kepler" ergeben. "Wenn man zu den Tausenden von Sternen am Nachthimmel hochschaut, ist der nächste sonnenähnliche Stern mit einem erdgroßen Planeten in seiner bewohnbaren Zone vermutlich nur zwölf Lichtjahre entfernt und mit dem bloßen Auge sichtbar", erläuterte der US-Astronom Erik Petigura. "Das ist verblüffend!" Der inzwischen defekte Planetenjäger "Kepler" der US-Raumfahrtbehörde (Nasa) hatte 150.000 Sterne auf Planeten untersucht, die von der Erde aus gesehen zufällig gerade vor ihrem Heimatstern vorbeiwandern und ihn damit vorübergehend ganz leicht abdunkeln. Das Forscherteam hatte darunter 42.000 Sterne identifiziert, die unserer Sonne gleichen oder etwas kleiner und kühler sind. Bei diesen Sternen hatte "Kepler" 603 Planetenkandidaten erspäht. 10 davon sind in etwa erdgroß und umkreisen ihren Stern in der bewohnbaren Zone, in der lebensfreundliche Temperaturen herrschen.

Kepler hat nicht einmal alle Planeten gefunden
In der Analyse berücksichtigten die Forscher, dass "Kepler" nicht immer alle Planeten finden kann und die meisten Planetensysteme nicht zufällig gerade so im Raum orientiert sind, dass die Planeten von der Erde aus gesehen regelmäßig direkt vor ihrem Heimatstern vorbeiziehen. Mit diesen Korrekturen ergebe sich eine Quote von 22 Prozent der 100 Milliarden sonnenähnlichen Sterne, die erdähnliche Planeten in ihrer habitablen Zone besitzen. Das bedeute allerdings nicht, dass alle diese Planeten für Leben geeignet seien, unterstreicht das Team.

"Manche haben vielleicht dichte Atmosphären, durch die es so heiß wird, dass DNA-ähnliche Moleküle das nicht aushalten", Geoffrey Marcy von der Universität von Kalifornien in Berkeley. "Andere könnten Gesteinsoberflächen haben, die für lebende Organismen geeignetes flüssiges Wasser halten können." Anzeichen für Leben haben die Wissenschaftler in den "Kepler"-Daten weder gesucht noch gefunden.

"Die Entdeckung des ersten extrasolaren Planeten bei einem normalen Stern ist fast 20 Jahre her", betonte Andrew Howard von der Universität von Hawaii. "Seitdem haben wir herausgefunden, dass die meisten Sterne Planeten irgendeiner Größe haben und dass erdgroße Planeten auf engen, für Leben zu heißen Umlaufbahnen relativ häufig sind. Mit dem neuen Ergebnis schließt sich in gewisser Weise der Kreis, indem wir zeigen, dass Planeten wie unsere Erde verhältnismäßig häufig sind in der Milchstraße."

Kleine Hinweise verraten versteckte Planeten

"Die meisten Exoplaneten haben wir anhand einer winzigen Veränderung der (Radial-) Geschwindigkeit ihrer Sterne entdeckt, da dieser eine Planet um sie kreist", schildert der Genfer Astrophysiker Michel Mayor. "Unser Spektrograph ist empfindlich genug, um dieses Eiern messen zu können." Wenn ein ferner Planet seinen Stern umkreist, dann zerrt seine Schwerkraft am Stern minimal, doch messbar. Der Stern eiert und tanzt. Jeder Stern, der so rhythmisch wackelt, muss demnach von einem anderen Körper umgeben sein. Jedoch muss er die Masse unseres Jupiters haben. Eine Welt von der Größe der Erde zerrt zu schwach.

Zweite Möglichkeit: Ein Planet läuft sichtbar vor dem Stern durch und verringert so dessen Helligkeit. Mit dem Auge ist das nicht zu sehen, aber empfindliche Messinstrumente können dies wahrnehmen und erzeugen markante Diagramme mit Helligkeitskurven.



Voraussetzungen für Leben

  • Man braucht einen Zentralstern, der ungefähr die Masse der Sonne hat
  • eine bestimmte Masse - ist sie zu groß, wird alles Leben erdrückt oder ist die Temperatur zu hoch; ist sie zu klein, kann der Planet keine Atmosphäre halten
  • eine bestimmte Temperatur: . Wasser darf nicht gefrieren und nicht kochen - der Planet muss also eine bestimmte Entfernung von der Sonne haben (bewohnbare Zone) und er muss ausgekühlt sein, also eine feste Oberfläche haben.
  • Er braucht einen benachbarten Gasriesen, ähnlich dem Jupiter oder Saturn.
  • Dieser Planet darf nicht zu nah sein, so dass den Planeten nicht aus seiner Bahn wirft. Aber er muss nah genug sein, um Asteroiden und Meteoriten durch seine Schwerkraft anzuziehen und von dem bewohnbaren Planeten abzulenken.
  • Er braucht eine konzentrische Bewegung um die Sonne (keine elliptische) und er muss mit einer gewissen Geschwindigkeit rotieren - so bleibt er stabil in der Bahn, und keine Seite ist auf Dauer extremen Temperaturen ausgesetzt.
  • Er braucht Plattentektonik bzw. Konvektionsströme, damit laufend Nährstoffe aus der Tiefe an die Oberfläche gelangen.
  • Er braucht genügend CO2, damit Pflanzen auf ihm siedeln können, die wiederum die Atmosphäre mit Sauerstoff anreichern.

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