Chinesischer Stahl überschwemmt den Weltmarkt. © reuters
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Chinesischer Stahl überschwemmt den Weltmarkt.
Trumps Strafzölle
Bluff oder Ernstfall?
US-Präsident Donald Trump macht ernst: Strafzölle von 25 Prozent auf Stahl, 10 Prozent auf Aluminium und Technologieprodukte aus China stehen im Raum. Eine neue Runde im globalen Handelsstreit hat begonnen.
Europa ist zwar zunächst von den Strafzöllen ausgenommen, doch ob es dabei bleibt, hängt von den laufenden Verhandlungen ab. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Frist bis 1. Mai nicht ausreichen wird, um eine umfassende Einigung zu erzielen.

Besonders hart will Trump gegen China vorgehen. Er macht das Reich der Mitte für die Hälfte des US-amerikanischen Handelsdefizits verantwortlich. Trump begründete die geplanten Strafzölle gegen China mit unfairen Handelspraktiken und dem Diebstahl geistigen Eigentums. Das Paket hat ein Volumen von etwa 50 Milliarden Dollar. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer ist mit der Ausarbeitung beauftragt.

Vor allem High-Tech-Produkte stehen auf Lighthizers Liste. Damit möchte die Trump-Administration ein Zeichen setzen gegen Urheberrechtsverletzungen, mit denen chinesische Firmen - so der Vorwurf der Amerikaner - sich Wettbewerbsvorteile ergaunert haben. Auẞerdem verfolgen die USA das strategische Ziel, zu verhindern, dass China in einigen Jahren die Technologieführerschaft übernimmt.

Zölle auf Aluminium und Stahl treffen China bereits jetzt. Schon im Januar hatte Trump Zölle auf Solaranlagen und Waschmaschinen verhängt. Die Regierung in Peking reagierte umgehend und kündigte ihrerseits Vergeltungsmaßnahmen an. Die Welt-Handelsorganisation WTO warnt vor einer Eskalation. Ist das das Ende des Freihandels?

Ein Dorn im Auge Donald Trumps: das wachsende <b>Handelsbilanzdefizit mit China</b>. Trump möchte die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Produkte mit Strafzöllen dämpfen. Ein Dorn im Auge Donald Trumps: das wachsende Handelsbilanzdefizit mit China. Trump möchte die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Produkte mit Strafzöllen dämpfen.
Die <b>Handelsbilanz der USA mit Europa</b> ist ebenfalls negativ. Strafzölle auf Stahl und Aluminium würden europäische Exporte in die USA verteuern und das Ungleichgewicht abbauen. Die Handelsbilanz der USA mit Europa ist ebenfalls negativ. Strafzölle auf Stahl und Aluminium würden europäische Exporte in die USA verteuern und das Ungleichgewicht abbauen.
Und Donald Trump hat nicht ganz unrecht. Zumindest der ungewichtete <b>Durchschnittszoll</b>, den die EU erhebt, liegt höher als das, was Amerikaner verlangen. Und Donald Trump hat nicht ganz unrecht. Zumindest der ungewichtete Durchschnittszoll, den die EU erhebt, liegt höher als das, was Amerikaner verlangen.

Interviews

Studiointerview: "Nicht einschüchtern lassen"
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Der Volkswirt Prof. Christoph Scherrer sagt, die amerikanische Strategie ziele darauf ab, die multilaterale Handelsordnung durch bilaterale Abkommen zu ersetzen. So können die USA ihre Stärke ausspielen.
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Vorabinterview zu Strafzöllen: Mit allen Mitteln
US-Präsident Donald Trump auf dem (Handels-)Kriegspfad: Hauptgegner ist China. © ap
Donald Trump sagt, ein Handelskrieg sei leicht zu gewinnen. Da könnte er sich irren. Vielleicht will er ihn aber gar nicht. Das bleibt unklar. Gleichwohl schafft er Fakten. Darüber sprach das Wirtschaftsmagazin makro mit Prof. Christoph Scherrer.
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Highlights

Felbermayr: "Man muss recht skeptisch sein"
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Strafzölle, Drohungen, Handelskrieg: Höchste Zeit für ein Gespräch mit Außenhandelsexperte Gabriel Felbermayr. Er sagt, der beste Schutz gegen das "Recht des Stärkeren" sei immer noch die WTO.
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Unbeabsichtigte Nebenwirkungen: Im Karussell des Wahnsinns
Chinesischer Containerhafen: Mit amerikanischen Zöllen für chinesischen Stahl fing es an. Aber wo wird es enden? © ap
Der Welthandel ist eine komplizierte Angelegenheit und Strafzölle haben ihre Tücken. In einem Handelskrieg geht der Schuss von hinten durch die Brust ins Auge. Möglicherweise ins eigene.
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Berichte aus der Sendung

makroskop Strafzölle
© dpa
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Die USA sind der wichtigste Handelspartner der EU. Dabei sind Zölle nicht neu: Im Schnitt zahlen Amerikaner in der EU sogar höhere Zölle als bei EU-Exporten in die USA anfallen.
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Handelsstreit: Was will Trump?
© reuters
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Im Weißen Haus ist man auf Amerikas Handelspartner schlecht zu sprechen - und macht Druck, besonders auf China. Die Strategie dabei: Das Recht des Stärkeren.
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Stahlbranche: Allgemeine Verunsicherung
© dpa
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Europas Stahlkocher bleiben vorerst von Trumps Strafzöllen verschont. Dafür drängt jetzt asiatischer Stahl auf den europäischen Markt und verdirbt die Preise. Ein Teufelskreis.
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China vs. USA: Wer zieht den Kürzeren?
© ap
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Im Technologiesektor geraten die USA und China zunehmend aneinander. Chinas Firmen holen rasant auf, Donald Trump wirft ihnen Diebstahl vor. Klar ist: Ein Handelskrieg würde beide Seiten schwer treffen.
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Sendedaten
makro
Strafzölle
Freitag, 20. April 2018, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Mediathek
© ap[>> Alle Videos auf einen Blick]
Strafzölle: Reden Sie mit!
© apDonald Trump flirtet mit einem Handelskrieg. Wie sollen andere Länder auf Trumps Zölle reagieren? Diskutieren Sie mit!
Studiogast
Prof. Dr. Christoph Scherrer
Christoph Scherrer ist Volkswirt und Politologe und leitet das Fachgebiet "Globalisierung & Politik" an der Universität Kassel. Scherrer hat sich in seiner Forschung intensiv mit der US-amerikanischen Außenwirtschaftspolitik beschäftigt. Er ist Sprecher des für Exzellenz in der Entwicklungszusammenarbeit vom DAAD prämierten International Center for Development and Decent Work.
Infografik: Handel
© Hans Böckler StiftungLupeDie Hans Böckler Stiftung hat auf Basis von WTO-Daten die wichtigsten Import- und Exportnationen gegenübergestellt.
Protektionismus
Handel mit Hindernissen
Der freie Handel hat viele Jahre die Konjunktur angetrieben. Doch der Protektionismus ist weltweit auf dem Vormarsch und hinterlässt schon deutliche Spuren in der globalen Ökonomie.
(makro, 19.05.2017)
Archiv
Globalisierung
Länder, Menschen, Unternehmen vereint in einer arbeitsteiligen Welt: Das sollte der Garant für Wohlstand sein. Aber die Globalisierung schafft Gewinner und Verlierer - und steht massiv in der Kritik.
(makro, 04.11.2016)