Modernes Rechenzentrum: Unternehmen verlagern ihre IT in die Cloud. © reuters
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Modernes Rechenzentrum: Unternehmen verlagern ihre IT in die Cloud.
Big Data
Die Abrissbirne der analogen Welt
Daten sind der Rohstoff der Zukunft. Wer die Daten hat und sie zu nutzen weiß, dem gehört diese Zukunft. Die großen Technologiekonzerne beherrschen das Geschäft wie niemand sonst.
Apple, Google, Amazon & Co, die Emporkömmlinge von einst, haben die globale Hackordnung auf den Kopf gestellt. Sie revolutionieren die Welt, in der wir leben, weil sie aus dem Internet ein Geschäft machen. Heute sind sie die größten und mächtigsten Firmen der Welt.

Jeder Schritt, den wir im Internet unternehmen, legt eine Spur - welche Seiten wir besuchen, worauf wir klicken, was wir liken, was wir kaufen, wer unsere Freunde sind und was unsere Vorlieben. Aus diesen Daten entsteht ein digitales Ich. Dieses digitale Ich gehört Facebook, Baidu und Tencent. Sie kennen uns besser als wir selbst. Und verdienen damit prächtig (siehe rechts "Datenkraken").

Der Schatz an Daten und die Fähigkeit, sie zu analysieren, lässt sie nun in andere Branchen vorstoßen: Amazon zeigt dem Handel, wie man Produkte verkauft, weil das eCommerce-Schlachtschiff seine Kunden besser kennt als jeder Einzelhändler. Google gilt als führend bei selbstfahrenden Autos. Alibaba ermöglicht die Bezahlung per Lächeln. Apps ersetzen Banken. Die Virtualität erobert die Industrie.

Die Menge der <b>jährlich generierten Daten</b> wird in den kommenden Jahren explodieren. Treiber sind Video- und Audio-Content sowie zunehmend das Internet der Dinge. Die Menge der jährlich generierten Daten wird in den kommenden Jahren explodieren. Treiber sind Video- und Audio-Content sowie zunehmend das Internet der Dinge.
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Die <b>größten Unternehmen</b> sind heute Technologiekonzerne. Zweitens: Sie sind amerikanisch oder chinesisch. Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Die größten Unternehmen sind heute Technologiekonzerne. Zweitens: Sie sind amerikanisch oder chinesisch.
Die <b>Cloud</b> ist die Infrastruktur des digitalen Zeitalters. Je mehr Daten und Software dort gehostet sind, desto lukrativer für die Cloud-Anbieter. Amazon ist mit Abstand Marktführer. Die Cloud ist die Infrastruktur des digitalen Zeitalters. Je mehr Daten und Software dort gehostet sind, desto lukrativer für die Cloud-Anbieter. Amazon ist mit Abstand Marktführer.

Allein im Internet der Dinge, so schätzt man, werden 2020 gut 20 Milliarden Geräte miteinander kommunizieren - vom heimischen Staubsauger über das Smartphone bis zum Industrieroboter. Sie werden Unmengen an Daten produzieren. Die Kunst liegt darin, sie zu speichern, zu schützen und - vor allem - zu verstehen. Selbst schottische Milchbauern nutzen digitale Halsbänder um das Verhalten ihrer Kühe genau zu analysieren und ihre Erträge zu erhöhen.

Aufstieg der Algorithmen
Die Kehrseite: Der gläserne Verbraucher ist schon Realität. Unternehmen und Regierungen können sich die Daten auch zum Nachteil der Bürger zu Nutze machen. So testet die chinesische Regierung derzeit in einigen Städten ein umfassendes digitales Bewertungssystem für ihre Bürger. Wer pünktlich Miete zahlt, nie falsch parkt und ähnlich korrekte Freunde hat, wird belohnt: mit Visa, Krediten und guten Jobs. Wer nicht, der darf nicht mehr erster Klasse Zug fahren und nicht mehr ins Flugzeug steigen, auch mit einem Visum wird es schwierig.

Aus Daten formen Algorithmen künstliche Intelligenz. Sie optimiert Werbung, leistet Kunden-Support, bewertet Kredite, erkennt Hackerangriffe, trifft Anlageentscheidungen und versorgt uns mit Strom. Sie weiß, ob wir schlechte Laune haben, welche Klamotten wir tragen und besiegt uns im Schach (siehe rechts "Künstliche Intelligenz").

Die Digitalisierung ist die Abrissbirne der analogen Welt. Es entstehen komplett neue Geschäftsmodelle, die das Hergebrachte infrage stellen. Und so wie es aussieht gilt: Wer die Daten hat, dem gehört die Zukunft.


Interviews

Live-Interview: "China ist wahnsinnig fleißig"
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Big Data und künstliche Intelligenz revolutionieren die Wirtschaft. makro-Gast Prof. Harald Mathis kommt direkt von der Hannover Messe. Er sagt, aus China komme starke Konkurrenz.
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Vorabinterview: "Das muss uns mit Sorge erfüllen"
Die digitale Zukunft erfordert spezifisches Knowhow. Die wichtigsten Digitalunternehmen sitzen in den USA. Und zunehmend in China. © colourbox.de
Die größten Firmen der Welt sind heute Technologiekonzerne, die Datenmenge explodiert und der Einsatz künstlicher Intelligenz ist auf dem Vormarsch. Das Wirtschaftsmagazin makro sprach mit Prof. Harald Mathis, was da auf uns zukommt.
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Highlights

Amazon: Der Eisberg
Jeff Bezos, Gründer von Amazon und Besitzer der Washington Post, ist mit rund 120 Milliarden Dollar der reichste Mann der Welt. © ap
Amazon ist weit mehr als ein Onlineshop. Es ist das Schlüsselunternehmen der digitalen Welt. Sein Aufstieg scheint unaufhaltsam. Die nun vorgelegten Geschäftszahlen sind da bloß eine Randnotiz.
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Die FANG-Gang
Das Internet ist das Maß der Dinge. Jedenfalls an der Börse. © colourbox.de
Der Siegeszug der Technologiefirmen treibt mehr Blüten, als man glaubt. An der Börse hat sich eine Gruppe von Aktien gefunden, deren verbindendes Merkmal darin besteht, dass sie immer steigen: Facebook, Amazon, Netflix und Google.
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Zukunft mit Schattenseiten
Intel-Chef Brian Krzanich sprach im Januar 2018 auf der Technik-Messe CES in Las Vegas unter anderem über die Macht der Daten. © dpa
Die weltweite Datenmenge explodiert, unser Leben vernetzt sich immer stärker, vielfältige Innovationen erleichtern unseren Alltag. Doch die schöne neue Datenwelt hat ihren Preis.
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Berichte aus der Sendung

Smart Farming: Vernetzte Tomaten
© ap
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Wir kennen das Smart Home. Wir kennen Roboter in der Produktion. Aber Algorithmen sind überall. Das Internet der Dinge und künstliche Intelligenz erreichen Kuhställe und Gewächshäuser.
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makroskop Daten
© dpa
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2016 produzierten Mensch und Maschine gut 16 Zettabyte an Daten, 2025 sollen es 163 Zettabyte sein. Die Daten liegen dabei längst nicht mehr bloß auf PCs. Sie wandern in die Cloud.
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Sendedaten
makro
Big Data
Freitag, 27. April 2018, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Mediathek
© ap[>> Alle Videos auf einen Blick]
Big Data: Reden Sie mit!
© colourbox.deBig Data kommt. Aber was bedeutet das - für Wirtschaft, Gesellschaft und jeden einzelnen? Diskutieren Sie mit!
Studiogast
LupeProf. Dr. Harald Mathis
Harald Mathis ist Professor für Industrielle Informatik an der Hochschule Hamm-Lippstadt und leitet das Fraunhofer Anwendungszentrum SYMILA, das sich mit intelligenten, mobilen Systemen für moderne Lebens- und Arbeitswelten beschäftigt. SYMILA ist Teil des Forschungsverbundes Fraunhofer-Allianz Big Data.
Fraunhofer-Allianz Big Data
In der Fraunhofer-Allianz Big Data bündeln 30 Institute ihre branchenübergreifende Expertise. Die Fraunhofer-Experten begleiten Unternehmen bei der Umsetzung von Big-Data-Strategien, entwickeln Software und datenschutzgerechte Systeme für Big Data und bilden Fach- und Führungskräfte zu "Data Scientists" aus.
Datenkraken
Künstliche Intelligenz
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Studie
Data Age 2025: The Evolution of Data to Life-Critical
We are fast approaching a new era of the Data Age. From autonomous cars to humanoid robots and from intelligent personal assistants to smart home devices, the world around us is undergoing a fundamental change, transforming the way we live, work, and play.
Datenmenge explodiert
Die Bedeutung der von Big-Data-Firmen wird mit einem Blick auf die Zahlen unmittelbar klar: Insgesamt, so schätzen die Branchenexperten von IDC, werde sich zwischen 2016 und 2025 die jährlich erzeugte, globale Datenmenge verzehnfachen. Die Menge der Echtzeitdaten, z.B. von Sensoren, Kameras und dem Internet der Dinge, werde um den Faktor 15 wachsen. Die Nutzung von Cloud-Diensten um den Faktor 20, die Analyse von Daten um den Faktor 50 und die Nutzung von Algorithmen künstlicher Intelligenz um den Faktor 100.
Wirtschaftsdokumentation
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
(makro, 15.12.2017)
Archiv
Big-Data-Business
Noch nie wussten Unternehmen so viel über ihre Kunden wie heute. Bei jeder digitalen Anwendung, sei es das Mobiltelefon, das Surfen im Internet oder die Nutzung einer Kundenkarte, entstehen Daten. Und die gelten als Währung der Zukunft.
(makro, 29.05.2015)