Eine Frau in surrealistischer Szenerie: Der Blick in die Zukunft ist stets das Hoffen auf eine bessere Welt. © cc0
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Eine Frau in surrealistischer Szenerie: Der Blick in die Zukunft ist stets das Hoffen auf eine bessere Welt.
Von der Utopie zur Realität
Wie Visionäre unsere Welt verändern
Strom gewinnen mit Solarenergie, weltweit Mails versenden, einkaufen per Mausklick: Was für unsere Eltern realitätsfern war, gehört heute zum Alltag. Dank der Utopien unserer Vorfahren.
Die Zukunft und alle Aspekte, die mit ihr verbunden sind, faszinieren und interessieren die Menschen schon immer. Am Anfang vieler Erfindungen steht immer der Gedanke "was wäre wenn?" Die Liste derer, die sich das gefragt haben ist lang. Carl Drais gehört dazu oder Henry Ford. Ohne sie hätten wir heute keine bezahlbaren Autos. Ohne die Gebrüder Wright würden wir nicht Waren um die halbe Welt fliegen. Und ohne Tim Berners-Lee World Wide Web könnten wir nicht mühelos in Sekundenschnelle Informationen bekommen.

Auch heutige Visionäre schaffen es, aus Vorstellungen, die bislang als völlig utopisch galten, Produkte zu entwickeln, die morgen unsere Welt verändern. Viele kommen aus dem Silicon Valley. Dieser Ort nahe San Fransico steckt voller Innovationen, Zukunftsvisionen und disruptivem Denken. Hier wird aus den verrücktesten Ideen tatsächlich Realität. Zweifelsohne einer der visionärsten Köpfe, dort ist Unternehmer Elon Musk, der mit Tesla das Elektroauto aus der Nische holen, mit SolarCity den Energiedurst der Welt stillen, mit Hyperloop eine Art Überschall-U-Bahn entwickeln und mit SpaceX die private Raumfahrt revolutionieren will.

Der rasante Fortschritt mit seinen neuen Technologien verändert auch unsere Gesellschaft. Vielen Menschen fällt es schwer heute schon das Morgen zu verstehen. Außerdem erkennen sie in einigen Entwicklungen Schattenseiten, wie etwa den Klimawandel oder die wachsende Ungleichheit. Das alles macht unsicher und unzufrieden. Eine Lösung dafür wären neue gesellschaftliche Modelle, bei denen mehr die Gemeinschaft in den Vordergrund rückt. Vom Grundeinkommen ist da die Rede, von Teilen statt Kaufen, sogar vom Ende des Wachstums. Ob diese Ideen utopisch oder umsetzbar sind, wird die Zukunft zeigen.

Dampfmaschine, Telefon, Internet: Früher Utopie, heute Realität

  • 1764: James Hargraves baut den traditionellen Spinnstuhl zur Spinnmaschine ("Spinning Jenny") um. Mit dieser Maschine konnte eine Frau auf einmal 8 Fäden spinnen. Sie erledigte also die Arbeit von 8 Frauen. Diese Maschine konnte viel mehr Stoff in kürzere Zeit herstellen. Sie wurde anfangs von einem Wasserrad angetrieben. Danach von einer Dampfmaschine, der zweiten wichtigen Erfindung damals.
  • 1769: James Watt entwickelt die Dampfmaschine weiter. Durch die Erfindung der Dampfmaschine und die damit verbundenen Innovationen in der Textilindustrie kommt die Industrielle Revolution in Großbritannien erst richtig ins Rollen.
  • 1814: George Stevenson gelingt die Erfindung der Dampflokomotive. Sie ermöglichte nicht nur einen schnellen Transport von Rohstoffen, Waren und Menschen, sondern sorgte auch für eine hohe Nachfrage nach Maschinen, Stahl und Eisen.
  • 1865: Werner von Siemens entdeckt das dynamoelektrische Prinzip und baut im Jahr 1866 die erste Dynamomaschine, aus welcher man später leistungsfähige Elektromotoren entwickelte. Damit ermöglichte er die kostengünstige und flexible Erzeugung von Strom, wo immer er benötigt wurde.
  • 1876: Alexander Bell baut den ersten Telefonapparat. Er entdeckte, wie man Schallwellen in elektrische Schwingungen umwandeln kann, und legte damit die Grundlage der modernen Telefonie. Später gründete er eine Telefongesellschaft, den Vorläufer von AT&T.
  • 1879: Thomas Edison und die Glühbirne: Entwickelt haben sie gleich mehrere Forscher, die sich im 19. Jahrhundert mit Elektrizität beschäftigt haben. Doch Edison verhilft der Glühbirne zum Durchbruch, denn er hatte einen Glühdraht gefunden, der mehrere Stunden brennen konnte.
  • 1886: Carl Benz legte mit seinem Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 den Grundstein für das moderne Automobil.
  • 1903: Den Gebrüdern Wright gelingt der erste Flug mit einem Motorflugzeug. Dass daraus später eine riesige Industrie entstehen würde und Millionen von Menschen täglich mit einem Flugzeug reisen, schien damals utopisch.
  • 1941: Konrad Zuse erfindet den Computer. Seine mechanischen Rechenmaschinen Z1 und Z3 gelten als erster Binärrechner und erster programmierbarer Digitalrechner der Welt. Er gründete eine Computerfirma, der große Erfolg blieb ihm jedoch versagt.
  • 1989: Tim Berners-Lee erfindet das heute bekannte World Wide Web als Teil des Internets. Basis für seine Idee des Webs ist die von ihm am europäischen Kernforschungszentrum CERN entwickelte Seitenkodierungssprache HTML. Die erste Internetseite fand sich 1992 unter der URL http://info.cern.ch.

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Von der Utopie zur Realität
Freitag, 13. April 2018, 21.00 Uhr
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Der Fachmann für experimentelle Wirtschaftsforschung und Verhaltensökonomik ist Direktor am Max Planck Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn und lehrt an der Universität zu Köln und der Universität Innsbruck.
Themenwoche
Visionäre und Utopien
Utopien sind radikal - und Utopisten radikale Denker. Über Menschen, die für ihre Visionen von einer besseren Zukunft mit aller Kraft gekämpft haben - und solchen, die es heute noch tun.
Schwerpunkt
Gesellschaft