In Frankfurts Finanzviertel sind ausländische Investoren besonders präsent. © dpa
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In Frankfurts Finanzviertel sind ausländische Investoren besonders präsent.
Wem gehört Deutschland?
Die stille Macht der Investoren
Jede zweite Dax-Aktie liegt in den Händen ausländischer Investoren. Während wir unser Geld lieber zum Nulltarif auf dem Sparbuch horten, stecken Ausländer Milliarden in deutsche Firmen.
Adidas gehört zu mehr als 80% ausländischen Investoren, bei Bayer und Infineon sind es über 70%. Insgesamt sind nach den aktuellen Geschäftsberichten 19 Dax-Unternehmen zu mindestens 50% in ausländischer Hand. Für Aufsehen sorgt Chinas Einkaufstour. Mit jeweils knapp 10% waren der Autobauer Geely bei Daimler und der Mischkonzern HNA bei der Deutschen Bank eingestiegen. HNA hat sich jedoch finanziell verhoben, seine Beteiligung aktuell auf 7,6% reduziert und wird wohl perspektivisch ganz aussteigen.

Größter Eigentümer von Dax-Unternehmen ist der amerikanische Vermögensverwalter BlackRock, der an allen 30 Aktiengesellschaften beteiligt ist. Sein durchschnittlicher Anteil liegt bei fast sechs Prozent. Nachdem vor zehn Jahren die Pleite der US-Investmentbank Lehman eine weltweite Finanzkrise ausgelöst hatte, war BlackRock einer der großen Profiteure. Nach dem Crash konnte der solvente Investor günstig einsteigen.

Die <b>USA</b> sind - gemessen an der Zahl der Firmenübernahmen - der <b>größte ausländische Investor</b> in Deutschland, gefolgt von unseren europäischen Nachbarn. China kommt auf Platz 4. Die USA sind - gemessen an der Zahl der Firmenübernahmen - der größte ausländische Investor in Deutschland, gefolgt von unseren europäischen Nachbarn. China kommt auf Platz 4.
Die Zahl <b>chinesischer Übernahmen</b> in Deutschland ist zuletzt leicht rückläufig. Allerdings: Das Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr liegt aufgrund des Geely-Einstiegs bei Daimler bei knapp zehn Mrd. Dollar. Die Zahl chinesischer Übernahmen in Deutschland ist zuletzt leicht rückläufig. Allerdings: Das Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr liegt aufgrund des Geely-Einstiegs bei Daimler [...]
Auch <b>europaweit</b> scheint der <b>Zenit</b> der Transaktionsaktivitäten chinesischer Unternehmen <b>überschritten</b> zu sein. Im ersten Halbjahr 2018 sank die Zahl der Deals gegenüber 2017 von 126 auf 111. Das Investitionsvolumen hat sich im Halbjahresvergleich sogar mehr als halbiert: von 31,6 auf 14,9 Mrd. Dollar. Auch europaweit scheint der Zenit chinesischer Transaktionsaktivitäten überschritten zu sein. Im ersten Halbjahr 2018 sank die Zahl der Deals gegenüber 2017 von [...]

Deutsche Traditionsunternehmen wie ThyssenKrupp kämpfen gegen ihre Zerschlagung durch internationale Finanzinvestoren. Über Strategie und Personal entscheiden oft ausländische Geldgeber. Mit ihren Aktienpaketen zielen besonders Hedgefonds darauf ab, durch den Verkauf einzelner Sparten schnelle Profite einzufahren. Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Auf der anderen Seite schaffen die Milliarden-Investitionen aus dem Ausland hierzulande auch neue Jobs, führen zu Innovationen und sorgen für mehr Wohlstand. Im Zuge der Globalisierung erwirtschaften deutsche Unternehmen einen immer größeren Teil ihrer Umsätze und Gewinne im Ausland. Mit ihrem weltweiten Erfolg steigt automatisch das Interesse. Sind ausländische Investoren für uns eher ein Fluch oder eher ein Segen?

 

Studiointerview: China hat "langfristiges Interesse"
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Ein staatliches Veto gegen die Übernahme eines inländischen Unternehmens durch einen ausländischen Investor sollte die absolute Ausnahme bleiben, sagt die Wirtschaftsexpertin Cora Jungbluth.
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Vorabinterview: Feindliche Übernahme?
Die chinesische Flagge könnte bald über vielen Firmen wehen. Meist ist dies unproblematisch. Aber nicht immer. © dpa
Was tun, wenn eine chinesische Firma ein deutsches Schlüsselunternehmen übernimmt? Die Bundesregierung denkt über ein robustes Veto nach. Gar nicht so einfach, sagt Cora Jungbluth dem Wirtschaftsmagazin makro.
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Wem gehört der Dax?

5 Fakten zum Dax
Der Leitindex Dax umfasst die 30 größten börsennotierten Unternehmen. © dpa
Früher wurden Deutschlands Vorzeigeunternehmen meist auch von deutschen Großaktionären kontrolliert. Heute ist die Aktionärsstruktur der DAX-Firmen international.
zu den 5 Fakten

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Die größten deutschen Unternehmen gehören mehrheitlich ausländischen Investoren, Ende 2017 zu rund 54%. US-amerikanische Anleger halten 21%, Chinesen spielen hingegen nur eine geringe Rolle.
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Berichte aus der Sendung

Chinas strategische Käufe
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Chinesische Unternehmen investieren gezielt in deutsche Hightech-Firmen. Getreu Pekings "Masterplan 2025" akquirieren sie Knowhow. Dies ruft Berlin und Brüssel auf den Plan. Gefragt ist eine Strategie.
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Boge: Der Schreck lässt nach
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Der Autozulieferer Boge aus dem niedersächsischen Damme ist ein deutscher Mittelständler, wie er im Buche steht. Außer: Er ist chinesisch, seit 2014. Zeit für einen Besuch.
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Blackrock: Der unsichtbare Riese
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Die Firma Blackrock und ihr Boss, Larry Fink, gelten als die einflussreichste Größe der Wall Street. Weitgehend unbemerkt ist das Unternehmen zum größten Vermögensverwalter der Welt aufgestiegen.
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Immobilien: Verdrängungswettbewerb
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Institutionelle Investoren wie Pensionsfonds, Versicherungen und Wohnungsgesellschaften drängen auf den deutschen Immobilienmarkt, teils mit rüden Methoden. Ein Ortsbesuch.
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Sendedaten
makro
Wem gehört Deutschland?
Freitag, 14. September 2018,
21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
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Ausländische Investoren
Reden Sie mit!
Cora Jungbluth sagt, es gehe darum, legitime nationale Interessen zu wahren, insbesondere dann, wenn hinter dem Investor staatlicher Einfluss stehe. Diskutieren Sie mit!
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Dr. Cora Jungbluth
Cora Jungbluth ist Wirtschaftsexpertin im Programm Megatrends der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt auf ausländischen Direktinvestitionen und internationalem Handel.
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Deutschland süß-sauer
Chinesische Unternehmen investieren massiv in deutsche Firmen und verschaffen sich so Zugang zu Know-how und Technik. Und das mit gezielter Unterstützung der chinesischen Regierung.