Diplomatie ist nicht die Stärke von Donald Trump. Ob er hier lernfähig ist, bleibt die Frage, die sich die Welt gerade stellt. © ap
Diplomatie ist nicht die Stärke von Donald Trump. Ob er hier lernfähig ist, bleibt die Frage, die sich die Welt gerade stellt.
Diplomatie ist nicht die Stärke von Donald Trump. Ob er hier lernfähig ist, bleibt die Frage, die sich die Welt gerade stellt.
"Völlig unklar"
Trumps Verhältnis zu Lateinamerika
Wie reagiert die lateinamerikanische Welt auf Donald Trump - nach dessen Wahlkampfpöbeleien? makro-Moderatorin Eva Schmidt fragt den Politikwissenschaftler Wolfgang Muno.
Die Latinos in den USA galten als Zünglein an der Waage bei dieser Wahl. Und dennoch wird nun ein Mann Präsident, der sich offen rassistisch äußert und eine Mauer zu Mexiko bauen will. Fürs Erste, sagt Wolfgang Muno, ist "völlig unklar, was passieren wird".

makro: Europa reagiert verunsichert auf den neuen Präsidenten. Geht es Lateinamerika ähnlich?

Wolfgang Muno: Lateinamerika scheint gespalten zu sein. Die konservativen Regierungen in Argentinien, Paraguay und Kolumbien etwa gehörten zu den ersten, die Trump gratulierten. Die linken Regierungen, etwa in Venezuela, sind dagegen ebenfalls verunsichert. In der Außenpolitik ist Trump aber eine große Unbekannte, niemand weiß, wie Trumps Außenpolitik aussehen soll, da er dazu kaum etwas gesagt hat.

makro: Vor einigen Wochen hat der mexikanische Präsident Donald Trump empfangen. Nehmen die Mexikaner Trump mit seinen Drohungen vielleicht gar nicht so ernst?

Wolfgang Muno: Die Drohung, eine Mauer zu bauen, die Mexiko bezahlen soll, ist absurd, das kann und hat niemand wirklich ernst genommen, sicherlich auch niemand in Mexiko. Allerdings könnte es zu Verschärfungen in der Behandlung illegaler Migranten aus Lateinamerika (und speziell Mexiko) kommen, das wird ganz deutlich wahrgenommen. Kritisch sieht Trump auch NAFTA, das Freihandelsabkommen mit Mexiko, das auf den Prüfstand soll. Auch hier gibt es Bedenken in Mexiko, der Peso ist bereits deutlich gefallen, eine erste Reaktion.

makro: Zuletzt sind einige linke Regierungen in Brasilien, Argentinien und Peru abgewählt worden. Kann sich das bürgerlich-konservative Lager besser mit Trump arrangieren?

Wolfgang Muno: Die konservativen Regierungen hoffen, mit der republikanischen Regierung Trump besser zusammenarbeiten zu können. Man kann aber nicht sagen, wie Trumps Lateinamerikapolitik aussehen wird. Er ist im Wahlkampf kaum auf Lateinamerika eingegangen, auf Trumps Homepage wie auch in seinem Wahlprogramm steht praktisch nichts zu einer zukünftigen Lateinamerikapolitik.

Es ist also völlig unklar, was passieren wird. Zentral wird sein, welche personellen Entscheidungen hier im State Department und anderen Behörden in den nächsten Wochen gefällt werden, also wer zukünftig für die Lateinamerikapolitik stehen wird.

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(Freitag, 11. November, 21.00 Uhr)
Zur Person
Prof. Dr. Wolfgang Muno
Wolfgang Muno ist Vertretungsprofessor für Internationale Politik und Vergleich Politischer Systeme an der Uni Landau. Sein Schwerpunkt ist die Erforschung von Entwicklung und Unterentwicklung bzw. die Frage, warum einige Länder arm und andere reich sind. Hauptsächlich beschäftigt sich Wolfgang Muno dabei mit Ländern Lateinamerikas.
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