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Ein Mond entsteht - das könnte häufiger passieren, als Astronomen glaubten
Ein Himmel voller Erden
Planetensysteme wie unseres häufiger als gedacht
Planeten wie die Erde, und dazu noch in der bewohnbaren Zone um eine Sonne, entstehen häufiger als gedacht, meint der Zürcher Astrophysiker Sebastian Elser.
Zwei Erdenmonde wurden nach Kollision zu einem © Martin Jutzi, Erik AsphaugZwei Erdenmonde wurden nach Kollision zu einem
Jeder sechste Stern hat ein Planetensystem Jeder sechste Stern hat ein Planetensystem

Ohne den Mond wäre das gewohnte Leben auf der Erde nicht möglich, denn seine Schwerkraft stabilisiert die Erde. Ohne den Mond kippte die Erdachse alle paar Millionen Jahre um bis zu 85 Grad - mit gravierenden Folgen. Die Erde ohne Mond "rollte" dann wie Uranus auf ihrer Bahn um die Sonne entlang. Das Klima wäre ein völlig anderes: Tropische Zonen versänken ohne Mond in Eis und Schnee und die Polarregionen erhitzten sich auf bis zu 80 Grad Celsius, haben Simulationen gezeigt.

Gebiete wie Europa wären innerhalb weniger Monate Temperaturschwankungen zwischen 25 und 45 Grad ausgesetzt. Auch fehlten ohne die Anziehungskraft des Mondes Ebbe und Flut, wie wir sie kennen. Zwar verursacht auch die Sonne Gezeiten, aber diese wirken sich nur gering aus.

Die geringe Wasserbewegung in den Weltmeeren verhinderte die Aufnahme und den Austausch von mineralischen Nährstoffen, ein wichtiger Baustein für das Leben im Ozean. Der Artenreichtum in Küstengebieten wie dem Wattenmeer mit seiner von Ebbe und Flut abhängigen Wasserbewegung wäre ohne Mond nie entstanden. Außerdem spendet der Mond auch nachts Licht. Ohne die nächtliche Reflexion des Sonnenlichtes gäbe es viel weniger Tier- und Pflanzenarten, da eine Vielzahl von Organismen sich an der nächtlichen Beleuchtung orientieren und ihre Aktivitäten an das Vorhandensein von Mondlicht geknüpft sind.

Nur einmal im Jahr, genau sieben Tage nach dem Vollmond im Oktober beziehungsweise November, stoßen die geheimnisvollen Palolo-Ringelwürmer ihre mit Geschlechtszellen gefüllten Hinterteile ab. So sorgen sie für die Verbreitung ihrer Art, wenn ihnen nicht die Feinschmecker von Samoa dazwischenkommen. Denn die erfahrenen Polynesier verstehen es, die Zeichen des Mondes zu lesen, der den Startschuss für die Nacht des Palolo gibt.

Ein weiteres Ergebnis einer Simulation der Erdbewegung ohne den Erdtrabanten: Die fehlende Gravitation des Mondes könnte die Erdrotation nicht mehr abbremsen. Die Erde drehte sich so schnell um die eigene Achse, dass ein Tag auf der Erde nur noch sechs Stunden lang wäre. Auch den uns bekannten Kalender gäbe es bei Nichtexistenz des Mondes nicht, weil er aus der Berechnung von Mondphasen entstanden ist.

Nur selten formen kosmische Kollisionen einen Mond
Monde wie der der Erde, die durch eine kosmische Kollision geformt werden, sind im All eher selten, meinen dagegen Astronomen um Nadya Gorlova von der Universität von Florida. Die Forscher berichten, dass nur fünf bis zehn Prozent aller Planetensysteme so entstandene Monde haben. "Wenn sich ein Mond in einer gewaltigen Kollision formt, sollte überall hin Staub geblasen werden", so Gorlova. "Wenn sich Unmengen Monde formten, hätten wir eine Unmenge Staub gesehen - aber genau das haben wir nicht."

Das Team hat mit dem Spitzer-Weltraumteleskop der Nasa 400 Sterne im Infrarotlicht nach Anzeichen von Staub untersucht. "Wir haben zwei bis vier staubige Objekte gefunden, aber nur bei einem passen die Charakteristika zu einer Mondkollision", sagte Gorlova. Alle Sterne waren 30 Millionen Jahre alt - dem Alter, in dem sich auch der Erdenmond durch einen kosmischen Zusammenstoß gebildet hat.

"Grail"-Sonden
Zum Mond geschossen
Die beiden "Grail"-Raumsonden der Nasa sind zu ihrer neunmonatigen Mondexpedition gestartet.Sie sollen das Schwerefeld des Mondes hundert- bis tausendmal genauer bestimmen als bisher. Astronomen erwarten sich davon Aufschlüsse über die innere Struktur des Erdtrabanten.
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E.T. und Co
Die Sonderausstellung "Keine grünen Männchen! Astrophysik und Biologie suchen nach Leben im All" im Zoologischen Museum der Universität Zürich läuft bis zum 11. März 2012.
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Wissenschaft im Alltag
"Wie wäre die Entwicklung auf der Erde gewesen, wenn der Mond nie existiert hätte?" (Dominique Ploch, Wien)
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