Der Einfluss von Wetter auf die Wirtschaft ist überraschend hoch. © dpa
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Der Einfluss von Wetter auf die Wirtschaft ist überraschend hoch.
Wetter macht Wirtschaft
Die Abhängigkeit von den Unbilden der Natur
Nach dem Jahrhundertsommer 2018 fielen die Flusspegel und die Heizölpreise stiegen, weil die Tankschiffe weit weniger transportieren konnten. Klar ist: Auch heute noch beeinflusst das Wetter unser Wirtschaftsleben.
Forst- und Landwirte wissen das seit Jahrhunderten. Doch ohne Wetterdaten kommen heute beispielsweise auch Luft- und Schifffahrt, Bau- oder Energiewirtschaft nicht aus. Rund 80 Prozent aller Wirtschaftstätigkeiten werden vom Wetter beeinflusst.

Der Vorhersagemarkt boomt entsprechend. Wetterdienste sind ebenso gefragt wie Wetter-Apps. Für Rückversicherer sind Wetterereignisse wichtige Geschäftsindikatoren. Hochwasser und Stürme beeinflussen die Jahresbilanzen. 2018 brauste "Friderike" im Winter durch Europa, im Sommer wütete dann "Fabienne". Und wegen des Klimawandels entwickelt sich die Wetterforschung zu einem Wirtschaftszweig mit Potential.

 

Studiointerview: "Rechtzeitige Klimaanpassung"
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Zu Gast bei makro ist Prof. Heiko Paeth. Er sagt, die durch den Klimawandel verursachten Wetterextreme erfordern vielfältige Anpassungen. Diese reichen vom Waldumbau bis zur Stadtplanung.
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Vorabinterview: Klimawandel konkret
Sturm und aufgeweichter Boden vereinen sich zu verheerender Wirkung. © dpa
Schneemassen im Winter, Dürre im Sommer. Am Ende sind es aber vor allem die Städte, die unter dem Klimawandel leiden werden, erklärt der Geograph Heiko Path im Vorab-Interview mit makro-Moderatorin Eva Schmidt.
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makroskop Wetter
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Der Hitzesommer 2018 könnte als einer der teuersten in die Geschichte eingehen. Von Land- und Forstwirtschaft über die Stromerzeugung bis zur Chemieindustrie: Eine Vielzahl von Branchen ist betroffen.
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Versicherungswirtschaft

Das Jahr 2018 gehört zu den schwersten Sturmjahren seit Jahrzehnten mit Schäden von 2,2 Milliarden Euro in Deutschland. Besonders heftig schlug Sturmtief "Friederike"zu: rund 1 Milliarde Euro. Starkregen verursachte weitere 500 Millionen Euro an Schäden, schätzt die deutsche Versicherungswirtschaft.

Forstwirtschaft

Allein in den deutschen Wäldern beschädigt der Dürresommer 2018 mehr als 300.000 Hektar, befürchtet der Bund der Deutschen Forstleute. Der extreme Sommer macht Holz zur leichten Beute von Schädlingen. "Waldumbau" gilt deshalb als Zukunftsaufgabe der Forstwirtschaft: Mehr Mischwälder statt der weit verbreiteten Nadelholz-Monokulturen.

Energiewirtschaft

Der Energiesektor ist besonders wetterabhängig. Kohle- oder Atomkraftwerke wie Philippsburg reduzieren ihre Leistung. Aus dem viel zu warmen Rhein darf 2018 kein Kühlwasser mehr entnommen werden. Und ausgerechnet für Ökostrom ist der Hitzesommer nichts: Zu wenig Wind für Windräder, zu wenig Wasser in Wasserkraft-Speicherseen. Der süddeutsche Energieriese EnBW erwartet beispielsweise im Bereich der Erneuerbaren Energien statt dickem Plus von 10-20% bestenfalls noch ein Plus von 5 Prozent, möglicherweise sogar Verluste bis zu 10%.

Schifffahrt

Auf dem Rhein, Deutschlands zentraler Wasserstraße, fallen die Pegel 2018 dramatisch. Frachter dürfen zeitweise nur noch ein Drittel der üblichen Ladung transportieren. Für die Reedereien bedeutet dies tägliche Verluste von bis zu 4000 Euro pro Schiff, für die Autofahrer höhere Benzinpreise an den Tankstellen, weil der Nachschub stockt. Die Aufschläge betragen im Schnitt bis zu 20 Cent je Liter, behauptet das Essener Wirtschaftsforschungsinstitut RWI im November 2018.

Chemieindustrie

Bei BASF unterbricht das extreme Niedrigwasser 2018 wichtige Lieferketten. 40 Prozent der Anlieferungen am Stammwerk in Ludwigshafen kommen normalerweise per Schiff. Die Engpässe kosten BASF rund 250 Millionen Euro. BASF denkt deshalb für die Zukunft über Flachbootschiffe und Pipelines im Flussbett nach.

Extremwetter: Umdenken auf dem Acker
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Die Anpassung der Landwirtschaft an das Wetter ist so alt wie der Ackerbau selbst. Bauern kennen das. Doch Hitze, Dürre und Starkregen erfordern neue Ideen. Mitunter auch ganz alte.
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Städte

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Wetterextreme machen sich in Städten in besonderer Weise bemerkbar. Innenstädte werden zu Backöfen, bei Starkregen fließt das Wasser nicht ab. Ein Besuch in der alten Festungsstadt Mainz.
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"Hitze und Starkregen"
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Kommunen müssen sich auf das Unvermeidbare einstellen, sagt Ulrich Matthes vom Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen. Er fordert mehr Frischluftschneisen, sowie Begrünung von Dächern und Fassaden.
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Versicherung

Wetterschäden: Allein mit dem Risiko
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90 Prozent der Naturkatastrophen gelten als wetterbedingt. Am Ende laufen bei Versicherungen gewaltige Schäden auf - ein Risiko, das ihnen immer öfter zu hoch wird. Verbraucher stehen im Regen.
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Wetterextreme: Teurer Hagel
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Die Zahl der wetterbedingten Katastrophenereignisse habe substantiell zugenommen, sagt Ernst Rauch vom Rückversicherer Munich Re. Ereignisse, die er mit dem Klimawandel in Verbindung bringt.
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Sendedaten
makro
Wetter
Freitag, 8. Februar 2019, 21.00 Uhr
Wiederholung: Sonntag 6.15 Uhr
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Wetter: Reden Sie mit!
Wir sollten uns auf häufige Extremwetterlagen vorbereiten, sagt Prof. Heiko Paeth. Und zwar in so unterschiedlichen Bereichen wie Landwirtschaft, Energiegewinnung und Stadtplanung. Diskutieren Sie mit!
Studiogast
Prof. Dr. Heiko Paeth
Heiko Paeth ist seit 2006 Professor für Physische Geographie an der Universität Würzburg. In Forschung und Lehre beschäftigt er sich hauptsächlich mit Klimaänderungen, saisonaler Klimavorhersage und Klimamodellierung, regionale Schwerpunkte seiner Arbeit sind Mitteleuropa, Mittelmeerraum und Afrika.
Infografik
LupeSchaden durch Naturkatastrophen
Hochwasser, Sturm und Hagel bilden das Trio infernale der Naturkatastrophen in Deutschland. Gemessen am verursachten Versicherungsschaden führen das Hochwasser von 2002 und der Jahrhundertsturm Kyrill das Ranking an.
Archiv
Landwirtschaft im Klimastress
Die diesjährige Dürre in Deutschland führte zu massiven Ernteausfällen und Futtermangel. Die Scobel-Sendung diskutiert, wie sich angesichts extremer Wetterlagen die Landwirtschaft verändern muss.
(scobel, 13.12.2018)
Schwerpunkt
Agrar & Ernährung
Schwerpunkt
Umwelt - Nachhaltigkeit - Greentech