"Johannes Brahms - Ein deutsches Requiem" - Dirigent Paavo Järvi trägt einen schwarzen Anzug und ein weißes Hemd. Er steht vor einer roten Wand. © ZDF_Ventre Photo
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Dirigent Paavo Järvi
Johannes Brahms - Ein deutsches Requiem
Brahms "Deutsches Requiem" ist ein Werk für die Lebenden. Nicht das Seelenheil der Verstorbenen ist sein Anliegen, sondern Trost für die Hinterbliebenen.
150 Jahre nach der Uraufführung der Bremer Fassung kehrt das "Deutsche Requiem" 2018 in den Dom der Hansestadt zurück - mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Paavo Järvi, dem Lettischen Staatschor sowie Valentina Farcas und Matthias Goerne in den Solopartien.

"Johannes Brahms - Ein deutsches Requiem" - Das Orchester steht mit Dirigent Paavo Järvi auf dem Rasen vor dem Gebäude der Kammerphilharmonie Bremen. Die Musiker haben ihre Instrumente in der Hand. © ZDF_Oliver Reetz Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Paavo Järvi
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Paavo Järvi
Wie viele andere Werke Brahms entstand das "Deutsche Requiem" in mehreren Etappen und über einen großen Zeitraum hinweg. Nach langwierigen Vorarbeiten wurden 1861 erste Teile schriftlich fixiert. Doch es dauerte noch sieben Jahre, bis am Karfreitag 1868 erstmals eine vollständige Fassung mit sechs Sätzen im St. Petri Dom in Bremen erklang. Die Aufführung wurde vom Komponisten selbst dirigiert. Sie war ein großer Erfolg und bedeutete einen entscheidenden Wendepunkt in Brahms Karriere. Vorher eher als Klaviervirtuose wahrgenommen, wurde er jetzt schnell als Komponist bekannt. Nochmal ein Jahr später wurde dann die heute allgemein gespielte siebensätzige Fassung in Leipzig uraufgeführt.

Mehr Oratorium als Totenmesse
Der Titel allerding führt auf die falsche Spur, denn die berühmten Requiem-Vertonungen mit ihrer festen Bindung an die Liturgie der katholischen Totenmesse sind kein Vorbild für das "Deutsche Requiem". Eher könnte man es als Oratorium auffassen, das ohne liturgischen Ort konfessions- und religionsübergreifend ist.

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen spielt das Werk in der Fassung mit sieben Sätzen. Allerding orientiert sie sich hinsichtlich der Orchesterstärke an der Anzahl der Mitwirkenden, die Brahms seinerzeit zur Verfügung stand. Und die war deutlich geringer als heute üblich.

Mit
Valentina Farcas Sopran
Matthias Goerne Bariton
Koris Latvija Chor
Deutsche Kammerphilharmonie, Bremen Orchester
Paavo Järvi Musikalische Leitung

Valentina Farcas © ZDF_Dario Acosta Valentina Farcas
Staatschor Latvija © ZDF_Kaspars Alksnis Staatschor Latvija
Matthias Goerne © ZDF_Caroline de Bon Matthias Goerne

Sendedaten
Sonntag, 22. April 2018, 11.30 Uhr
Erstausstrahlung
Info
Aufzeichnung, St. Petri Dom Bremen
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Samstag, 28. April 2018, 20.15 Uhr