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Gänse © ap Video
Ein dunkler Schatten liegt über der Gänseschar (Beitrag vom 10. November 2015)
Lebendrupf ist verboten
Herkunft der Daunen ist schwer nachzuvollziehen
Der Verband der Deutschen Daunen- und Federnindustrie (VDFI) entwickelt das "Downpass"-Siegel, das ethisch korrekte Daunengewinnung garantieren soll.
Kontrollieren soll das ein Institut namens IDFL. Bisher testet das IDFL aber die Qualität der Federn - von Tierschutz ist auf der Internetseite keine Rede. In den letzten 40 Jahren setzte der VDFI das "Traumpass"-Siegel als Hinweis für den Verbraucher ein. Auch dieses sollte garantieren, dass die verwendeten Federn und Daunen ethisch korrekt sind und nicht aus Lebendrupf stammen. "Bisher hat sich Traumpass einfach nur unterschreiben lassen, dass Tiere nicht gerupft werden", kritisiert Martina Stephany, Kampagnenleiterin der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten", "das reicht aber nicht. Wir haben immer wieder festgestellt, dass man die Lieferkette auditieren muss, das heißt genau kontrollieren muss. Und erst dann, wenn eine dritte Partei unabhängig kontrolliert, kann ich sicher sein, dass Tierschutzaspekte berücksichtigt werden."

Outdoor-Ausrüster wie Patagonia zeigen, dass die von Tierschützern geforderte Kontrolle möglich ist: Unangemeldete und unabhängige Kontrollen bei allen Stationen der Produktion sowie strenge Auflagen verpflichten alle Lieferanten im In- und Ausland, ethisch korrekte Ware zu liefern.

"Lebendrupf ist eindeutig Tierquälerei", sagt Karl Fikuart von der Bundestierärztekammer. "Dem lebenden Tier werden die Federn ausgerissen, die zum Teil nicht reif sind. So werden auch Hautfetzen mitgenommen, die Federkeile, die noch blutig sind und in der Haut festsitzen, werden ausgerissen." In der Europäischen Union dürfen Gänse nur dann mit der Hilfe von Maschinen gerupft werden, wenn sie tot sind.

Bei Schleuderpreisen sollte man vorsichtig sein
Federn © dpa Lupe
Verbraucher können schwer feststellen, woher die Federn stammen
"Wenn ich mir zu einem Schleuderpreis Bettfedernware kaufe, ob nun eine Decke oder ein Kopfkissen, dann kann ich davon ausgehen, dass es sich dabei auch um lebend gerupfte Federn und Daunen handelt, die in diesen Füllungen stecken", sagt Fikuart. Der sei nicht zurückverfolgbar, denn "dafür sind zu viele Handlungsschritte und Bearbeitungsschritte zwischengeschaltet. Hier in Deutschland bekommt man gewaschene Ware, da sind die Hautspuren im wahrsten Sinne des Wortes verwaschen." In einigen Ländern wie China aber auch Polen und Ungarn sei Lebendrupf trotz des EU-Verbots normal, sagt ein Mitarbeiter von Vier Pfoten. "Ich gehe davon aus, dass 80 Prozent der Ware aus diesen Ländern aus Lebendrupf kommt."

"Eine Bettfedernfabrik weiß ja, wo sie kauft und das sind normalerweise Fachleute, die können das beurteilen", sagt Juliane Hedderich vom Verband der Deutschen Daunen-und Federindustrie. "Wenn draufsteht: Kein Lebendrupf, kann das auch belegt werden." Dennoch sei wissenschaftliche Forschung notwendig, um sicher erkennen zu können, ob die Daune durch Lebendrupf gewonnen wurde oder nicht.

Daunen sind in deutschen Betten beliebt
Federn und Daunen sind in deutschen Betten nach wie vor beliebt. "Daunenbetten behaupten sich gut auf dem Bettenmarkt mit einem Anteil von rund 50 Prozent", sagt Hedderich. Die Daunen sind Nebenprodukt der Fleischerzeugung bei Geflügel, das nach Angaben der Westfälischen Landwirtschaftskammer in Münster auf zwei Wegen gewonnen wird: "Gänse werden während der Mauser lebend gerauft oder nach dem Schlachten gerupft", sagt ein Sprecher der Kammer. Beim Raufen - dem Rupfen der Tiere per Hand während der Mauser, wenn sie ihr Federkleid abstoßen - schaffe eine Fachkraft etwa zehn Gänse pro Stunde. Bei größeren Herden seien Trocken-Rupfmaschinen üblich.

Tiertransporte
Quälend lang
Deutschland muss sich aus Sicht der Grünen stärker für eine Vermeidung von Tiertransporten einsetzen. Nötig sei, die Transportzeiten auf maximal acht Stunden zu begrenzen.
Ein Schweineleben
Fleisch wie am Fließband
6000 Ferkel erzeugt ein mittelgroßer Schweinezuchtbetrieb im Jahr. "Wir produzieren die Ferkel im Vier-Wochen-Rhythmus", schildert Berthold Steenkamp.
Bio-Eier mit Ökomängeln
Nicht immer artgerecht
Die Tierschutzorganisation "Peta" hat nach eigenen Angaben das Kontrollunternehmen für Geflügelzucht "IMO GmbH" angezeigt, weil die Kontrollen oberflächlich seien.