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El Niño ist Klimaanomalie im südlichen Pazifik. Die Auswirkungen auf das Wettergeschehen zwischen Amerika und Südostasien sind dramatisch.
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Erde und Sonne Video
Die Fernheizung der Erde verhält sich nicht ganz so, wie Forscher vermuteten
Freispruch für die Sonne
Wenig aktive Sonne wärmt die Erde dennoch auf
Vor allem der Mensch und nicht die Sonne ist schuld am globalen Treibhauseffekt. Ihr Einfluss sei gering, sagt der Potsdamer Astrophysiker Carsten Denker.
"Allein mit dem Einfluss der Sonne lässt sich die derzeit festgestellte Erwärmung nicht erklären", sagt sein Kollege Dr. Alexander Warmuth. Den Klimawandel kann man der Sonne nicht zuschreiben, aber ihre Aktivität hat dennoch Einfluss auf die Temperaturen auf der Erde: "Die unmittelbare Umgebung der Sonnenflecken ist etwas heller als die ungestörte Sonne." Wenn es viele Sonnenflecken gibt, ist die Sonne etwas heller.

Eisbohrkerne bestätigen: Die Sonne ist es nicht
Dem Potsdamer Astrophysiker stimmen Forscher um den Dübendorfer Umweltphysiker Jürg Beer zu, nachdem sie Eisbohrkerne untersucht haben. Der Anteil des Isotops 10Beryllium passt nicht zu dieser Vermutung, weiß Beer. Es entsteht umso mehr, je ruhiger die Sonne sich verhält. "Wir gehen davon aus, dass der Anteil der Sonne an der Erwärmung zwischen 10 und 50 Prozent liegt", sagt der Dr. Alexander Warmuth, ebenfalls aus Potsdam.

Messungen des Satelliten "Solar Radiation and Climate Experiment" ("Sorce") von 2004 bis 2007 zeigen, dass die Sonne in dieser Zeit zwar weniger aktiv war, dennoch die Temperatur auf der Erde marginal stieg: Der sichtbare Teil - anders als der ultraviolette - des Lichts nahm zu. Dieser beeinflusst die Temperatur auf der Erde. Die federführende US-AtmosphärenphysikerinJoanna Haigh betont aber, dass diese Daten nicht auf den Sonnenzyklus an sich verallgemeinert werrden können, weil der Beobachtungszeitraum zu kurz ist.

Temperatur der Erde schwankt im Takt der Sonne
Satellitendaten aus fünf Jahrzehnten belegen weltweite Temperaturschwankungen im Rhythmus der Sonnenaktivität. Zu Zeiten des solaren Maximums ist es auf der Erde demnach im globalen Mittel fast 0,2 Grad Celsius wärmer als im Minimum. Die Stärke der Sonnenstrahlung schwankt leicht in einem etwa elfjährigen Aktivitätszyklus. Temperaturänderungen durch den Sonnenzyklus waren stets vermutet worden, ließen sich jedoch bisher nur regional messen, nicht global. Die Forscher Ka-Kit Tung und Charles Camp von der Universität von Washington in Seattle werteten im August 2007 ihre Analyse als weitere Bestätigung für den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel, wie ihn gängige Klimamodelle zeigen. So belege die Studie mit unabhängigen Messungen auch, dass die Klimamodelle die Auswirkungen zusätzlicher Energie in der Atmosphäre korrekt voraussagen können.

Wie stark das Erdklima von vergleichsweise geringen Veränderungen der Sonnenaktivität abhängt, hat die "Kleine Eiszeit" zwischen 1645 und 1715 gezeigt. Damals wurde die Erde von der kältesten Periode seit der letzten großen Eiszeit vor 10.000 Jahren heimgesucht. Die Sonnenleuchtkraft hatte sich damals um 0,25 Prozent verringert. Andererseits hat die Leuchtkraft der Sonne seit deren Entstehung vor 4,6 Milliarden Jahren bis heute um 30 Prozent zugenommen, ohne dass die Erde zur Gluthölle wurde. Doch dieser Helligkeitsanstieg erfolgte langsam und konnte durch geochemische Reaktionen kompensiert werden.

Die Sonne wird ab einem Kipppunkt entscheidend
Der Treibhauseffekt kann sich allerdings lawinenartig verstärken: Bei einer Erhöhung der Sonnenleuchtkraft um zwei Prozent klettert die Durchschnittstemperatur um ungefähr vier Grad. Dann schmilzt an den Polen so viel Eis, dass der Meeresspiegel um etwa 40 Zentimeter ansteigt - Tausende Quadratkilometer Land werden überschwemmt.







Interaktiv
Die Sonne, acht Planeten und ein bisschen mehr
Auf Entdeckungstour durch unser Sonnensystem: von seinem zentralen Gestirn zu Kuipergürtel, Kometen, der Oortschen Wolke und dem einstigen Planeten Pluto. Erfahren Sie nun mehr in unserer interaktiven Infografik.
Literatur
Camp CD, Tung KK (2007) Surface warming by the solar cycle as revealed by the composite mean difference projection. Geophys Res L 34: L14703
Mediathek
"Stereo: The Sun in 3-D Movie" von der Nasa
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