Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman plant die Revolution. © pa_dpa-bildfunk
Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman plant die Revolution.
Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman plant die Revolution.
Saudi-Arabien
Wandel im Nahen Osten
Während der Nahe Osten in Aufruhr ist, versucht Saudi-Arabien, sich wirtschaftlich zu erneuern. Die "Vision 2030" soll das Land unabhängiger vom Öl machen.
Die Reform der Wirtschaft soll durch den Teil-Börsengang von Saudi Aramco, des staatlichen Öl-Konzerns, finanziert werden. Außerdem hat das Land den Einstieg in die Atomenergie beschlossen. Bis 2030 sollen 16 Atomkraftwerke entstehen. Das bedeutet allerdings auch, dass Saudi Arabien die nächste potentielle Atommacht der Region wird.

Der Nahe Osten rüstet immer weiter auf. Tektonische Verschiebungen in den Allianzen machen es möglich, dass die Saudis demnächst vielleicht sogar militärisches Gerät vom ehemaligen Todfeind Israel kaufen.

Israel wiederum ist angeblich am Wiederaufleben der osmanischen Hedschas-Eisenbahnlinie interessiert. Sie verband Anfang des 20. Jahrhunderts Damaskus mit Medina, inklusive Abstechern nach Haifa und Akko. Das würde die ganze Region unabhängiger von der Straße von Hormus machen. Die ist derzeit das Nadelöhr des Handels für die Staaten am Golf - und kann jederzeit vom Iran gesperrt werden.

Das <b>Wirtschaftswachstum</b> hängt stark vom Ölpreis ab. 2017 rutschte Saudi-Arabien wegen des Preisverfalls sogar in eine Rezession. 2018 rechnet man mit einem Plus von 1,1%, da sich der Ölpreis nach seinen Tiefständen wieder verdoppelt hat. Das Wirtschaftswachstum hängt stark vom Ölpreis ab. 2017 rutschte Saudi-Arabien wegen des Preisverfalls sogar in eine Rezession. 2018 rechnet man mit einem Plus von 1,1%, da sich der Ölpreis nach seinen Tiefständen wieder verdoppelt hat.
Die offizielle <b>Arbeitslosenquote</b> wird zwar mit 5% angegeben. Aber für saudische Staatsangehörige, die fast nur im öffentlichen Sektor arbeiten, liegt die Quote bereits bei 13%, die Jugendarbeitslosigkeit sogar bei 30%. Die offizielle Arbeitslosenquote wird zwar mit 5% angegeben. Aber für saudische Staatsangehörige, die fast nur im öffentlichen Sektor arbeiten, liegt die Quote bereits bei 13%, die Jugendarbeitslosigkeit sogar bei 30%.

Highlights

Live-Interview: "MbS muss liefern"
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Der Saudi-Arabien-Kenner Sebastian Sons sagt, die gesellschaftlichen Öffnungen, die Kronprinz Mohammed bin Salman vorantreibt, seien von weiten Teilen der jungen Menschen gewollt und real.
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Vorabinterview: "Politik des radikalen Wandels"
Saudi-Arabien bereitet sich auf die Zeit nach dem Öl vor. Diese Photovoltaikanlage in Uyayna nördlich von Riad soll erst der Anfang sein. © reuters
Saudi-Arabien will seine Wirtschaft umkrempeln mit einem - natürlich - gigantischen Reformprogramm. Der Kronprinz "muss liefern", sagt Saudi-Arabien-Kenner Sebastian Sons im Interview mit Eva Schmidt.
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makroskop Saudi-Arabien
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Der saudische Staat lebt vom Öl, das den Bürgern ein Rundum-Sorglos-Paket gewährt. Bisher. Doch die Happy-Hour ist vorbei. Subventionen sinken. Steuern steigen.
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Der Plan des Prinzen: "Man muss hoffen, dass es klappt"
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Mit der Agenda 2030 will Saudi-Arabiens Kronprinz sein Land in die Zukunft führen. Bisher waren derartige Versuche "nicht so super erfolgreich", sagt Orient-Expertin Prof. Ulrike Freitag.
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USA und Saudi-Arabien

Dealmaker
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Öl gegen Sicherheit - so lautet die Kurzformel der Beziehung zwischen Amerika und den Saudis. Die Erneuerung der Partnerschaft hat dabei den gemeinsamen Feind im Blick: Iran.
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"Iran als zentraler Feind"
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US-Präsident Trump, so der Politikwissenschaftler Prof. Thomas Jäger, verfolge zumindest im Nahen Osten einen strategischen Plan. Seine Verbündeten sind Saudi-Arabien und Israel. Ausgerechnet!
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Sendedaten
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Saudi-Arabien
Freitag, 11. Mai 2018, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
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Saudi-Arabien: Reden Sie mit!
© apAus Saudi-Arabien dringen erstaunliche Signale der Öffnung. Treibende Kraft ist Kronprinz Mohammed bin Salman. Sind seine Reformen ernst gemeint und haben sie Aussicht auf Erfolg? Diskutieren Sie mit!
Studiogast
LupeSebastian Sons
Sebastian Sons ist Islamwissenschaftler und Associate Fellow des Programms Naher Osten und Nordafrika der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin. Er promoviert derzeit zu pakistanischer Arbeitsmigration nach Saudi-Arabien und ist Autor des Sachbuchs "Auf Sand gebaut. Saudi-Arabien - Ein problematischer Verbündeter". Er bereist Saudi-Arabien regelmäßig und war zuletzt im April 2018 im Land.
Archiv
Saudis in Geldnot?
In Saudi-Arabien bahnt sich eine Revolution an. Das Königreich überlegt, sein Kronjuwel zu verkaufen: Den Ölgiganten Saudi Aramco. Gewissermaßen sich selbst. Das ist entweder sehr klug oder sehr dumm.
(makro, 27.01.2016)
Schwerpunkt
Naher Osten