Die Health-Care-Branche verspricht sich große Vorteile durch die Anwendung von Big Data - sowohl in der medizinischen Forschung als auch bei Diagnostik und Therapie. © pr
Sendung ansehenSendung ansehen
Die Health-Care-Branche verspricht sich große Vorteile durch die Anwendung von Big Data - sowohl in der medizinischen Forschung als auch bei Diagnostik und Therapie.
Big Data in der Medizin
Verheißung oder Vertrauensbruch?
In kaum einer anderen Branche ist das Sammeln und Auswerten von Daten so umstritten wie im Gesundheitswesen. Wie sicher sind Patientendaten heute überhaupt noch?
Mediziner erhoffen sich vom Datenschatz in den Krankenakten hilfreiche Informationen für passgenaue Therapien, die Pharmaindustrie für eine schnellere Entwicklung von Medikamenten. Hemmt womöglich ein strenger Datenschutz den Fortschritt?

Die Gesundheitsbranche ist für den Einsatz künstlicher Intelligenz wie geschaffen, heißt es. Es gibt große, gut strukturierte Datenmengen und den Wunsch einer Beobachtung über definierte Zeiträume. Denkbare Einsatzbereiche sind pharmazeutische Wirkstoffforschung, Analyse von Anwendungstest, Diagnostik, Therapieoptimierung und Patientenbeobachtung.

Goldman Sachs beziffert mögliche Kostenersparnisse durch Einsatz entsprechender Algorithmen in der Medikamentenentwicklung auf 26 Mrd. Dollar jährlich. Datengestützte Effizienzgewinne in Therapie und im Betrieb von Krankenhäusern könnten sich auf rund 28 Mrd. Dollar pro Jahr addieren.

Google ist auch dabei
Die Google-Tochter DeepMind, zum Beispiel, arbeitet bereits mit der staatlichen, britischen Gesundheitssystem National Health Service (NHS) an einer Software, die den Zustand von Nieren-Patienten überwachen soll. Außerdem geht es um die Entwicklung einer Plattform, um Ärzte bei der Diagnostik zu unterstützen. Voraussetzung für die Anwendung der künstlichen Intelligenz von DeepMind ist ein weitreichendes Abkommen zum Datenaustausch zwischen Google und dem NHS.

So besteht die Sorge, dass sensible Patientendaten nicht nur für den eigentlichen Zweck genutzt werden könnten. Schon die Einführung der Gesundheitskarte kommt in Deutschland seit 15 Jahren kaum voran. In den USA, Großbritannien, den Niederlanden oder Estland dagegen hat Big Data längst ins Gesundheitssystem Einzug gehalten. Dort gehören die Krankendaten nicht allein dem Patienten, sondern Kliniken, Versicherern oder schlicht der Regierung.

Interviews

"Es ist nicht schwarz-weiß"
VideoVideo
Die anonyme Massenspeicherung von Gesundheitsdaten sei keine Zukunftsmusik mehr, sagt Gesundheitsökonom Jürgen Wasem zur Digitalisierung in der Medizin, sondern gehöre heute schon zum Alltag.
Interview ansehen

Vorabinterview: "Klare Zugriffsrechte formulieren"
Mit der elektronischen Patientenakte "Vivy" soll auch das deutsche Gesundheitswesen Anschluss ans digitale Zeitalter finden. © dpa
Das Sammeln von Daten zieht auch in Medizin und Gesundheit immer weitere Kreise. Über Risiken und Nebenwirkungen sprach makro-Moderatorin Eva Schmidt mit Gesundheitsökonom Jürgen Wasem.
Interview lesen

Roche

Pharmaforschung 4.0
© Roche
VideoVideo
Die Digitalisierung hat die Pharmabranche voll erfasst. Für den Pharmakonzern Roche ist heute Big Data in der Wirkstoffforschung so wichtig wie der Einsatz der Biotechnologie vor 30 Jahren.
Bericht ansehen

Roche-Chef: "Besser verstehen"
VideoVideo
Severin Schwan, Chef des Pharmariesen Roche, spricht mit makro über Big Data in der Medizin. "Man muss den Leuten den Nutzen zeigen", sagt er, denkt über klare Regeln nach und die Konkurrenz durch Google.
Interview ansehen

Patientenakte

5 Fakten zur Patientenakte
In einer elektronischen Patientenakte könnten ärztliche Befunde, Untersuchungsergebnisse und verschriebene Medikamente gespeichert werden. © dpa
Der Umgang mit Patientendaten und die Einführung einer elektronischen Patientenakte ist ein heikles Thema. In Deutschland streitet man sich seit Jahren um das Für und Wider. Im Ausland gibt es sie längst.
zu den 5 Fakten

"Relativ unzureichend"
VideoVideo
Das Aktionsbündnis Patientensicherheit sieht erheblichen Nachholbedarf bei der Digitalisierung von Gesundheitsdaten und fordert eine einheitliche Patientenakte nach klar definierten Standards.
Interview ansehen

makroskop Patientenakte
© colourbox
VideoVideo
In etlichen europäischen Ländern werden mehr Gesundheitsdaten gespeichert als in Deutschland. Elektronische Akten gibt es in Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Dänemark, Schweden und Estland.
Bericht ansehen

Berichte aus der Sendung

Israel: Gläserner Patient
© Roche
VideoVideo
Das winzige Israel ist ein großes Innovationswunder: Cyber-Profis, Startups, digital durchoptimiert. Das gilt auch für das Gesundheitswesen. Alles ist gläsern. Kritische Stimmen gibt es kaum.
Bericht ansehen

Informatik gegen Krebs
© Roche
VideoVideo
Personalisierte Medizin: Die Heilungschancen bei Krebs steigen, je besser man den Tumor kennt. Ein Forscherteam entschlüsselt das Genom, erstellt einen digitalen Klon und jagt ihn durch die Datenbanken - auf der Suche nach Erkenntnis.
Bericht ansehen

Sendedaten
makro
Big Data in der Medizin
Freitag, 31. August 2018, 21.00 Uhr
Mediathek
© Roche[>> Alle Videos auf einen Blick]
Big Data & Medizin
© RocheReden Sie mit!
Big Data erreicht das Gesundheitswesen. Die Chancen sind unbestritten groß. Doch entscheidend wird sein, wer unter welchen Bedingungen worauf Zugriff hat. Diskutieren Sie mit!
Studiogast
Prof. Dr. Jürgen Wasem
Professor Jürgen Wasem ist Gesundheitsökonom und leitet den Lehrstuhl für Medizinmanagement an der Universität Duisburg-Essen. Er leitet u.a. die Schiedsstelle für Arzneimittelpreise, die zwischen den Krankenkassen und den Pharmaunternehmen bei Streit über die richtige Höhe von Preisen für neue Arzneimittel entscheidet.
Links
Archiv
Trügerische Diagnosen
Diagnosen sind nicht immer wissenschaftlich fundiert. Ärzte und Patienten unterliegen ihren subjektiven Eindrücken und neigen manchmal zu voreiligen Schlüssen.
(scobel, 22.02.2018)
Archiv
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
(makro, 20.10.2017)
Schwerpunkt
Pharma & Gesundheit