Wellen auf dem Meer © colourbox.de
Sendung ansehenSendung ansehen
Wasser, Wellen Tiefseeboden. All das weckt Begehrlichkeiten, denn mit und auf dem Meer lässt sich richtig Geld verdienen.
Wem gehört das Meer?
Kampf um die Ozeane
Die Weiten des Ozeans sind ein Niemandsland. Wenn es aber darum geht, das Meer wirtschaftlich zu nutzen, ist die Hohe See ein "Jedermannsland". Und da wir alle die Ozeane immer mehr in Anspruch nehmen, steigen auch die Konflikte.
Waren aus Übersee kommen zu 95 Prozent auf dem Seeweg bei uns an. Zudem gewinnt das Meer als Lieferant von Rohstoffen an Bedeutung.
Aber nicht nur die Schätze unter dem Meeresboden erzeugen Spannung. Auf der Wasseroberfläche verändert der durch Donald Trump ausgelöste Handelsstreit den internationalen Warenverkehr. Die deutsche Schifffahrtsbranche sieht darin ein konkretes Risiko für ihr Geschäft. Und die maritime Wirtschaft ist ein nicht unerheblicher Faktor, denn die deutsche Handelsflotte ist die viertgrößte der Welt.

Streit im Asowschen Meer
Die Meerenge von Kertsch ist Schauplatz des jüngsten Streites um Handelswege. Sie liegt am Asowschen Meer zwischen, der von Russland 2014 annektierten ukrainischen Halbinsel Krim und dem russischen Festland. Konntolliert wird sie von der russischen Marine.
Russland und die Ukraine sind dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen beigetreten. Es soll unter anderem sicherstellen, dass Schiffe Meerengen frei passieren können - ohne die Zustimmung der Anliegerstaaten.
Doch seit Monaten blockiert Russland wichtige ukrainische Häfen, indem es Schiffe im Asowschen Meer aufhält. Sie können nicht so schnell wie geplant in die ukrainischen Häfen einlaufen. Einer davon liegt in Mariupol. Weil dorthin nur noch wenige Schiffe gelangen und wenn, dann mit großer Zeitverzögerung, ist die Stadt nicht mehr in der Lage ihren Export und Import abzuwickeln. Das wiederum schwächt die Wirtschaft.

 

Studiointerview: Schattenseiten der globalisierten Seefahrt
VideoVideo
Es gibt immer neue Seewege und immer mehr Akteure auf See. Zudem überlagern sich die Interessen vieler Staaten. Das führe zu immer mehr Konflikten, sagt Prof. Alexander Proelß von der Uni Hamburg.
Interview ansehen

Konfliktherd Meer - Vorabinterview mit Prof. Alexander Proelß
Gwehr mit Zielfernrohr © ap
Der fast vergessene Konflikt zwischen Russland und der Ukraine ist mit Vehemenz zurück - und zwar an einer neuen Front: auf dem Meer. Über die Hoheit auf See und die Herrschaft an Land sprach makro-Moderatorin Eva Schmidt mit dem Völkerrechtler Alexander Proelß.
Interview lesen

Wem gehört was auf See?

<b>Nur die "Hohe See" gehört allen</b><br />Das Meer ist kein rechtsfreier Raum. Der Experte für Seerecht, Prof. Alexander Proelß erklärt, welche Rechte eine Küstennation bei Fischerei und Rohstoffgewinnung hat und wo die "Hohe See" beginnt.
Nur die "Hohe See" gehört allen
Das Meer ist kein rechtsfreier Raum. Der Experte für Seerecht, Prof. Alexander Proelß erklärt, welche Rechte eine Küstennation bei Fischerei und Rohstoffgewinnung hat und wo die "Hohe See" beginnt.
<b>Insel oder Felsen?</b><br />Ob es sich bei kleineren Landformationen um "Inseln" oder lediglich um "Felsen" handelt, ist eine Frage die darüber entscheidet, ob ein Staat riesige Meeresgebiete ausschließlich wirtschaftlich nutzen darf.
Insel oder Felsen?
Ob es sich bei kleineren Landformationen um "Inseln" oder lediglich um "Felsen" handelt, ist eine Frage die darüber entscheidet, ob ein Staat riesige Meeresgebiete ausschließlich wirtschaftlich nutzen darf.

Zum Gebiet eines Staates gehören die Gewässer bis zu 12 Seemeilen vor der Küste. © zdf Zum Gebiet eines Staates gehören die Gewässer bis zu 12 Seemeilen vor der Küste.
Die Wirtschaftszone reicht bis zu 200 Seemeilen weit. In diesem Gebiet darf das angrenzende Küstenland alleine fischen und Rohstoffe fördern. © zdf Die Wirtschaftszone reicht bis zu 200 Seemeilen weit. In diesem Gebiet darf das angrenzende Küstenland alleine fischen und Rohstoffe fördern.
Wer geologisch nachweist, dass seine Landmasse unter Wasser weiter hinaus ragt, dem gehören die Rohstoffe im Boden sogar bis zu 350 Seemeilen weit. © zdf Wer geologisch nachweist, dass seine Landmasse unter Wasser weiter hinaus ragt, dem gehören die Rohstoffe im Boden sogar bis zu 350 Seemeilen weit.

Piraterie

Not treibt die Piraten aufs Meer
Mit der elektronischen Patientenakte "Vivy" soll auch das deutsche Gesundheitswesen Anschluss ans digitale Zeitalter finden. © dapd
VideoVideo
Vor den Küsten Afrikas verlaufen wichtige Schiffsrouten. Die Menschen dort sind arm und leben in instabilen Staaten. Piraterie scheint ein Ausweg. Allzu verlockend sind die riesigen Summen an erpresstem Lösegeld.
Bericht ansehen

<b>Piraterie auf dem Rückzug</b><br />Wie es um die Piraterie steht, wo es für Schiffe besonders gefährlich ist und was gegen die Überfälle getan wird, berichtet Patricia Schneider vom Institut für Friedensforschung der Uni Hamburg.
Piraterie auf dem Rückzug
Wie es um die Piraterie steht, wo es für Schiffe besonders gefährlich ist und was gegen die Überfälle getan wird, berichtet Patricia Schneider vom Institut für Friedensforschung der Uni Hamburg.
<b>Piraten- Verlierer der Globalisierung</b><br />Piraterie sei ein Phänomen, bei dem sich Personen wiederfinden, die auf der Schattenseite der Globalisierung stehen, sagt der Historiker Prof. Michael Kempe, Leiter des Leibniz-Archivs in Hannover.
Piraten- Verlierer der Globalisierung
Piraterie sei ein Phänomen, bei dem sich Personen wiederfinden, die auf der Schattenseite der Globalisierung stehen, sagt der Historiker Prof. Michael Kempe, Leiter des Leibniz-Archivs in Hannover.

Schiffs-Recycling

Abgewrackt von Hand
© reuters
VideoVideo
In mühsamer Handarbeit zerlegen Arbeiter in Bangladesch ausrangierte Schiffe. Verpflichtende Umwelt- und Arbeitsstandards gibt es dort bislang nicht. Ein lebensgefährlicher Job.
Bericht ansehen

"Die Hongkong-Konvention ist unser schärfstes Schwert"
VideoVideo
Ralf Nagel vom Verband Deutscher Reeder glaubt, dass sich mit der Hongkong-Konvention, einem internationalen Übereinkommen, die Arbeitsbedingungen für die Menschen und der Umweltschutz an den Recycling-Standorten verbessern.

Interview ansehen

Berichte aus der Sendung

Mehr vom Meer
© ap
VideoVideo
Es geht um Handelswege, Felsen, Inseln und um Bodenschätze. Weltweit streiten sich Nationen darum. Denn wer das Meer beherrscht, vermehrt seinen Wohlstand und baut seine Herrschaft aus.
Bericht ansehen

makroskop: Maritime Nadelöhre
© reuters
VideoVideo
Ob die Straße von Malakka oder der Suez-Kanal. Die Meerengen sind wichtig für jede Art von Schifffahrt. Unser Wohlstand hängt ab von ihrer Befahrbarkeit. Besonders heikel sind sie für den Ölhandel.
Bericht ansehen

Rückgrat der Globalisierung
© dpa
VideoVideo
Containerschiffe transportieren riesige Mengen Waren quer über die Weltmeere und machen so den globalen Handel erst rentabel. Doch die ganz großen Schiffe rentieren sich nur auf frachtstarken Routen.
Bericht ansehen

Sendedaten
makro
Wem gehört das Meer?
Freitag, 7. Dezember 2018, 21.00 Uhr
Mediathek
© mev[>> Alle Videos auf einen Blick]
Reden Sie mit!
Ist das Meer Niemandsland oder Jedermannsland? Wem gehören, Wasser, Tiere, Tiefseeboden? Diskutieren Sie mit unserem Studiogast. Prof. Alexander Proelß von der Uni Hamburg!
Info
Meeresatlas 2017
Die Heinrich Böll Stiftung veröffentlicht in Kooperation mit "Ozean der Zukunft" und "Le monde diplomatique" erstmals einen Meeresatlas, in dem Daten und Fakten über unseren Umgang mit dem Ozean festgehalten sind.
Ausstellung zum Thema
Europa und das Meer
"Europa und das Meer" ist eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums in Zusammenarbeit mit dem Jean Monnet Lehrstuhl für Europäische Geschichte der Universität zu Köln. Sie dauert noch bis zum 6.01.2019
Europa und das Meer
Wirtschaftsdokumentation
Mafia auf dem Meer
Viele Küstenbewohner, besonders in Indonesien, leben vom Fischfang. Doch das Geschäft wird immer härter, denn sie konkurrieren mit einer international tätigen Fisch-Mafia.
(makro, 04.05.2018)
Schwerpunkt
Schifffahrt