Die GroKo-Parteien versprechen Verbesserungen für die Pflege: Mehr Stellen, mehr Geld. Ob das reicht? © dpa
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Die GroKo-Parteien versprechen Verbesserungen für die Pflege: Mehr Stellen, mehr Geld. Ob das reicht?
Das Pflegedilemma
Notstand und Profit: Wie passt das zusammen?
Hilflose Patienten, überfordertes Personal: In Deutschland herrscht Notstand in der Altenpflege. Gleichzeitig aber steigen börsennotierte Unternehmen in den Markt ein.
Die Regierung hat die Pflegeleistungen zuletzt ausgebaut: Es kommt nicht nur mehr Geld bei den Bedürftigen an, es gibt auch insbesondere in der ambulanten Pflege deutlich mehr Leistungsbezieher.Letztlich hilft das den Pflegebedürftigen aber auch nicht weiter, solange Pflegekräfte Mangelware sind.

Die hohe Arbeitsbelastung und der geringe Verdienst machen den Beruf unattraktiv. Wir laufen auf eine "Katastrophe zu, die von den Verantwortlichen nicht ausreichend wahrgenommen wird", warnt der Sozialwissenschaftler Stefan Sell, Studiogast bei "makro". Daher sei die Politik gefragt, sich endlich für allgemeinverbindliche Tarifverträge einzusetzen. Der Pflege fehle es, so die einhellige Meinung, an einer einflussreichen Lobby. Nur die wenigsten Arbeitnehmer sind gewerkschaftlich organisiert, die Branche ist sehr zerklüftet, hinzu kommt das Kirchentarifrecht, unter das viele Häuser von Wohlfahrtsverbänden wie Caritas oder Diakonie fallen.

Es sind aber nicht nur die politischen Rahmenbedingungen, die angepackt werden müssten. Der Pflegeexperte Claus Fussek sagt: "Zwei Drittel der Probleme in der Pflege sind hausgemacht." Mit ein- und demselben Etat könne man ein Heim gut oder schlecht führen, in die roten Zahlen geraten oder profitabel arbeiten. Aufgrund der demographischen Entwicklung gilt Altenpflege als Wachstumsmarkt, heute sind schon gut 42 Prozent der Heime in privater Hand. Und wie in jeder anderen Branche auch wächst mit der Ökonomisierung auch der Kostendruck.

Interviews mit Stefan Sell

Sendungs-Interview: "Pflaster-Politik"
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In der Altenpflege fehlt es an allen Ecken und Enden. makro-Gast Prof. Stefan Sell sagt, man könne froh sein, dass über 70 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden.
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Vorabinterview: "Verantwortliche auf Tauchstation"
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Den Pflegenotstand zu beheben, gehört zu den wichtigsten Projekten der Großen Koalition. Ob die neue Regierung die richtigen Weichen stellt, darüber sprach das 3sat Wirtschaftsmagazin makro mit dem Sozialwissenschaftler Stefan Sell.
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Pflegeheime

Der Pflege-Notstand
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Es fehlt an Pflegepersonal. Darüber herrscht Einigkeit - über mehr aber auch nicht. Mehr Geld, mehr Personal, mehr Technik? Klar scheint zu sein: In anderen Ländern klappt es besser.
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"Es war immer schon zu wenig"
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Boris Augurzky vom RWI sagt, warum private Pflegeheime eine Rendite erwarten, warum "einfach nur mehr Geld ins System schütten" nicht reicht, und macht drei Vorschläge.
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Pflegepersonal

Das Glück der alten Dame
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Ohne ausländische Altenpfleger wäre Heimleiter Marc Thamm aufgeschmissen. Die Anwerbung, freilich, ist eine bürokratische Qual. So wie die stete Sorge, die Mitarbeiter wieder zu verlieren.
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Ausländer willkommen!
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Archiv: Unserer alternden Bevölkerung fehlen die Pflegekräfte. Immer häufiger kommen sie aus anderen Ländern. makro besucht ein Pflegeheim in Wiesbaden - und findet dort zwei junge Philippinos.
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Weitere Berichte aus der Sendung

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Pflege ist teuer. 2,55% bis 2,8% vom Bruttoeinkommen gehen in die Pflegeversicherung. Trotzdem sind die Pflegekosten oft höher als die Versicherungsleistungen. Dann heißt es: draufzahlen.
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Gute Pflege: Ding der Unmöglichkeit?
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Glückliche Heimbewohner, reichlich Personal, moderne Ausstattung, ordentliche Bezahlung. Marcus Jogerst betreibt zwei Pflegeheime. Er will es gut machen - doch das System arbeitet gegen ihn.
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Sendedaten
makro
Das Pflegedilemma

Freitag, 23. März 2018, 21.00 Uhr
Mediathek
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Studiogast
© Stefan SellProf. Dr. Stefan Sell
Stefan Sell ist Professor für Volkswirtschaftslehre, Sozialpolitik und Sozialwissenschaften an der Hochschule Koblenz.
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Zukunft der Rente
"Die Rente ist sicher." Diesen Satz von Norbert Blüm, obgleich 20 Jahre alt, kennt jeder. Sicher ist jedoch allenfalls die Rentenlücke. Und der Streit, wie sie zu schließen sei.
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Demografie: Stirbt Deutschland aus?
In einigen Jahrzehnten werden mehrere Millionen Menschen weniger in Deutschland leben als heute. Mit gravierenden Folgen für die Wirtschaft. Es ist die größte absehbare Wachstumsbremse.
(makro, 22.05.2015)
Schwerpunkt
Gesellschaft