Protestierender Iraner mit Flagge © ap
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Der Unmut ist groß im Iran. Viele machen für ihre schlechten Lebensbedingungen die Politik verantwortlich.
Pulverfass Iran
Wirtschaft in der Sackgasse
Tausende Iraner sind auf die Straße gegangen, um gegen die schlechte Wirtschaftslage und den Kurs ihrer Regierung zu demonstrieren. Doch wird das etwas ändern?
Fest steht, dass das Land die schwersten Proteste seit Jahren erlebt - begonnen hatten sie als Reaktion auf steigende Preise für Grundnahrungsmittel. Vielen Menschen fällt es schon lange schwer, Lebensmittel oder Benzin zu bezahlen. Die hohe Inflation ist eines der größten ökonomischen Probleme.

Vom Wirtschaftswachstum, das der Iran durchaus verzeichnet, profitieren nur wenige. Die größten Konzerne sind in der Hand des Militärs oder der Revolutionsgarden, die Mehrheit der Bevölkerung aber fühlt sich immer stärker abgehängt. Dabei verfügt der Iran nach Russland über die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt und viel Erdöl. Doch die Jobs in der Öl- und Gasindustrie reichen nicht aus, um der jungen Bevölkerung eine Perspektive zu bieten.

Außerdem schreckt die Korruption in der Islamischen Republik ausländische Investoren ab, auf die der Iran dringend angewiesen ist. Anders als erwartet profitiert die Bevölkerung bisher auch kaum vom Ende der Sanktionen im Zuge des internationalen Atomabkommens mit dem Iran. Ungewiss ist außerdem, ob US-Präsident Trump an dieser Politik festhält. Sein Vorgänger Obama hatte das Atomabkommen maßgeblich mit vorangetrieben.

Nach dem Atomdeal und dem Wegfall der internationalen Sanktionen vor zwei Jahren konnte der Iran den Ölexport wieder ausweiten, was letztes Jahr zu einem riesigen, aber nur einmaligen Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt führte. Nach dem Atomdeal und dem Wegfall der internationalen Sanktionen vor zwei Jahren konnte der Iran den Ölexport wieder ausweiten, was letztes Jahr zu einem riesigen, aber nur einmaligen Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt führte.
Vor Einführung der internationalen Sanktionen wegen des iranischen Nuklearprogramms hatte Deutschland intensive Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran. In Folge der verhängten Sanktionen entwickelte sich der bilaterale Handel insgesamt rückläufig. Vor Einführung der internationalen Sanktionen wegen des iranischen Nuklearprogramms hatte Deutschland intensive Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran. In Folge der verhängten Sanktionen entwickelte sich der bilaterale Handel insgesamt rückläufig.

Highlights

Studio-Interview: Reformen sind nicht einfach
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Präsident Rohani habe durchaus die richtigen Ansätze zu Reformen sagt Iran-Experte Adnan Tabatabai. Allerdings sei das Tempo der Umsetzung zu langsam, weil er immer wieder auf Widerstände stoße.
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Aufschwung - Aber nicht für alle!
Irans Bürger protestieren © ap
Die wirtschaftliche Situation im Iran ist nach der Lockerung der Sanktionen weiterhin prekär. Steigende Lebensmittelpreise und hohe Arbeitslosigkeit führten um den Jahreswechsel zu massiven Protesten unter der Bevölkerung. Doch eine schnelle Abhilfe wird es nicht geben, erläutert Iran-Experte Adnan Tabatabai im Interview mit makro.
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makroskop Iran
© ap
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Seit der Lockerung der Sanktionen sprudelt das Öl im Iran wieder. Die Wirtschaft wächst. 2018 wird ein Plus von 3,8 Prozent erwartet. Doch es kommt nicht bei allen an: Etwa jeder Fünfte gilt weiterhin als arm.
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Berichte aus der Sendung

Hunger und Frust sorgen für Proteste
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Knapp 44 Prozent der Iraner sind unter 25 Jahren. Viele davon sind arbeitslos, haben kein Geld für Essen. Deswegen protestiert gerade die Jugend gegen das Regime und fordert bessere Lebensbedingungen.
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Ungeliebte Wirtschaftsallianz
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Religiöse Stiftungen und die Revolutionsgarden beherrschen die iranische Wirtschaft. Sie werden sogar vom Staat begünstigt. Falls Präsident Rohani seine Wirtschaftsreformen wirklich angehen will, muss er sich mit ihnen anlegen.
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Handel mit Nebenwirkungen
© dpa
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Der Markt ist groß im Iran. Deutsche Firmen zögern allerdings dort aktiv zu werden. Zum einen gibt es Probleme in den Handelsbeziehungen und zum anderen fürchten sie Strafen aus den USA.
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Tourismus im Aufwind
© panthermedia
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Nach Jahren politischer Spannungen öffnet sich der Iran nun Schritt für Schritt dem Tourismus. Ein Trend, von dem die Wirtschaft profitiert. Doch nicht allen sind die Touristen willkommen.
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Sendedaten
makro
Pulverfass Iran
Freitag, 2. März 2018, 21.00 Uhr
Studiogast
© AT_BizPortraitLupeAdnan Tabatabai
Tabatabai ist Geschäftsführer des Bonner Think Tank "Carpo - Center for Applied Research in Partnership with the Orient". Als Iran-Experte berät er europäische Politik und Wirtschaft zu Angelegenheiten rund um den Iran. Er ist Autor des Buches „Morgen in Iran- Die islamische Republik im Aufbruch“ (2016)
Iran: Reden Sie mit!
© apStudiogast Adnan Tabatabai sieht in einer Privatisierung, die auf Transparenz und Fairness aufbaut, einen Schlüssel für neues Wachstum. Doch will das der Staat wirklich? Diskutieren Sie mit dem Iran-Experten.
Mediathek
© reuters[>> Alle Videos auf einen Blick]
Archiv
Iran - Große Erwartungen
Erst das Atomabkommen, dann die Aufhebung der Sanktionen und nun der Wahlerfolg der Gemäßigten. Iran verändert sich schrittweise in Richtung Reformen.
(makro, 22.04.2016)
Schwerpunkt
Naher Osten