Steuerirrwitz: Apple soll in Irland 13 Mrd. Euro Steuern nachzahlen. Sagt die EU. Irland will das nicht. © ap
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Steuerirrwitz: Apple soll in Irland 13 Mrd. Euro Steuern nachzahlen. Sagt die EU. Irland will das nicht.
Faire Steuern
Cayman ist überall
Mit seiner großen Steuerreform hat US-Präsident Donald Trump den globalen Wettbewerb um die niedrigsten Steuersätze angefacht. Die USA werden damit zu einem der größten Steuerparadiese der Welt.
Für die deutsche Wirtschaft drohen durch die Reform finanzielle Nachteile. Unternehmen könnten gezwungen sein, Investitionen in die USA zu verlagern, zulasten von Arbeitsplätzen in Deutschland. Längst fordern Unternehmerverbände auch hierzulande geringere Steuersätze.

Aber nicht nur Unternehmen, auch Privatpersonen verlagern ihr Vermögen immer öfter ins Ausland, um eine hohe Besteuerung im Land zu umgehen. Die USA haben dafür eine einfache Lösung. Besteuert wird nicht nach Wohnsitz, sondern nach Staatsbürgerschaft. Da hilft auch kein Umzug nach Monaco.

Auch Normalverdiener zahlen in Deutschland relativ hohe Steuern, trotz sprudelnder Steuereinnahmen des Staates. Das liegt auch daran, dass an der Einkommensteuer seit Jahren nichts mehr verändert wurde.

Fast alle Parteien wollen für mehr Steuergerechtigkeit sorgen. Die Vorschläge gehen indes weit auseinander und reichen von einer Abgabenbremse bis zur Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Wie sehen faire Steuern für Bürger und Unternehmen aus?

Einheitliche Steuersätze wird es wohl nie geben - weder bei der Unternehmensbesteuerung, noch bei <b>Steuern und Abgaben auf den Arbeitslohn</b>. Hier liegt Deutschland auf Platz 2. Was überrascht: Selbst in Skandinavien bleibt mehr netto vom Brutto. Einheitliche Steuersätze wird es wohl nie geben - weder bei der Unternehmensbesteuerung, noch bei Steuern und Abgaben auf den Arbeitslohn. Hier liegt Deutschland auf Platz 2. Was überrascht: Selbst in Skandinavien bleibt mehr netto vom Brutto.
In Deutschland und Frankreich unterliegen Durchschnittsverdiener einer hohen Steuer- und Abgabenlast. Volkswirtschaftlich bedeutet das: Der Faktor <b>Arbeit wird bestraft</b>. In angelsächsischen Ländern hingegen wird Arbeit belohnt. In Deutschland und Frankreich unterliegen Durchschnittsverdiener einer hohen Steuer- und Abgabenlast. Volkswirtschaftlich bedeutet das: Der Faktor Arbeit wird bestraft. In angelsächsischen Ländern hingegen wird Arbeit belohnt.

Interviews

Live-Interview: Kampf gegen die Hydra
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Zu Gast bei makro ist der Steuerexperte Markus Meinzer vom Tax Justice Network. Er sagt, nur das Licht öffentlicher Transparenz könne die Schattenwelt des Offshore-Finanzsystems ausleuchten.
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Vorabinterview: "Die fühlen sich hierzulande sicher"
Hafen von Monacco: Die Regulierung gegen Steueroasen verschärft sich. Man aber nicht sagen, dass sie darben. © dpa
Die EU-Finanzminister haben sich auf ihrem Treffen diese Woche gegen unfairen Steuerwettbewerb ausgesprochen. Aber auch Deutschland müsse sich bewegen, sagt Steuerexperte Markus Meinzer im Vorabinterview mit Eva Schmidt.
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Fairer Wettbewerb

Was tut die EU?
© dpa
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Stabila produziert Zollstöcke und Wasserwaagen. Für Steueroptimierung bleibt da keine Zeit, sagt der Chef. Das handhaben andere Unternehmen ganz anders. Deshalb richtet sich der Blick nach Brüssel.
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Moscovici: Öffentlicher Druck "hilft uns enorm"
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EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici verbreitet Zuversicht im Kampf gegen Steuertricksereien: "Wir haben schon viel erreicht" - und bedauert zugleich das Vetorecht der Bremser.
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Berichte aus der Sendung

US-Steuerreform: Trumps Triumph
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US-Präsident Trump hat seine Steuerreform durchgedrückt. Unternehmen zahlen jetzt 21 Prozent statt 35. Das reißt zwar Löcher in den Haushalt, macht aber viele Firmenchefs glücklich. Bis ins Allgäu.
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makroskop Steuern
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Steuerwettbewerb allerorten: In Deutschland zahlen Unternehmen im Schnitt knapp 30% Steuern, in Irland 12,5%, in Bulgarien gar nur 10. Aber auch innerhalb Deutschlands gibt es 23-Prozent-Steueroasen.
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Monheim: Irland am Rhein
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Niedrige Steuern locken nicht nur in Irland. Die Gemeinde Monheim, einst hoch verschuldet, hat sich mit Niedrigsteuern saniert. Die Sache hat nur einen Haken, findet man z.B. in Oberhausen.
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Sendedaten
makro
Faire Steuern
Freitag, 23. Februar 2018, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Mediathek
© dpa[>> Alle Videos auf einen Blick]
Steuern: Reden Sie mit!
© apWie lässt sich verhindern, dass Großkonzerne kaum Steuern zahlen? Wie kann man Schlupflöcher stopfen? Diskutieren Sie!
Studiogast
Markus Meinzer
Markus Meinzer ist Vorstandsmitglied von Tax Justice Network, wo er das Projekt Schattenfinanzindex leitet. Tax Justice Network ist eine britische NGO, die eng mit dem deutschen Netzwerk Steuergerechtigkeit zusammenarbeitet. Von Markus Meinzer erschien 2016 das Buch "Steueroase Deutschland: Warum bei uns viele Reiche keine Steuern zahlen".
Schattenfinanzindex
© Tax Justice NetworkDer Schattenfinanzindex wird vom Tax Justice Network erstellt. Schattenfinanzzentren stellen die notwendige Infrastruktur bereit, mit der Personen und Unternehmen Steuergesetze und Transparenzregeln in einem anderen Gebiet unterlaufen können.
Steuerschlupflöcher
Unternehmenssteuern
Einkommensteuern
OECD-Studie
Die Studie "Taxing Wages" vergleicht jährlich die Belastung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in den OECD-Staaten durch Steuern und Sozialabgaben. Dabei werden verschiedene Haushaltstypen wie Alleinstehende, Paare mit Kindern oder Zweitverdienerhaushalte sowie verschiedene Einkommensniveaus berücksichtigt.
US-Steuerreform
Archiv
Die Steuertricks der Multis
Es ist eine perverse Logik: Je globaler die Konzerne und je üppiger ihre Gewinne, desto niedriger die Steuerlast. Die Findigkeit der Finanzabteilungen, Staaten gegeneinander auszuspielen, kennt keine Grenzen. Und die Politik hat alles abgenickt!
(makro, 16.01.2015)